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Bezirk Lichtenberg
Lichtenberg ist der elfte[1] Verwaltungsbezirk von Berlin. Er entstand 2001 durch die Fusion der bis dahin eigenständigen Bezirke Lichtenberg und Hohenschönhausen. Hohenschönhausen und Lichtenberg waren zu DDR-Zeiten Stadtbezirke in Ost-Berlin. Alle Ortsteile des heutigen Bezirks gehören seit der Gründung von Groß-Berlin im Jahr 1920 zum Berliner Stadtgebiet, darunter der namensgebende Ortsteil Lichtenberg.
[Bearbeiten] OrtsteileDer Bezirk besteht aus zehn Ortsteilen. Die heutigen Ortsteile Lichtenberg, Friedrichsfelde, Karlshorst, Rummelsburg und Fennpfuhl gehörten bis zur Bezirksfusion 2001 zum damals eigenständigen Stadtbezirk Lichtenberg. Die heutigen Ortsteile Alt-Hohenschönhausen, Neu-Hohenschönhausen, Wartenberg, Falkenberg und Malchow bildeten von 1985 bis 2001 den eigenständigen Berliner Bezirk Hohenschönhausen.
[Bearbeiten] GeschichteDer heutige Verwaltungsbezirk Lichtenberg entstand durch Zusammenlegung von mehreren historisch lange Zeit voneinander unabhängigen Dörfern und Stadtteilen. Das eigentliche Dorf Lichtenberg, heute auch als ‚Alt-Lichtenberg‘ bezeichnet, ist nur eine dieser Siedlungen. Zu den weiteren ehemaligen Dörfern im Bezirk Lichtenberg zählen Friedrichsfelde, Hohenschönhausen, Falkenberg und Malchow. Viele Ortsteile des Verwaltungsbezirks Lichtenberg tragen die Namen dieser Dörfer. [Bearbeiten] Anfänge im 13. und 14. JahrhundertDas Dorf Lichtenberg selbst entstand im Zuge der deutschen Kolonisation des Barnim um 1230. Es wurde allerdings erst am 24. Mai 1288 urkundlich in einem Grenzvertrag erwähnt. Der erste historische Nachweis für das Dorf Rosenfelde (1699 in Friedrichsfelde umbenannt) stammt aus dem Jahr 1265. Das Dorf Wartenberg wurde 1270 erstmals in einer brandenburgischen Urkunde genannt. 1344 folgte die Nennung von Malchow in einer Schenkungsurkunde von Ludwig dem Älteren an (Markgraf von Brandenburg). Die Nennung von Henricus bilrebeke (Heinrich Billerbeck) als Pfarrer der Kirche von Hohenschönhausen im Jahr 1352 war der erste direkte Nachweis dieses späteren Ortsteils. Falkenberg wird in der Schreibung Valkenberg 1370 erstmals in einer Urkunde des Markgrafen Otto V. genannt. [Bearbeiten] Entwicklung der DörferAb 1684 ließ der Gutsbesitzer Paul von Fuchs in Malchow ein zweigeschossiges Herrenhaus, das Schloss Malchow sowie ein Brauhaus und weitere Gebäude errichten. 1783 erwarb der spätere preußische Staatsminister Otto von Voß Dorf und Gut Wartenberg. Er errichtete ein Herrenhaus mit Wirtschaftsgebäuden, die heute unter Denkmalschutz stehen.