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Berliner Verkehrsbetriebe
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) betreiben den U-Bahn-, Straßenbahn-, Bus- und den Fährverkehr in Berlin. Zwischen 1984 und 1994 betrieb die BVG in West-Berlin auch die S-Bahn und zwischen 1989 und 1991 die M-Bahn. Die BVG ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und Mitglied im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB).
[Bearbeiten] Geschichte
Der ehemalige Hauptsitz der BVG; früher Verwaltungsgebäude der Deutschen Milchwirtschaft und der Bauleitung der Reichsautobahn
BVG-Streik 1932; Barrikaden in Schöneberg
Am 10. Dezember 1928 wurde die Berliner Verkehrs-AG (BVG) mit 400 Millionen Reichsmark Kapital auf Initiative des damaligen Stadtrats für Verkehr Ernst Reuter gegründet. In ihr schlossen sich die Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen in Berlin (Hochbahngesellschaft), die Allgemeine Berliner Omnibus-Actien-Gesellschaft (ABOAG) und die Berliner Straßenbahn-Betriebs-GmbH zusammen. Am 1. Januar 1929 nahm die Gesellschaft den Betrieb auf. Der Streik bei der Berliner Verkehrsgesellschaft 1932 gehörte zu den spektakulärsten Arbeitskämpfen in der Endphase der Weimarer Republik. Am 1. Januar 1938 wurde das Unternehmen unter der Bezeichnung Berliner Verkehrs-Betriebe (BVG) ein Eigenbetrieb der Stadt Berlin. Auf Grund der Teilung Berlins bildete sich am 1. August 1949 eine eigene BVG-Verwaltung im Ostteil der Stadt, die ab 1. Januar 1969 unter der Bezeichnung VEB Kombinat Berliner Verkehrsbetriebe (BVB) firmierte. 1972 wurde die BVG durch das Lied Mensch Meier (LP Keine Macht für Niemand) der Band Ton Steine Scherben über die Berliner Grenzen hinaus berühmt. Es prangerte die damaligen Fahrpreiserhöhungen an und forderte zum Schwarzfahren auf (Ne, ne, ne, eher brennt die BVG). Als Folge der deutschen Wiedervereinigung fusionierten BVG (West) und BVB (Ost) am 1. Januar 1992 unter dem Namen Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). 1994 wurde die BVG in eine Anstalt des öffentlichen Rechts umgewandelt. Am 12. Dezember 2004 führte die BVG ein so genanntes Metronetz ein. Die Metrolinien, die sich wiederum in MetroTram- und MetroBus-Linien aufteilen, verbinden nachfragestarke Bereiche auf dem möglichst kürzesten Weg. Diese Linien verkehren 24 Stunden am Tag, in der Regel werktags zwischen 6 und 21 Uhr mit einem Mindesttakt von 10 Minuten. Nach dem überraschenden Tod von Andreas Graf von Arnim im Frühjahr 2005 wurde im Herbst desselben Jahres nach längerer Suche Andreas Sturmowski neuer Vorstandsvorsitzender der BVG. Im August 2008 verlegte die BVG ihren Hauptsitz in die neue „BVG-Zentrale“ im Trias-Gebäude in der Nähe des Bahnhofs Jannowitzbrücke. Damit wurden die bisherigen Standorte an der Potsdamer Straße sowie der Rosa-Luxemburg-Straße weitgehend aufgegeben. Die Gebäude an den bisherigen Standorten wurden von der BVG verkauft, die neuen Räumlichkeiten in den Trias Towers sind im Gegensatz dazu jedoch lediglich angemietet.[2] Der Aufsichtsrat der BVG wählte am 28. Mai 2010 Sigrid Nikutta zur Vorstandsvorsitzenden. Sie trat das Amt am 1. Oktober 2010 an. [Bearbeiten] LiniennetzDas von der BVG abgedeckte Tarifgebiet Berlin AB umfasst 892 km², der Gesamtbereich Berlin ABC 2.548 km² (siehe auch S-Bahn Berlin, Abschnitt Tarife). [Bearbeiten] U-Bahn
U-Bahn der neuesten Baureihe HK
→ Hauptartikel: U-Bahn Berlin Zur Zeit verkehren tagsüber zehn U-Bahn-Linien und in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag acht U-Bahn-Linien in Berlin (alle außer U4 und U55). [Bearbeiten] Straßenbahn
Niederflur-Straßenbahn (genaue Bezeichnung GT6-N ZR 99)
→ Hauptartikel: Straßenbahn Berlin Die BVG betreibt 22 Straßenbahnlinien, davon neun MetroTram-Linien, die 24 Stunden am Tag verkehren. [Bearbeiten] Omnibus
Doppeldeckerbus (Typ MAN Lion’s City DD) auf der Linie 100
→ Hauptartikel: Busverkehr in Berlin Die BVG besitzt eine große Busflotte mit diversen Typen. Dazu zählen die weltbekannten Doppeldeckerbusse, Eindeckbusse der normalen Standardbauart als auch Schubgelenkbusse. Sie betreibt tagsüber 146 Stadtbuslinien, davon 17 MetroBuslinien im 24-Stunden-Betrieb, 13 Express-Buslinien und nachts 46 Nachtbuslinien. [Bearbeiten] Fähren→ Hauptartikel: Fährverkehr in Berlin
BVG-Fährlinie F10 in Alt-Kladow, betrieben durch die Stern und Kreisschiffahrt
