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Berliner Ringbahn
Die Berliner Ringbahn ist eine rund 37 Kilometer lange Bahnstrecke, die um die Innenstadt von Berlin herum verläuft. Sie besteht aus einem geschlossenen Ring mit zwei Gleisen für die S-Bahn und weiteren Gleisen, die abschnittsweise dem Fern-, Regional- und Güterverkehr dienen. Mehrere Gleisverbindungen schließen den Ring an die Stadtbahn sowie an die radial auf die Innenstadt zulaufenden Strecken an. An Werktagen nutzen über 400.000 Fahrgäste den S-Bahn-Ring.[1] Wegen seiner markanten Form wird das von der Ringbahn umschlossene Gebiet auch Hundekopf oder Großer Hundekopf genannt. Diese Bezeichnung hat auch Einzug in den Sprachgebrauch der Berliner Politik und Verwaltung gehalten.[2] So entspricht das Gebiet innerhalb des Hundekopfes der Berliner Tarifzone A des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. Seit dem 1. Januar 2008 dürfen in dieses Gebiet nur noch schadstoffarme Kraftfahrzeuge mit entsprechenden Vignetten einfahren.
[Bearbeiten] Geschichte[Bearbeiten] Ausgangslage1851 wurde die „Königliche Bahnhofs-Verbindungsbahn“ zwischen den Kopfbahnhöfen der in Berlin endenden Eisenbahnstrecken fertiggestellt. Diese unmittelbar auf den Straßen des Stadtbereichs gebaute Bahn konnte ihren Aufgaben nicht gerecht werden und wirkte zudem in hohem Maße störend. Daher wurde bald der Bau einer neuen Verbindungsbahn vor allem für den Güterverkehr geplant, die außerhalb der damaligen Stadtgrenzen verlaufen sollte. Die Mittel für den Bau konnten jedoch erst nach dem siegreichen Krieg gegen Österreich 1866 bewilligt werden. Der Bau begann 1867, fertiggestellt wurde die Ringbahn im Jahr 1877. Mit dem Bau und der Betriebsführung war die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn beauftragt. [Bearbeiten] Streckenführung
Berliner Ringbahn auf einer Karte von 1885
Die als dicke Punkte eingetragenen Kopfbahnhöfe der Fernbahnen sind nördlich der Spree im Uhrzeigersinn der Lehrter, Hamburger, Stettiner, der Ost- und der Schlesische Bahnhof; südlich der Spree der Görlitzer und der Anhalter Bahnhof, der Dresdener Bahnhof sowie der Potsdamer Bahnhof Der erste Teilabschnitt der Ringbahn ging am 17. Juli 1871 von den Bahnhöfen Moabit über Gesundbrunnen, Central-Viehhof (heute Storkower Straße), Stralau-Rummelsburg (heute Ostkreuz), Rixdorf (heute Neukölln) und Schöneberg (später Kolonnenstraße, heute Julius-Leber-Brücke) zum Potsdamer Ringbahnhof, einem Flügelbahnhof des Potsdamer Bahnhofs in Betrieb. Von dort kehrten die Züge wieder in die Gegenrichtung um. Dieser Abschnitt war unter dem Begriff „Südringspitzkehre“ bekannt. Die Gleise der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn (und später auch der Militäreisenbahn) wurden dabei mit Brücken überquert. Die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn richtete am 1. Januar 1872 zur Neuen Verbindungsbahn einen Personenpendelverkehr vom Haltepunkt „Niederschlesisch-Märkischer Anschluss“ ein, der später in „Stralau“ umbenannt wurde. Mit der Verbindung des Bahnhofs Schöneberg über das seit dem 1. Januar 1877 einen eigenen Stadtkreis bildende Charlottenburg (heute Bahnhof