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Bezirk Pankow
Pankow [ˈpaŋkoː] ist der dritte[1] Verwaltungsbezirk von Berlin. Bis zur Verwaltungsreform im Jahr 2001 gab es einen kleineren Bezirk Pankow. Dieser wurde mit den damaligen Bezirken Prenzlauer Berg und Weißensee zum jetzt bevölkerungsreichsten der Berliner Bezirke fusioniert.
[Bearbeiten] GeografiePankow liegt im Nordosten Berlins und grenzt an die Bezirke Lichtenberg, Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Reinickendorf sowie an die Landkreise Oberhavel und Barnim in Brandenburg. Der Bezirk liegt nahezu vollständig auf der eiszeitlich gebildeten Hochfläche des Barnim, die hier eben bis flachwellig ausgebildet ist. Zum größten Teil besteht die Landschaft aus Grundmoränenflächen. Entlang der Panke zieht sich auch ein Sander von Norden nach Süden zum Berliner Urstromtal. [Bearbeiten] Ortsteile und OrtslagenDer Bezirk Pankow unterteilt sich in dreizehn Ortsteile:
Der Bezirk ist sehr unterschiedlich besiedelt. Zwei Drittel der Bevölkerung des Bezirks leben in den drei größten Ortsteilen: Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee. Prenzlauer Berg ist der am fünftdichtesten besiedelte Ortsteil Berlins, während Blankenfelde und Stadtrandsiedlung Malchow die zwei am dünnsten besiedelten Ortsteile der Stadt sind. Diese zwei Ortsteile stellen gemeinsam fast ein Fünftel der Fläche des Bezirks dar, haben aber weniger als ein Prozent der Bevölkerung des Bezirks. Nach Neukölln und Kreuzberg ist Prenzlauer Berg der bevölkerungsreichste Ortsteil Berlins. [Bearbeiten] GeschichteBei der Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920 wurde aus den folgenden bis dahin zum Landkreis Niederbarnim gehörenden Gebieten der 19. Verwaltungsbezirk von Berlin gebildet:
Der Westteil der Landgemeinde Rosenthal einschließlich Wilhelmsruh kam zum Bezirk Reinickendorf. Nach seinem bevölkerungsreichsten Ortsteil erhielt der Bezirk den Namen Pankow. Das Pankower Rathaus wurde auch Sitz des Bezirksbürgermeisters und der Bezirksverordnetenversammlung. 1930 wurde der Bezirk Pankow mit der Eröffnung der Streckenabschnitts Schönhauser Allee – Vinetastraße von der Berliner U-Bahn erreicht. 1938 kam es in Berlin zu einer Reform der Bezirksgrenzen. Das Gebiet westlich der Nordbahn an der Wollankstraße wurde vom Bezirk Pankow in den Bezirk Wedding umgegliedert. Der Bezirk Reinickendorf gab sein östlich der Nordbahn gelegenes Gebiet, bestehend aus Wilhelmsruh sowie der südlich anschließenden Waldsteg-Siedlung, an den Bezirk Pankow ab. Außerdem kam es zu kleineren Änderungen der Grenze zum Bezirk Prenzlauer Berg an der Bornholmer Straße und der Wisbyer Straße. Die Einwohnerzahl des Bezirks wuchs durch die Grenzänderungen um 1.629 Bewohner und die Fläche des Bezirks vergrößerte sich um 81 Hektar.[4] Die ehemalige Grenze zwischen den Bezirken Pankow und Reinickendorf wird noch heute durch den Übergang der Hauptstraße in die Kopenhagener Straße mit dem Abspannwerk Wilhelmsruh als erstem Gebäude an der Kopenhagener Straße markiert. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Bezirk Pankow am 22. April 1945 von sowjetischen Streitkräften eingenommen und gemäß der Erklärung von Jalta dem Sowjetischen Sektor von Berlin zugeordnet. Ab Oktober 1949 war Pankow als Stadtbezirk von Ost-Berlin de facto Bestandteil der DDR, unabhängig vom strittigen Status der Stadt bis 1990. Nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 wurde der genaue Verlauf der Bezirksgrenze entlang der Nordbahn bedeutsam. Die S-Bahnhöfe Wilhelmsruh und Schönholz lagen trotz ihres Namens auf West-Berliner Gebiet und waren vom Bezirk Pankow aus nicht mehr zugänglich. Der S-Bahnhof Wollankstraße lag zwar auf dem Boden des Bezirks Pankow, sein östlicher Zugang wurde aber ebenfalls gesperrt. Der Bahnhof blieb von West-Berlin aus zugänglich. 1985 wurden die Ortsteile Karow, Heinersdorf und Blankenburg in den damaligen Stadtbezirk Weißensee umgegliedert, der seinerseits einen Großteil seines Gebiets an den neuen Bezirk Hohenschönhausen abgab. Mit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde der Bezirk Pankow Teil des Bundeslandes Berlin. Am 16.September 2000 wurde die U-Bahnlinie 2 von der Vinetastraße bis zum Bahnhof Berlin-Pankow verlängert. Zum 1. Januar 2001 wurde der Bezirk Pankow im Rahmen der Berliner Bezirksreform mit den Bezirken Weißensee und Prenzlauer Berg zusammengeschlossen. Der neue Großbezirk erhielt nach längeren Auseinandersetzungen auf Beschluss seiner Bezirksverordnetenversammlung wieder den Namen Pankow. [Bearbeiten] DDR-RegierungssitzIm westdeutschen Sprachgebrauch wurde der metonymische Begriff „Pankow“ verwendet, wenn die DDR-Führung gemeint war. Das liegt daran, dass von 1949 das Schloss Schönhausen Sitz des Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck, war. Bis 1964 war es Amtssitz des Staatsoberhaupts, des Vorsitzenden des Staatsrates. Zusammen mit dem nahegelegenen Majakowskiring bildete es eines der politischen Zentren der DDR. Nach der innerdeutschen Annäherung nach 1974 rückte er aber im Sprachgebrauch in den Hintergrund. Lediglich 1983 wurde der Begriff mit dem Lied Sonderzug nach Pankow von Udo Lindenberg aufgefrischt. [Bearbeiten] PolitikWahl zur Bezirksverordnetenversammlung 2011
(vorläufiges Ergebnis) (Stimmen in %)[5]
%
30
20
10
0
28,1
20,9
18,5
13,9
10,2
2,0
6,4
Gewinne und Verluste
Volksvertretung des Bezirks ist die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow von Berlin. [Bearbeiten] Bezirksbürgermeisterdes früheren Bezirks Pankow vor der Verwaltungsreform 2001
[Bearbeiten] Bezirksbürgermeister des Großbezirkes Pankownach der Verwaltungsreform 2001, bestehend aus den früheren Bezirken Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee
[Bearbeiten] BevölkerungDer Frauenanteil liegt im Bezirk bei 50,5 % gegenüber 49,5 % Männeranteil. Für den gesamten Bezirk wird ein Ausländeranteil von 6,9 % genannt, wobei dieser Anteil je nach Ortsteil stark schwankt.[6] [Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung 1920–2000
[Bearbeiten] Verkehr[Bearbeiten] IndividualverkehrDer Straßenverkehr im Bezirk wird geprägt durch die drei radial vom Stadtzentrum nach Norden bzw. Nordosten verlaufenden Bundesstraßen B 96a (Schönhauser Allee /Berliner Straße), B 109 (Prenzlauer Allee /Prenzlauer Promenade), die am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf in die Bundesautobahn 114 mündet, und die B 2 (Greifswalder Straße /Berliner Allee). Von großer Bedeutung für den Straßenverkehr sind auch die beiden Ringstraßen: Danziger Straße (innerhalb des S-Bahnringes) und