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BMW Neue Klasse
Die „Neue Klasse“ (interner Code 115, Modellvarianten 116 (1600), 118 (1800), 120 (2000 C/CS) Coupé, 121 (2000/tii)) des Autoherstellers BMW wurde auf der IAA 1961 vorgestellt. Sie war die erste Mittelklasse-Baureihe nach dem Zweiten Weltkrieg und füllte die Lücke zwischen dem Rollermobil Isetta bzw. dem Kleinwagen BMW 700 und dem Oberklasse-Modell BMW 501/502. Rückblickend formulierte "Der Spiegel" 1965, BMW habe 1959/60 nur Autos für „Tagelöhner und Generaldirektoren“ gebaut [1]. Die Lücke, die der insolvente Borgward-Konzern mit der verblichenen Isabella hinterlassen hatte, konnte BMW geschickt ausfüllen. Es gab damals auch die spöttische Auslegung der Abkürzung BMW: „Borgward macht weiter“. Die „Neue Klasse“ wurde bis 1972 produziert, und danach von der ersten Generation des BMW 5er, dem E12, abgelöst.
[Bearbeiten] Modellgeschichte[Bearbeiten] 1500Mit der Neuen Klasse eröffnen die Münchener ihr Automobiljahrzehnt. 1961 wird die Stufenhecklimousine 1500 (BMW-interne Bezeichnung: Typ 115) auf der IAA vorgestellt und von Fachpresse und Publikum begeistert aufgenommen. Die Karosserie entsteht im eigenen Haus unter Wilhelm Hofmeister, damals Leiter der Abteilung Karosserieentwicklung. Giovanni Michelotti – der am Kleid für den BMW 700 mitwirkte – übte nur eine beratende Funktion aus [2]. Das Auto hatte einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Motor mit obenliegender Nockenwelle und 59 kW (80 PS), die erste Version des von Alexander von Falkenhausen konstruierten BMW-M10-Motors. Der M10-Motor wurde noch bis 1988 im BMW 316/318 der 3er Reihe verwendet. Der Wagen lief 150 km/h Spitze und beschleunigte bei 1050 kg Leergewicht in 16 s auf 100 km/h. Der Tankinhalt betrug 53 Liter – der Verbrauch lag bei 10 l/100 km. Von Oktober 1962 bis Dezember 1964 wurden 23.807 Stück produziert – nur etwa 150 waren 1994 noch zugelassen. Auf der IAA 1961 wurde der 1500 noch mit einem Preis von 8.500 DM dem Publikum präsentiert. Dieser Preis ließ sich aber nicht realisieren und so betrug der offizielle Verkaufspreis des nur viertürig lieferbaren Wagens im Jahr 1963 9.485 DM [3], was unter Berücksichtigung der Inflation einer heutigen Kaufkraft von etwa 19.000 Euro entspricht [4]. [Bearbeiten] 1600Im März 1964 wurde der 1500 durch den 1600 (Typ 116) mit einem 1,6-Liter-Motor und 61 kW (83 PS) ergänzt, die Produktion des BMW 1500 lief Ende 1964 aus. Der 1600 wurde bis April 1966 produziert, die ebenfalls 1966 erschienene zweitürige Variante 1600-2 bis 1975. Der 1600-2 wurde später 1602 genannt und begründete die eigenständige 02-Klasse (Baureihe 114). [Bearbeiten] 18001963 kam der 1800 (interne Bezeichnung 118) mit einem auf 1,8 Liter vergrößerten Motor mit 66 kW (90 PS) hinzu, auch in der sportlichen Variante 1800 TI (Turismo Internazionale) mit einer auf 81 kW (110 PS) gesteigerten Motorleistung. Die deutlich höhere Motorleistung gegenüber den Vorgängermodellen erreichten die Ingenieure durch zwei Solex-Doppelvergaser und Erhöhung der Verdichtung auf 9,5:1. Der 1800 mit Rundscheinwerfern wurde 1970 durch den 2000 1,8L ersetzt und bekam die Optik des 2000er-Modells mit breiten rechteckige Scheinwerfer sowie den ebenso größeren Rückleuchten. 