Westend) bis nach Moabit wurde am 15. November 1877 der Ring geschlossen, wobei der Potsdamer Bahnhof weiterhin über die Südringspitzkehre an den Personenverkehr der Ringbahn angeschlossen war. Im Zweiten Weltkrieg waren die Bahnanlagen am Potsdamer und Anhalter Bahnhof mehrfach von schweren Bombardierungen betroffen, sodass die Südringspitzkehre ab 1944 nicht mehr befahren werden konnte. Ab 1944 bis zum Mauerbau 1961 fuhren die S-Bahnzüge über die schon bestehende unmittelbare Gleisverbindung zwischen den Bahnhöfen Papestraße und Schöneberg (1933 an der Ringbahn eröffnet) als Vollring-Züge. Durch den Mauerbau wurde die Ringbahn an zwei Stellen unterbrochen:
Nach dem Reichsbahnerstreik 1980 ruhte der S-Bahn-Betrieb auf dem westlichen „Dreiviertelring“ für rund 13 Jahre. Am 9. Januar 1984 wurden die Betriebsrechte für die S-Bahn im Westteil Berlins auf die BVG übertragen. In diesem Zusammenhang war zunächst geplant, den Ringabschnitt zwischen Westend und Sonnenallee (wegen der besseren Erschließungswirkung dieses Bahnhofs anstelle von Köllnischer Heide) wieder aufzubauen und in Betrieb zu nehmen. Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 änderte man diese Pläne, um 1993 zunächst vom Südring mit dem Abzweig über Köllnische Heide einen Anschluss an die Görlitzer Bahn herzustellen. Der Wiederaufbau der Verbindung von Sonnenallee zum Treptower Park erforderte Umbauarbeiten größeren Ausmaßes, die nicht kurzfristig realisierbar waren. In den folgenden Jahren wurde der westliche Teil der Ringbahn in mehreren Etappen wieder in Betrieb genommen. Im Jahr 2002 wurde der S-Bahn-Ring wieder geschlossen. Seit Mai 2006 findet ein echter Vollringbetrieb mit den Linien S41 und S42 statt. [Bearbeiten] Betriebsorganisation
Anlagen der „Neuen Berliner-Verbindungs-Eisenbahn“ am damaligen Central-Viehhof
Zunächst wurde nur Güterverkehr angeboten, erst ab 1. Januar 1872 waren zusätzlich auch separate Bahnhöfe für den Personenverkehr verfügbar. Die Ringbahn wurde ab 1926 elektrifiziert. 1930 wurden der Ringbahn-Betrieb zusammen mit den Berliner Stadt- und Vorortbahnen zur Berliner S-Bahn zusammengefasst. Der Mauerbau 1961 unterbrach den durchgehenden Betrieb, worauf auf West-Berliner Seite die Fahrgastzahlen zwischen Gesundbrunnen und Sonnenallee immer weiter abnahmen. Grund waren auch politisch motivierte Boykottaufrufe, da mit den Einnahmen der unter DDR-Regie betriebenen West-Berliner S-Bahn-Strecken die DDR direkt finanziell unterstützt würde. Die Ost-Berliner Strecke von Schönhauser Allee nach Treptower Park entwickelte sich hingegen zu einer wichtigen Nord-Süd-Tangente. Der S-Bahn-Betrieb auf dem westlichen Ringteil wurde 1980 aufgrund des Reichsbahnerstreiks eingestellt und erst am 17. Dezember 1993[3] auf dem Abschnitt (Baumschulenweg –) Neukölln – Westend wiederaufgenommen. Abschnittweise wurde der Ring auf den Teilstücken Westend – Jungfernheide (15. April 1997)[3], Neukölln – Treptower Park (18. Dezember 1997)[3] und Jungfernheide – Westhafen (19. Dezember 1999)[3] wieder in Betrieb genommen. Seit dem 17. September 2001[3] fahren wieder S-Bahnen über die ehemalige Grenze zwischen Schönhauser Allee und Gesundbrunnen. Am 15. Juni 2002 wurde der letzte Abschnitt der Ringbahn, zwischen Westhafen und Gesundbrunnen, durch Bundesverkehrsminister Bodewig und Bahnchef Mehdorn feierlich wiedereröffnet.