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ArcelorMittal
Historischer Verwaltungssitz in Luxemburg-Stadt.
ArcelorMittal ist ein transnationaler Stahlkonzern, der 2007 aus der niederländischen Mittal Steel Company und dem luxemburgischen Konzern Arcelor hervorging. Offizieller Unternehmenssitz ist zwar Luxemburg. Tatsächlich wird ArcelorMittal jedoch aus London geleitet, nämlich aus: Berkeley Square House, 7th Floor, Berkeley Square, London W1J 6DA. ("Arcelor Mittal's headquarters may be in Luxembourg, Aditya says, but the "power is in London."") [1] Das Unternehmen verfügt über rund 60 Werke in mehr als zwei Dutzend Staaten und beschäftigt rund 310.000 Mitarbeiter. Für das Jahr 2007 war ein EBITDA von 19,4 Mrd. US-Dollar angekündigt. Damit ist ArcelorMittal vor Thyssen-Krupp und der spanischen Acerinox der größte Stahlproduzent der Welt (2009 produzierte es 73,2 Mio. t Rohstahl[2]) und einer der weltweit führenden multinationalen Konzerne, 2008 auf Platz 28 der Fortune 500.
[Bearbeiten] GeschichteDie Mittal Steel Company B.V. aus Rotterdam, der vor der Fusion größte Stahlproduzent der Welt, hatte die Arcelor S.A., den ursprünglich zweitgrößten Stahlproduzenten der Welt, am 27. Januar 2006 mit einer Übernahmeofferte im Wert von 18,6 Milliarden Euro überrascht. Es folgte eine heftige Kontroverse – die in Luxemburg ansässige, multinationale Arcelor-Gruppe versuchte zunächst mit allen Mitteln, eine feindliche Übernahme zu verhindern, akzeptierte jedoch am 25. Juni 2006 das abermals auf rund 26 Milliarden Euro erhöhte Angebot des Konkurrenten.[3][4] Im Laufe des Jahres 2007 wurde die Fusion der beiden Unternehmen erfolgreich abgeschlossen: Die beiden Hauptversammlungen von Arcelor und Mittal beschlossen am 5. November 2007 in Luxemburg offiziell die Fusion der beiden ehemals selbständigen Unternehmen.[5] Die erste Börsennotierung der neuen Aktien erfolgte am 13. November 2007. Aktuell liegt der Börsenwert der ArcelorMittal S.A. bei ca. 50 Milliarden Euro. Die Flaute in dem Geschäft hatte Arcelor-Mittal im Jahr 2009 massiv belastet; 2009 hatte sich der Umsatz halbiert und das Ergebnis war tiefrot. Kaum besser erging es den Konkurrenten Thyssen-Krupp, Outokumpu und Acerinox, die ebenfalls hohe Verluste mit Edelstahl einfuhren. Die Wettbewerber kamen in diesem Jahr aber besser aus den Startlöchern. So konnten sie anders als Arcelor-Mittal in den ersten neun Monaten bereits das Umsatzniveau aus dem Gesamtjahr 2009 übertreffen. Die Schwäche bei Arcelor-Mittal macht sich in der Marktaufteilung bemerkbar. Die Luxemburger fielen gemessen am Umsatz im bisherigen Jahresverlauf hinter Thyssen-Krupp und der spanischen Acerinox auf Platz drei zurück. Arcelor-Mittal muss sich nun bemühen, nicht auch noch von der finnischen Outokumpu überholt zu werden, die mit aggressiven Preisen ihren Marktanteil ausbaut.[6] [Bearbeiten] UnternehmensführungEin gemeinsames Management wurde am 4. August 2006 ernannt. Neben dem ersten Vorstandsvorsitzenden Roland Junck gehörten dem Board außerdem Aditya Mittal als Finanzvorstand, Michel Wurth, Davinder Chugh, Malay Mukherjee und Gonzalo Urquijo an. Roland Junck trat allerdings wenige Monate später, am 6. November, von seinem Posten zurück. Daraufhin übernahm Lakshmi N. Mittal den Vorsitz.[7] Ende 2006 hatte außerdem Davinder Chugh den Vorstand verlassen. Am 4. Dezember 2009 hat der Regierungsrat Luxemburgs beschlossen, den Wirtschafts- und Außenhandelsminister Jeannot Krecké in den Verwaltungsrat zu entsenden.[8] Er ersetzt damit Georges Schmit. Das Luxemburger Wort kommentiert:
Größter Einzelaktionär ist die Familie Mittal mit 40,83 % der Aktien bzw. 42,22 % der Stimmrechte. Zweitgrößter Einzelaktionär ist der luxemburgische Staat mit lediglich 2,5 % der Aktien bzw. 2,58 % der Stimmrechte.[10] Mit John Castegnaro, ehemals Präsident des OGBL, ist im Frühjahr 2010 der letzte von vormals drei Vertretern der Beschäftigten aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden.[11] [Bearbeiten] UnternehmenspolitikArcelorMittal verhandelt Anfang 2010 mit dem Wettbewerber BHP Billiton über eine Zusammenlegung der Eisenerzaktivitäten in Liberia und Guinea. Eine mögliche Joint Venture könnte die Wettbewerbsfähigkeit der Eisenerz- und Infrastrukturbereiche in den beiden Ländern stärken.[12] ArcelorMittal wurde 2010 von der Wettbewerbsbehörde der EU wegen verbotener Kartellabsprachen ein Bußgeld von ca. 276 Millionen Euro auferlegt.