[3] Marie-Elisabeth von Humboldt, Mutter von Alexander und Wilhelm von Humboldt, erhielt 1791 das Rittergut Falkenberg. Nach ihrem Tod wurde sie in der Falkenberger Kirche beigesetzt. [Bearbeiten] Lichtenberg wird ein Berliner BezirkBei der Gründung von Groß-Berlin im Jahr 1920 wurde die Stadt Lichtenberg zusammen mit der Landgemeinde sowie dem Gutsbezirk Biesdorf, den Landgemeinden Friedrichsfelde, Kaulsdorf, Mahlsdorf, Marzahn und Hellersdorf einschließlich des Gutsbezirks Wuhlgarten zum neu gegründeten 17. Berliner Verwaltungsbezirk, der den Namen Lichtenberg erhielt. Teile der ehemaligen Gemeinde Boxhagen-Rummelsburg, die innerhalb des S-Bahnrings liegen, wurden 1938 dem Verwaltungsbezirk Friedrichshain zugeschlagen. [Bearbeiten] Jüngere Vergangenheit1965 wurden in Lichtenberg 168.897 Einwohner gezählt. Die Ortsteile Marzahn, Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf und Hellersdorf wurden 1979 ausgegliedert und als eigenständiger Verwaltungsbezirk Marzahn eingerichtet, der 1986 noch einmal geteilt wurde. In der Normannenstraße war die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit untergebracht. 2001 fusionierte Lichtenberg mit dem zuvor eigenständigen Berliner Verwaltungsbezirk Hohenschönhausen. Der so entstandene elfte Berliner Bezirk trägt weiterhin den Namen Lichtenberg. Am 23. September 2008 erhielt der Bezirk den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt. [Bearbeiten] EinwohnerentwicklungAufgeführt sind die Einwohnerzahlen des Berliner Verwaltungsbezirks Lichtenberg seit seiner Gründung im Jahre 1920 sowie in den Jahren kurz davor in den entsprechenden Gebietsgrenzen. Historisch weiter zurückreichende Einwohnerzahlen des Dorfes und der Stadt Lichtenberg vor ihrer Eingemeindung nach Berlin finden sich im Artikel über den Ortsteil Lichtenberg.
1 auf dem Territorium des erst 1920 gebildeten Berliner Verwaltungsbezirks Lichtenberg
[Bearbeiten] BevölkerungsgruppenIm Bezirk Lichtenberg haben rund 14,2 % der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Der Anteil ist im Vergleich zu den West-Berliner Bezirken sehr gering; allerdings ist es der höchste Anteil im Osten Berlins. Zusätzlich variiert die Anzahl der Migranten zwischen den verschiedenen Ortsteilen: So haben im nördlich gelegenen Hohenschönhausen nur gut 3,5 % einen Migrationshintergrund, während im südlichen Ortsteil Lichtenberg rund 25 % der Einwohner einen Migrationshintergrund aufweisen.[4] Die größten nichtdeutschen Herkunftsländer stellen die Staaten der ehemaligen Sowjetunion dar, von denen die meisten Aussiedler, bzw. Russlanddeutsche sind. Die zweitgrößte Gruppe bilden Südostasiaten, vor allem Vietnamesen. Rund 15 % der Schüler an Lichtenberger Gymnasien haben einen vietnamesischen Migrationshintergrund.[5] Des Weiteren gibt es einen vermehrten Zuzug von Menschen mit muslimischen Wurzeln. So entstammten am 30. Juni 2011 rund 8.800 Einwohner (3,3 % der Bevölkerung des Bezirks) einem muslimischem bzw. nahöstlichem Land.[6] Damit hat der Bezirk den höchsten Anteil an Muslimen im ehemaligen Berliner Osten (vgl. Marzahn-Hellersdorf: 3,0 %, Pankow: 1,5 %, Treptow-Köpenick: 1,4 %).