1965 wurde neben den Standardtypen das Sondermodell BMW 1800 TI/SA (SA=Sonderausführung) in 200 Einheiten als Homologationswagen für den Motorsport gefertigt. Das Fahrzeug wurde ausschließlich an lizenzierte Renn- und Sportfahrer in Europa und den USA ausgeliefert. Technisch zeichnet sich der 1800 TI/SA durch folgende Änderungen aus: Umfangreiche Modifikationen am Motor (größere Ventile, 300°-Nockenwelle, zwei Weber-Doppelvergaser, Verdichtung 10,5:1, Kurbelwelle mit 8 Gegengewichten, damit "mindestens" 130 PS bei 6.100/min), Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h (Testwert A.M.S. 24/64: 192 km/h), Federbeine vorn mit vergrößerten Lagern und Naben sowie vergrößerten Bremsscheiben, stärkere Stabilisatoren vorn und hinten, Fünfgang-Getriebe, direktere Lenkübersetzung. Optisch gleicht der 1800 TI/SA weitgehend dem 1800 TI, so ziert ihn auch nur das Typenschild des 1800 TI. Im Innenraum ist der TI/SA an speziellen Schalensitzen des Typs Restall-Masterfit, einem großen vorstehenden Drehzahlmesser und einem speziellen Holzlenkrad zu erkennen. Mit dem BMW 1800TI/SA feierten BMW Fahrer zahlreiche Siege. Unter anderem gewann Hubert Hahne mit diesem Fahrzeug die Deutsche Rundstreckenmeisterschaft und das 24h-Rennen von Spa-Francorchamps. Hubert Hahne war es auch, der mit dem BMW 2000 ti 1966 als erster Tourenwagenfahrer die Nürburgring-Nordschleife unter 10 Minuten fuhr. Bekannte Fahrer auf BMW TI/SA waren Hubert Hahne, Dieter Glemser, Josef Schnitzer (Schnitzer Motorsport), Rauno Aaltonen, Willy Mairesse, Jacky Ickx, Pascal Ickx, Gérard Langlois van Ophem, Dieter Quester, Heinz Eppelein, Freddy Kottulinsky, Hans-Peter Koepchen, Gijs van Lennep, David van Lennep, Helmut Kelleners, Dieter Basche, Jürgen Grähser, Nicolas Koob, Clemens Schickentanz, Ferfried Prinz von Hohenzollern, Wim Loos, Hans Koster, Klaus Miersch u.a. [Bearbeiten] 2000 Limousine (TI, tilux, tii)Sechs Monate nach der Präsentation des Coupés 2000 CA (Typ 120) erschien Anfang 1966 die viertürige Limousine 2000 (Typ 121) mit gegenüber dem 1800 leicht verändertem Design: Statt einfacher Rundscheinwerfer vorne hatte sie breitere, rechteckige Scheinwerfer, ebenso größere Rückleuchten. Ab Mitte 1966 gab es auch eine sportlichere Variante 2000 TI mit 120 PS, die allerdings dasselbe Design (also Rundscheinwerfer, schmale Heckleuchten) wie der 1800 TI hatte, und eine luxuriöser ausgestattete Variante 2000 TI-lux (später „tilux“) mit demselben Motor. Der tilux wurde Ende 1969 durch den 2000 tii mit dem ersten Einspritzer-Motor von BMW mit 130 PS abgelöst. Das zweite „i“ steht für die verwendete mechanische Kugelfischer-Benzineinspritzung ("injection").
[Bearbeiten] 2000 Coupé (C/CA/CS)Das Coupé der Neuen Klasse wurde im Juni 1965 als „komfortabler Reisewagen mit sportlichem Herz für große Fahrt“ vorgestellt. Erst am 22. November 1965 lief bei Karmann in Osnabrück die Herstellung der Coupé-Karosserien an [5]. Die von BMW Designer Wilhelm Hofmeister („Hofmeister-Knick") entworfene 2,0-Liter-Modellvariante (Typ 120) gab es mit 120 PS als 2000 CS und mit 100 PS als 2000 CA mit Dreigangautomatik. Als 2000 C mit 100 PS und Schaltgetriebe wurde der Wagen ab Mai 1967 bis 1968 angeboten [6]. Vom 2000 C wurden nur 443 Stück hergestellt. Obwohl im September 1968 der BMW 2800 CS vorgestellt wurde, blieben die BMW 2000 CA und CS bis Mitte 1970 als preiswerte Alternative zum E9 im BMW-Programm [5]. Bei der Wilhelm Karmann GmbH verließen zwischen dem 22. November 1965 und dem 11. Juli 1970 exakt 13.151 Rohkarosserien und zwischen dem 18. August 1968 und dem 24. Februar 1970 genau 549 Komplettfahrzeuge das Werk, also insgesamt 13.700 Neue Klasse Coupés [5]. Unüblich im damaligen Straßenbild war die für das 2000 Coupé lieferbare Farbe Silber (bei BMW polaris neu genannt), in der das Auto, neben der Farbe chamonix (Elfenbein), häufig geordert wurde.
