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Askanier
Die Askanier sind ein deutsches Uradelsgeschlecht, dem eine besondere Bedeutung für die Landesgeschichte der heutigen deutschen Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt zukommt. Alternativ wird das Geschlecht heute auch als Haus Anhalt bezeichnet, da es seit der Neuzeit ausschließlich von Vertretern des anhaltinischen Zweigs repräsentiert wird. Die Askanier lassen sich in ihrem Mannesstamm bis zu Beginn des 11. Jahrhunderts urkundlich zurückverfolgen. [Bearbeiten] HerkunftDer erste in zeitgenössischen Urkunden auftretende Vertreter der Askanier war ein Graf Esico (comitatu Esiconis = in der Grafschaft des Esico), der in einem auf der Pfalz Tilleda ausgestellten Diplom Kaiser Konrads II. vom 26. Oktober 1036 erwähnt wird.[1] Seine Sippe war im ostsächsischen Schwabengau ansässig, weshalb sie im Sachsenspiegel dem dort angesiedelten suebischen Uradel zugerechnet wird. Die wichtigste Quelle zur Genealogie der frühen Askanier ist der Annalista Saxo, der in der Mitte des 12. Jahrhunderts schrieb. Allerdings können dessen Angaben durch keine zeitgenössischen Belege untermauert werden. Demnach war Esico mütterlicherseits ein Enkel des Markgrafen Hodo († 993) und erbte nach dem Tod seines Onkels Siegfried († um 1030) mehrere Allodialgüter im Schwaben- und Serimuntgau.[2] Der Name von Esicos Vater ist unbekannt, erst in wesentlich später verfassten Genealogien wurde ihm der Name Adalbert (I.) beigegeben, weil der um das Jahr 1080 ermordete Graf Adalbert (II.) vom sächsischen Annalisten als Sohn des Esico genannt wird.[3] Graf Adalbert (II.) hatte zwei Söhne, Otto der Reiche und Siegfried, von denen ersterer wiederum der Vater von Albrecht dem Bären war. Albrecht der Bär amtierte kurzzeitig als Herzog von Sachsen, stieg schließlich zum Markgrafen von Brandenburg auf und begründete die Hausmachtstellung seiner Familie in den sächsischen Ostmarken. [Bearbeiten] NameDer sächsische Annalist bezeichnete sowohl Esico, Adalbert (II.) als auch Otto den Reichen als „Grafen von Ballenstedt“, jedoch ist dieser Titel erst für Otto (Ottoni comiti de Ballenstide) auch zeitgenössisch verbürgt.[4] Der Name der Askanier geht allerdings auf eine mittelalterliche lateinische Namensvariante der Burg Aschersleben im heutigen Sachsen-Anhalt zurück, die zu den Allodialgütern der Sippe gehörte und die ihnen als Gerichtsort diente. Albrecht der Bär wurde anlässlich eines Gerichtstages, dem er am 8. August 1147 vorsaß, erstmals als „Graf von Aschersleben“ (comes Asscherslovensis) urkundlich tituliert.[5] Ballenstedt, Aschersleben und schließlich Anhalt bildeten die drei wichtigsten Stammburgen der Familie im alten Schwabengau, um die sich im Verlauf der Jahrhunderte das Fürstentum Anhalt herausbildete, deren Inhaber sich wechselweise „Graf von Anhalt“ oder „Graf von Aschersleben“ titulierten. Der Enkel Albrechts des Bären, Graf Heinrich I. von Anhalt, verwendete dabei in einer im Jahr 1213 ausgestellten Urkunde erstmals die Variante comes Ascharie, die sich wohl nicht mehr auf den Gerichtsort Aschersleben selbst, sondern auf den um ihn herum gebildeten Herrschaftsraum bezog.[6] Fürst Bernhard III. von Anhalt war 1320 schließlich der erste, der sich als comes Ascanie bezeichnete, womit sich spätestens mit ihm der askanische Familienname durchgesetzt haben dürfte.