[Bearbeiten] Freizeit und Kultur[Bearbeiten] SportIm Bezirk Lichtenberg sind 93 Sportvereine mit 112 Standorten ansässig, das Angebot umfasst 66 Sportarten (für alle Stand November 2004). Insgesamt sind etwa 23.000 Vereinsmitglieder in Lichtenberg registriert. Zu den bekanntesten Sportvereinen im Bezirk gehören der mehrmalige deutsche Eishockey-Meister EHC Eisbären Berlin, der frühere DDR-Serienmeister im Fußball BFC Dynamo sowie der SC Berlin (Leichtathletik und Schwimmsport), die allesamt auf dem Gelände des Sportforums Hohenschönhausen beheimatet sind und früher dem SC Dynamo Berlin angehörten. Das Sportforum ist Teil des Olympiastützpunktes Berlin und war bzw. ist Trainingsstätte für zahlreiche bekannte deutsche Sportler (wie die Eisschnelllauf-Weltmeisterin Claudia Pechstein oder die ehemalige Schwimm-Welt- und -Europameisterin Franziska van Almsick). Weitere bekannte Vereine des Bezirks sind die Fußballvereine SV Lichtenberg 47 und SV Sparta Lichtenberg. [Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
[Bearbeiten] Anlagen und medizinische Einrichtungen
[Bearbeiten] TourismusZur Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der Einrichtungen der Tourismus- und tourismusnahen Wirtschaft im Bezirk besteht seit 2007 das Projekt Tourismusmarketing Lichtenberg. Es wird getragen vom Wirtschaftskreis Hohenschönhausen-Lichtenberg und kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Zu den bisher erfolgten Maßnahmen gehören Infoveranstaltungen für Touristiker, ein Promotionauftritt auf der Internationalen Tourismus-Börse Berlin 2009 und die Erstellung eines Internet-Touristenportals.[8] [Bearbeiten] Bildung[Bearbeiten] Hochschulen
[Bearbeiten] Grundschulen
[Bearbeiten] Oberschulen
[Bearbeiten] Weitere Schulen
[Bearbeiten] Bibliotheken
[Bearbeiten] Politik[Bearbeiten] WahlergebnisseWahl zur Bezirksverordnetenversammlung 2011
(vorläufiges Ergebnis) (Stimmen in %)[10]
%
40
30
20
10
0
34,2
29,3
12,0
9,2
7,5
3,7
4,2
Gewinne und Verluste
Die Politik in Lichtenberg war lange durch eine absolute Mehrheit der PDS in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) bestimmt. Lichtenberg war auch einer der drei Bundestagswahlkreise, die die PDS bei der Bundestagswahl 2005 direkt gewinnen konnte. Kritiker argumentieren, die starke Position der PDS in Lichtenberg begründe sich in der noch aus DDR-Zeiten stammenden Sozialstruktur. So war zum Beispiel das Ministerium für Staatssicherheit in Lichtenberg ansässig, in dessen Umfeld eine große Zahl seiner Mitarbeiter wohnte. Im Jahr 2005 stellte die PDS 32 der 55 Sitze in der Bezirksverordnetenversammlung. Es folgten die SPD mit 13 und die CDU mit acht Sitzen. 2001 zog die FDP mit zwei Sitzen erstmals in die Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ein. Bei der Wahl zur BVV am 17. September 2006 verlor die PDS (nun: Linkspartei.PDS) neun Sitze und damit ihre absolute Mehrheit, blieb jedoch stärkste Fraktion. Zweitstärkste Fraktion wurde die SPD mit 17 Sitzen. Auch die CDU verlor drei Sitze. Die NPD erreichte drei Sitze in der BVV. Die Grünen kamen mit drei Abgeordneten in das Bezirksparlament. Die FDP konnte ihre zwei Sitze erfolgreich verteidigen. Die WASG erreichte zwei Sitze. [Bearbeiten] BürgerbeteiligungSeit 2005 gibt es einen Bürgerhaushalt, der erstmals für das Haushaltsjahr 2007 aufgestellt wurde.