[Bearbeiten] Wirtschaftlicher ErfolgDie Entwicklung der Neuen Klasse war in finanziell unsicheren Zeiten für BMW durch Investitionen des Industriellen Herbert Quandt ermöglicht worden. Sie wurde zu einem großen Erfolg und rettete BMW aus der Krise. Bis 1972 wurden insgesamt 329.626 Limousinen der Neuen Klasse produziert. [Bearbeiten] Ausgangspunkt späterer BMW-Baureihen
Die Seitenansicht des BMW 2000 CS lässt die Parallelen zum BMW E9 erkennen
Die Neue Klasse bildete den Ausgangspunkt für viele spätere BMW-Baureihen. Noch heute haben fast alle BMW-Modelle den charakteristischen „Hofmeister-Knick“ in der C-Säule, der beim BMW 3200 CS vorgestellt und mit der Neuen Klasse erstmals in nennenswerten Stückzahlen eingeführt wurde. Die zweitürigen Modelle der Neuen Klasse wurden zur eigenständigen 02-Baureihe ausgebaut; stilistisch mit der neuen Klasse verwandt war auch die ab 1968 produzierte Oberklasse-Baureihe E3. Deren Coupé-Variante, beginnend mit dem 1968 vorgestellten BMW 2800 CS (E9), wirkte wie ein völlig neues Auto, jedoch hatten ihm die Münchner Karosseriebauer – wie die Seitenansicht verdeutlicht – tatsächlich nur eine modifizierte, etwas längere Frontpartie (für den M30-Sechszylinder) und Doppelscheinwerfer spendiert [5]. Die Nachfolger dieser drei Baureihen begründeten die noch heute gültige Systematik der BMW-Baureihen: Der 02 wurde 1975 durch die 3er-Reihe E21 ersetzt, die Neue Klasse ab 1972 durch die 5er-Reihe E12 und auf die Oberklasse-Baureihe E3 folgte 1977 die 7er-Reihe E23. [Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Quellen
[Bearbeiten] Weblinks
Modelle der Bayerischen Motoren Werke
Aktuelle Modelle: 1er | 3er | 5er | 5er GT | 6er | 7er | M3 | M5 | X1 | X3 | X5 | X6 | Z4 Historische Modelle (bis 1941): 3/15 PS | 3/20 PS | 303 | 309 | 315, 315/1 | 319, 319/1 | 320 | 321 | 325 | 326 | 327 | 328 | 329 | 332 | 335 | 337 | F76, F79 | Wartburg Historische Modelle (ab 1951): 501, 502 | 503 | 507 | 528 | 541 | 570 | 600 | 700, 700 RS | 1500, 1600, 1800, 2000, 2000 CS | 1502, 1602, 1802, 2002 (E10), 2002 turbo (E20) | 2500, 2800, 2,8, 3,0, 3,3 (E3) | 2800 CS, 2.5 CS, 2.8 CS, 3.0 CS, 3.0 CSi, 3.0 CSL (E9) | 3200 CS | Isetta | M1 (E26) 1er: E81, E82, E87, E88 | F20 3er: E21 | E30 | E36 | E46 | E90, E91, E92, E93 5er: E12 | E28 | E34 | E39 | E60, E61 | GT (F07) | F10, F11, F18 6er: E24 | E63, E64 | F12, F13 7er: E23 | E32 | E38 | E65, E66, E67, E68 | F01, F02, F03, F04 8er: E31 X-Modelle: X1 (E84) | X3 (E83) | X3 (F25) | X5 (E53) | X5 (E70) | X6 (E71, E72) Z-Modelle: Z1 | Z3 (E36/7, E36/8) | Z4 (E85, E86) | Z4 (E89) | Z8 (E52) Konzeptautos: K1 | K4 | 331/531 | 505 | 3200 Michelotti Vignale | Turbo X1 (E25) | Nazca C2 | E1 | H2R | Concept 7 Series ActiveHybrid | Concept CS | Concept X1 | Concept X6 ActiveHybrid | Concept ActiveE | Vision Efficient Dynamics (i8) | GINA Light Vision | Megacity Vehicle (i3) | Vision ConnectedDrive Motorsport: F1.06 | F1.07 | F1.08 | F1.09 | M3 DTM Modelle aus Südafrika: 1800 GL, 1800 SA, 2000 GL, 2000 SA | 1804, 2004 BMW-Zeitleiste
Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/19/12, 6:54 am |
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