[7] Dem Wandel des Titels und damit die Entstehung des Geschlechternamens lag offenbar das Motiv zu Grunde, eine möglichst weit zurückreichende und damit prestigeträchtige Genealogie zu beanspruchen. Seit dem 16. Jahrhundert bemühten sich Haushistoriker der Anhaltiner und Sachsen-Lauenburger Familienzweige die Abkunft ihrer Dienstherren von Askanios (lat: Ascanius), dem Sohn des trojanischen Helden Aeneas, oder gar vom biblischen Aschkenas, dem Urenkel Noachs, herzuleiten. Den Anfang machte 1519 der „Panegiricus Genealogiarum illustrium Principum Dominorum in Anhalt“ des ballenstädtener Mönchs Heinrich Basse. [Bearbeiten] Aufstieg und FamilienzweigeDie Askanier hatten vor allem im hohen und späten Mittelalter eine herausragende geschichtliche Bedeutung für weite Teile des heutigen Ostdeutschlands. Albrecht der Bär war ihr erster bedeutender Vertreter, der als Zeitgenosse und Rivale Heinrichs des Löwen (Welfen) und Konrads des Großen (Wettiner) die deutsche Besiedelung der slawischen Grenzmarken maßgebend mit vorangetrieben und schließlich die Mark Brandenburg begründet hatte.[8] Wie unter allen deutschen Adelshäusern auch üblich teilte bereits Albrecht der Bär seinen umfangreichen Territorialbesitz unter seinen Söhnen auf, woraus sich die vier Hauptlinien der Askanier bilden sollten:
[Bearbeiten] Die frühen Askanier
[Bearbeiten] Bekannte Familienmitglieder
[Bearbeiten] Katharina die GroßeDie bekannteste und historisch bedeutendste Vertreterin der Askanier in der Neuzeit war Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst-Dornburg (* 1729; † 1796), deren Vater in preußischen Diensten stand. 1745 wurde sie mit Karl Peter Ulrich von Schleswig-Holstein-Gottorf verheiratet, dem zukünftigen russischen Zaren Peter III., und nahm zu diesem Anlass den russisch-orthodoxen Glauben mit dem Namen Jekaterina Alexejewna an. Nachdem sie 1762 die Entmachtung ihres Ehemannes betrieben hatte, der dabei ermordet wurde, übernahm sie als Zarin Katharina II. die Alleinherrschaft in Russland, das sie 34 Jahre lang regierte. Zarin Katharina die Große war die einzige Askanierin, die zur Herrscherin eines souveränen Staates aufgestiegen war. [Bearbeiten] Chef des Hauses AnhaltSeit dem Unfalltod seines älteren Bruders Friedrich im Jahr 1963 ist Eduard Prinz von Anhalt (* 1941) das Oberhaupt des Hauses Anhalt, beide sind die Söhne des letzten Herzogs von Anhalt, Joachim Ernst († 1947). Eduard und seine drei Töchter sind die letzten legitimen Abkömmlinge der Askanier im agnatischen Stamm, allerdings existieren mit den Grafen von Westarp und Waldersee noch zwei morganatische Linien des Geschlechts, die aus illegitimen Verbindungen zweier Fürsten von Anhalt hervorgegangen sind. [Bearbeiten] Wappen der Askanier[Bearbeiten] Herrscherlisten[Bearbeiten] Die ersten Askanier
[Bearbeiten] Askanische Markgrafen von Brandenburg
[Bearbeiten] Askanische Grafen von Weimar-Orlamünde
[Bearbeiten] Askanische Herzöge von Sachsen
[Bearbeiten] Askanische Fürsten von Lüneburg
[Bearbeiten] Askanische Fürsten und Herzöge zu Anhalt
[Bearbeiten] Anhalt-Aschersleben
[Bearbeiten] Anhalt-Bernburg
(Land fällt an Georg I. von Anhalt-Zerbst, 1570 Vereinigung ganz Anhalts durch Erbfälle, 1603 Teilung in Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg, Anhalt-Köthen, Anhalt-Plötzkau und Anhalt-Zerbst)
[Bearbeiten] Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym
[Bearbeiten] Anhalt-Harzgerode[Bearbeiten] Anhalt-Köthen
[Bearbeiten] Anhalt-Plötzkau
[Bearbeiten] Anhalt-Köthen-Pless
[Bearbeiten] Anhalt-Zerbst
[Bearbeiten] Anhalt-Dessau
[Bearbeiten] Anhalt
[Bearbeiten] Chefs des Hauses Anhalt
[Bearbeiten] Askanische Äbtissinnen[Bearbeiten] Stift Gernrode
[Bearbeiten] Stift Gandersheim
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/19/12, 5:38 am |
Bilder
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