Die BVG betreibt auch sechs Fährlinien (drei davon nur von März bis Oktober), die teilweise mit Schiffen der Stern und Kreisschiffahrt befahren werden. [Bearbeiten] S-Bahn→ Hauptartikel: S-Bahn Berlin In der Zeit vom 9. Januar 1984 bis zum 31. Dezember 1993 war die BVG Betreiber der S-Bahn-Linien in West-Berlin. Ab dann wurde die S-Bahn wieder einheitlich von der Reichsbahn bzw. Deutschen Bahn betrieben. [Bearbeiten] M-Bahn→ Hauptartikel: M-Bahn In den 1980er und frühen 1990er Jahren war die BVG am Bau und Betrieb der Berliner M-Bahn (Magnetbahn) beteiligt. Das Projekt wurde jedoch nach dem Fall der Berliner Mauer aufgegeben. Ein geplanter Wiederaufbau zwischen dem Bahnhof Flughafen Berlin-Schönefeld und dem Flughafengebäude zerschlug sich daraufhin binnen kurzer Zeit. [Bearbeiten] InformationssystemeIn den drei Unternehmensbereichen U-Bahn, Bus und Straßenbahn der BVG werden unter anderem folgende Systeme eingesetzt:
[Bearbeiten] ErsatzleistungenDie BVG bietet für ihre Dienstleistungen eine Garantie an:
Sollten Streitigkeiten auftreten, die sich nicht klären lassen, können sich Kunden vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung an die Schlichtungsstelle Nahverkehr Ost wenden. Seit September 2010 bietet die BVG in Kooperation mit Taxi Berlin einen Taxi-Ersatzverkehr. Dieser soll insbesondere kurzfristig Ausfälle auffangen, bis beispielsweise Ersatzbuslinien eingerichtet werden. Die Fahrt ist in den von der BVG gerufenen Großraumtaxis mit dem Hinweis „Ersatzverkehr im Auftrag der BVG“ kostenlos. Die Fahrgäste können jedoch nicht selbst ein Taxi bestellen.[4][5] [Bearbeiten] FinanzenDie BVG bestreitet ihre Ausgaben neben den Fahrgeld- und sonstigen Einnahmen auch durch die öffentliche Zuwendung, deren Höhe von 2005 zu 2006 deutlich zurückgegangen ist. Der Kostendeckungsgrad ohne Berücksichtigung der Zuschüsse liegt bei 67 %.[6]
Die Daten entstammen den Geschäftsberichten der BVG der Jahre 2005–2010. [Bearbeiten] BeteiligungenDie BVG halten eine Minderheitsbeteiligung von 25,1 % am Reisebusunternehmen Busverkehr Berlin (BVB). Über den BVB ist die BVG am Fernbusverbund BerlinLinienBus beteiligt. Die Fahrdiensttocher BT Berlin Transport GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der BVG. Weitere Beteiligungen werden gehalten an der URBANIS GmbH Berlin (100,0 %), Internationale Omnibusbahnhof-Betreibergesellschaft mbH Berlin (100,0 %), NESKom Projektierungsgesellschaft Nahverkehrs-, Elektro-, Service- und Kommunikationstechnik GmbH Berlin (100,0 %), VerkehrsConsult Dresden-Berlin GmbH (VCDB) Dresden (25,1 %), Einkaufs- und Wirtschaftsgesellschaft für Verkehrsunternehmen (BEKA) mbH Köln (v), VDV – Kernapplikations GmbH & Co. KG Köln (2,6 %), Beka ebusiness GmbH Köln (10,0 %), IFB Institut für Bahntechnik GmbH Berlin (6,7 %) und der Partner für Berlin Holding Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing mbH Berlin (4,1 %).[7] [Bearbeiten] Corporate DesignNach der Vereinigung von BVG (West) und BVB (Ost) ließen sich die Berliner Verkehrsbetriebe von der Firma MetaDesign ein Corporate Design entwickeln. Dieses legt für Fahrzeuge, Haltestellen, Informations- und Leitsysteme sowie für Briefschaft das Erscheinungsbild inklusive Farben und Schriftarten und -größen fest. Dieses Corporate Design findet bis heute Anwendung und wird bei Bedarf (zum Beispiel Farben für neue Linien) entsprechend weiterentwickelt. [Bearbeiten] FarbenDie wichtigsten Farben sind wie folgt festgelegt
[Bearbeiten] SchriftDie Hausschrift der BVG ist FF Transit. Dies ist eine speziell für die Ansprüche eines Verkehrsunternehmens entwickelte Schriftart. Die gebräuchlichen Piktogramme und Signets sind als Zeichen in speziellen Zeichensätzen abgelegt. Diese für die BVG entwickelte Schriftart wird mittlerweile auch von anderen Verkehrsunternehmen in Deutschland eingesetzt. Sie basiert auf der Schriftenfamilie Frutiger des gleichnamigen Designers Adrian Frutiger und wurde von MetaDesign Anfang der 1990er Jahre für die Verwendung im Rahmen von Fahrgastinformationen überarbeitet. Die Hausschrift findet heute keine durchgängige Verwendung mehr. So zeigt das Magazin Typojournal zahlreiche „Schriftenvergehen“ auf, unter anderem bei Fahrscheinentwertern, Dienstkleidung und Stationsbeschilderungen.[8][9] [Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Sonstige: Niederbarnimer Eisenbahn | Ostdeutsche Eisenbahn | Prignitzer Eisenbahn 52.51361111111113.423333333333Koordinaten: 52° 30′ 49″ N, 13° 25′ 24″ O Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/22/12, 2:17 am |
Bilder
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