[13] Im Jahre 2011 kündigt die Geschäftsleitung Schließungen und Umstrukturierungen für Werke in Luxemburg an.[14] Am 12. Oktober 2011 gibt die Direktion in Lüttich bekannt, dass die Warmwalzwerke in Seraing und Ougrée abgeschaltet werden sollen.[15] Ende 2011 hat der Konzern wegen zurückgegangener Nachfrage weltweit Kapazitäten heruntergefahren und zeitweise oder für immer stillgelegt.[16] [Bearbeiten] DeutschlandIn Deutschland hat ArcelorMittal vier Produktionsstandorte mit Roheisen- bzw. Rohstahlerzeugung. Diese Standorte sind Hamburg (Elektrostahl mit Direktreduktionsanlage), Duisburg und die beiden integrierten Hüttenwerke in Bremen und Eisenhüttenstadt. Beschäftigt werden dort insgesamt über 6.000 Mitarbeiter. Die Kapazität beider Werke beläuft sich auf ca. 12 Mio. Jahrestonnen. Im Februar 2010 wurde die Investition von 100 Millionen Euro in das Stahlwerk Bremen angekündigt. Zu Sicherung der Versorgung mit dem für die Stahlproduktion erforderlichen Koks wurde am 1. Juni 2011 die Kokerei Prosper in Bottrop von der RAG übernommen.[17] Ende 2009 wurde die Deutschland-Zentrale (Distribution Solutions) von Ratingen nach Köln verlegt. Der Bereich Distribution Solutions betreibt den lagerhaltenden Stahlhandel in Europa. Allein in Deutschland verfügt dieser über 28 Niederlassungen und beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter. Deutschlandweit arbeiten somit über 8.000 Mitarbeiter für ArcelorMittal und erwirtschaften einen Umsatz von über 6 Milliarden Euro. [Bearbeiten] LuxemburgIn einem "Stahltripartite" genannten Treffen von Unternehmen, Gewerkschaften und Luxemburger Regierung am 14. Dezember 2011 wurde der Restrukturierungsplan »Lux2011« bis März 2012 verlängert. Damit wird die Cellule de reclassement (CDR), in der derzeit sechshundert Stahlarbeiter beschäftigt werden, während der nächsten drei Monate zu den bisherigen Bedingungen weitergeführt, womit der Staat zum größten Teil die Löhne zahlt.[18] [Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Unternehmen im CAC 40 (Stand: 1. April 2010)
Accor | Air Liquide | Alcatel-Lucent | Alstom | ArcelorMittal | Axa | BNP Paribas | Bouygues | Capgemini | Carrefour | Crédit Agricole | Danone | Dexia | EADS | EDF | Essilor | France Télécom | GDF Suez | L’Oréal | Lafarge | Lagardère | LVMH | Michelin | Pernod Ricard | PSA Peugeot Citroën | PPR | Renault | Saint-Gobain | Sanofi-Aventis | Schneider Electric | Société Générale | STMicroelectronics | Suez Environnement | Technip | Total | Unibail-Rodamco | Vallourec | Veolia Environnement | Veolia Water | Vinci | Vivendi Unternehmen im IBEX 35 (Stand: 4. Januar 2010)
Abengoa | Abertis | Acciona | Acerinox | Grupo ACS | ArcelorMittal | Banco Popular Español | Banco Sabadell | Banco Santander | Banesto | Bankinter | BBVA | BME | Criteria CaixaCorp | Ebro Foods | Enagás | Endesa | FCC | Ferrovial | Gamesa | Gas Natural | Grifols | Iberdrola Renovables | Iberdrola | Iberia | Inditex | Indra Sistemas | Mapfre | Obrascón Huarte Lain | Red Eléctrica | Repsol YPF | Sacyr Vallehermoso | Técnicas Reunidas | Telecinco | Telefónica Unternehmen im Amsterdam EXchange index (AEX) (Stand: 5. Mai 2012)
AEGON | Ahold | Air France-KLM | AkzoNobel | Aperam | ArcelorMittal | ASML Holding | Boskalis | Corio | Koninklijke DSM | Fugro | Heineken | ING Groep | KPN | Philips | PostNL | Randstad | Reed Elsevier | Royal Dutch Shell | SBM Offshore | TNT | TomTom | unibail-rodamco | Unilever | Wolters Kluwer Unternehmen im EURO STOXX 50 (Stand: 30. September 2010)
Air Liquide | Allianz | Alstom | Anheuser-Busch InBev | ArcelorMittal | Assicurazioni Generali | AXA | Banco Bilbao Vizcaya Argentaria | Banco Santander | BASF | Bayer | BMW | BNP Paribas | Carrefour | Credit Agricole | CRH | Daimler | Deutsche Bank | Deutsche Börse | Deutsche Telekom | E.ON | Enel | Eni | France Telecom | Danone | GDF Suez | Iberdrola | ING Groep | Intesa Sanpaolo | L’Oréal | LVMH | Munich Re | Nokia | Philips | Repsol YPF | RWE | Saint-Gobain | Sanofi-Aventis | SAP | Schneider Electric | Siemens | Societe Generale | Telecom Italia | Telefónica | Total | Unibail-rodamco | UniCredit Group | Unilever | Vinci | Vivendi Unternehmen im LuxX Index
ArcelorMittal | BIP Investment Partners | Dexia | Foyer | KBC Group | Luxempart | Reinet Investments | RTL Group | SES | Socfinasia Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/19/12, 5:32 am |
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