[4] Am Folgetag[3] ging der Abschnitt, mit der Zwischenstation Wedding, wieder in Betrieb. In der Werbung wurde dieser Tag auch als „Wedding-Day“ bezeichnet, in Anspielung auf das englische Wort wedding (Hochzeit). Seitdem verkehrt die S-Bahn wieder durchgehend, es wurde vorerst jedoch kein Vollring, sondern nach dem „Schneckenkonzept“ gefahren: Die Züge kamen von Süden in Neukölln auf den Ring und umrundeten ihn anderthalb mal, bis sie auf einem Ringbahnhof endeten. Dies lag vor allem daran, dass die Fahrt damals genau 63 Minuten dauerte, wodurch sich kein günstiger Takt ergab. Seit dem 28. Mai 2006 fährt die S-Bahn auf der Ringbahn wieder nach dem Vollring-Konzept. Die Züge brauchen für eine Runde 60 Minuten mit einer Taktung von fünf Minuten in der Hauptverkehrszeit und zehn Minuten in der Normal- und Spätverkehrszeit. Dies wird durch durchgängigen Einsatz von beschleunigungsstarken Zügen der Baureihe 481/482 erreicht. Einige Abschnitte des Ringes werden von weiteren Linien befahren. Auf dem südlichen Ring enden, von der Görlitzer Bahn aus Richtung Südosten kommend, S45 in Südkreuz, unter der Woche zum Teil auch in Bundesplatz, die S46 in Westend und die S47 in Hermannstraße. Auf dem östlichen Ring verkehren zwischen Treptower Park und Schönhauser Allee die Linien S8, S85 und S9. Im Rahmen des sogenannten „Pilzkonzeptes“ sind die Ferngleise im nördlichen Teil der Ringbahn für den Regional- bzw. Fernverkehr ausgebaut und elektrifiziert worden. Im Bereich der Ringbahn dient der Bahnhof Berlin Gesundbrunnen dem Regional- und Fernverkehr und der Haltepunkt Jungfernheide dem Regionalverkehr. Die Mehrzahl der ehemaligen Ringbahn-Güterbahnhöfe sind stillgelegt beziehungsweise abgebaut worden. Teile des ehemaligen Güterinnenrings im Bereich von Neukölln und Tempelhof werden noch für den Güterverkehr genutzt, auch in Berlin-Moabit gibt es einen Güterbahnhof. Im Bereich Südkreuz und Ostkreuz sind die Ferngleise der Ringbahn derzeit nicht genutzt. [Bearbeiten] Seitenäste und Verbindungskurven
Triebwagen der DBAG-Baureihe 481 auf der Linie S 42 im Bahnhof Westkreuz
[Bearbeiten] S-BahnVon den Ringgleisen der S-Bahn gehen und gingen Seitenäste in folgende Richtungen:
Verbindungskurven zwischen der Ringbahn und der Stadtbahn gibt es an den Bahnhöfen Ostkreuz und Westkreuz.
Die Südringspitzkehre zum Potsdamer Bahnhof wurde 1944 nach Kriegsschäden unterbrochen und nicht wieder aufgebaut. Ein Wiederaufbau wird allerdings perspektivisch in den Planungsoptionen der S21 diskutiert. [Bearbeiten] FernbahnVon den Fern- und Gütergleisen der Ringbahn gibt und gab es folgende Verbindungen:
Seit September 2010 bis Frühjahr 2012 wurde die Brücke für die Fernbahnverbindung am Bahnhof Schöneberg erneuert, um zukünftig auch wieder den südlichen Teil des Innenrings nutzen zu können.[5] [Bearbeiten] Siehe auch[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/22/12, 2:09 am |
Bilder
Quelle: Flickr. Twitter
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