[11] Am 17. September 2006 fand mit der Wahl auch der erste Bürgerentscheid Berlins auf Bezirksebene statt. Konkret konnten die Wahlberechtigten Lichtenbergs über die Fusionspläne der drei südlichen Gymnasien des Bezirks abstimmen. Eingebracht wurde der Bürgerentscheid von Eltern, Schülern und Lehrern des Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasiums, die eine geplante Fusion mit dem Immanuel-Kant-Gymnasium ablehnten und alternativ eine Fusion zwischen Immanuel-Kant-Gymnasium und Georg-Forster-Gymnasium bewirken wollten. Der letztere Vorschlag wurde dann umgesetzt, auch wenn das Ergebnis des Bürgerentscheids etwas widersprüchlich war. Dies wird mit der komplizierten Formulierung der zur Auswahl stehenden Alternativen zurückgeführt. [Bearbeiten] VerkehrIm Bezirk Lichtenberg liegen der Fern- und Regionalbahnhof Lichtenberg sowie die Regionalbahnhöfe Hohenschönhausen und Karlshorst. Im Nahverkehr ist der Bezirk durch die Berliner S- und U-Bahn sowie mehreren Straßenbahn- und Omnibuslinien erschlossen. Der größte Teil des Berliner Straßenbahnnetzes befindet sich in Lichtenberg. In der Siegfriedstraße gibt es darüber hinaus einen Betriebshof für Straßenbahn und Omnibus, der bis 1973 den einzigen Berliner O-Busfuhrpark beherbergte. Durch den Bezirk führt eine der längsten Straßen Berlins, die Landsberger Allee (zu DDR-Zeiten Leninallee). Sie war bis zur Bezirksfusion 2001 die Grenze zwischen dem Bezirk Lichtenberg (südlich der Straße) und Hohenschönhausen (nördlich der Straße). Ein längeres Teilstück der Bundesstraße Bundesstraße 1B 1/B 5, die den Bezirk in Ost-West-Richtung durchquert, ist die Straße Alt-Friedrichsfelde. [Bearbeiten] WappenDas Wappen des Bezirks Lichtenberg wurde nach der Fusion der ehemaligen Bezirke Lichtenberg und Hohenschönhausen neugestaltet. Während der Name für den Bezirk schnell feststand, zog sich der Prozess der Wappenfindung knapp über fünf Jahre hin. Es gab bereits 2004 einen Entwurf, der den heraldischen Anforderungen durch den Senatsbeauftragten nicht genügte und deshalb überarbeitet werden musste. Das quergeteilte Schild zeigt im oberen Feld Elemente aus dem ehemaligen Bezirkswappen Lichtenbergs und im unteren Feld Elemente aus dem Bezirkswappen Hohenschönhausens. Das obere Feld mit der Sonne hinter dem Berg verweist auf die erhöht gelegene helle Lichtung, die dem Bezirk den Namen gab. Das untere Feld mit den drei Ähren symbolisiert die mit dem Bezirk Hohenschönhausen eingebrachten drei historischen Dörfer Malchow, Wartenberg und Falkenberg. Das Blau des unteren Feldes greift das blaue Wellenband des alten Lichtenberger Wappens auf und verweist damit auf die Lage am Rummelsburger See und dem Spreeufer. Das Grün und die Bäume im oberen Feld sind Ausdruck des Waldreichtums. Blasonierung: „Das obere grüne Feld des geteilten Schildes zeigt einen silbernen Berg, der zu beiden Seiten jeweils mit einem kleinen silbernen Hügel verbunden ist. Hinter dem Berg zeigt sich eine wachsende goldene strahlende Sonne. Die Sonne wird von zwei silbernen Laubbäumen mit schwarzen Ästen und schwarz-silbernem Stamm begleitet, die auf den kleinen Hügeln stehen. Im unteren blauen Feld befinden sich nebeneinander drei schwebende goldene Ähren, die Mittlere etwas tiefer. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.“[12] Die Mauerkrone ist dabei das verbindende Element aller Berliner Bezirke. Das seitdem gültige Wappen wurde am 28. Februar 2006 durch den Senat verliehen. [Bearbeiten] StädtepartnerschaftenDer Bezirk Lichtenberg unterhält Partnerschaftsbeziehungen mit
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Weblinks[Bearbeiten] Einzelnachweise
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Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/22/12, 2:27 am |
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