Ostseestraße – Wisbyer Straße – Bornholmer Straße (außerhalb des S-Bahnringes). [Bearbeiten] StraßenbahnDas Straßenbahnnetz im Bezirk folgt im Wesentlichen den im Abschnitt Straßenverkehr beschriebenen Hauptstraßen. Daneben gibt es noch eine von Südwesten nach Nordosten verlaufende Ergänzungslinie. Die aus der Schönhauser Allee nach Norden verlaufende Straßenbahnlinie verästelt sich im Ortsteil Pankow in drei Zweige. Die Linienführung in der Berliner Allee verlässt den Bezirk Pankow ostwärts in Richtung des Bezirks Lichtenberg. Die Strecke in der Berliner Allee wurde im Herbst 2005 saniert und mit lärmschluckendem Rasengleis sowie neuen Haltestellen ausgerüstet. [Bearbeiten] S-Bahn/RegionalbahnIm Bezirk Pankow liegt fast der gesamte nördliche Teil des Ostringes der Ringbahn mit den S-Bahnhöfen Storkower Straße, Landsberger Allee, Greifswalder Straße, Prenzlauer Allee und Schönhauser Allee. An dem auf der Grenze zum Ortsteil Gesundbrunnen des Bezirks Mitte gelegenen Bahnhof Bornholmer Straße teilen sich die von Süden kommenden Linien in die Strecken Richtung Oranienburg/Hennigsdorf (die Preußische Nordbahn) und Bernau auf. Auf der Grenze zum Bezirk Reinickendorf liegen die Bahnhöfe Wollankstraße, Schönholz und Wilhelmsruh, wobei sich die beiden zuletzt genannten Stationen auf Reinickendorfer Gebiet befinden. An der nach Nordosten führenden Stettiner Bahn liegen die Bahnhöfe Pankow, Pankow-Heinersdorf, Blankenburg, Karow und Buch. Am Bahnhof Berlin-Karow beginnt die Regionalbahn-Linie NB27 (Heidekrautbahn) der Niederbarnimer Eisenbahn nach Groß Schönebeck beziehungsweise Wensickendorf. [Bearbeiten] U-BahnIm Bezirk Pankow gibt es fünf U-Bahnhöfe der Linie U2, und zwar im Ortsteil Prenzlauer Berg die Bahnhöfe Senefelderplatz, Eberswalder Straße und Schönhauser Allee sowie im Ortsteil Pankow die Bahnhöfe Vinetastraße und Pankow. Dabei sind die Bahnhöfe Schönhauser Allee und Pankow Umsteigebahnhöfe zur S-Bahn. [Bearbeiten] RadfernwegePankow ist in das Netz der Radfernwege eingebunden. So verläuft der Radfernweg Berlin-Usedom von der Museumsinsel entlang der Schönhauser Allee, biegt dann in die Schwedter Straße ab und führt durch den Mauerpark und den Schlosspark Pankow und weiter nach Karow und Buch. Entlang der Bezirksgrenze zwischen Pankow und dem Bezirk Reinickendorf und dem Ortsteil Wedding vom Bezirk Mitte, die dem früheren Grenzverlauf der DDR entspricht, verläuft der Berliner Mauerweg. [Bearbeiten] SehenswürdigkeitenZu den sehenswerten Gebäuden im Ortsteil Pankow gehören das Rathaus Pankow vom Beginn des 20. Jahrhunderts und das Schloss Schönhausen in Niederschönhausen. Pankow gilt als grüner Bezirk, dabei sind der Bürgerpark, der Schlosspark und der Volkspark Schönholzer Heide besonders zu erwähnen. In Prenzlauer Berg sind im älteren Bereich zwischen Prenzlauer und Schönhauser Allee breite Bürgersteige mit Cafés und Kneipen trotz der dichten Bebauung sehenswert. Bemerkenswert sind die Großsiedlungsbauten aus den 1920er Jahren, die im Gegensatz zu den Mietskasernen das neue Bauen ihrer Zeit dokumentieren. Besonders gilt dies für die Wohnstadt Carl Legien, die von Bruno Taut projektiert wurde und zusammen mit fünf anderen Berliner Siedlungen Weltkulturerbe der UNESCO ist. Im Ortsteil Weißensee bildet der Park am Weißen See mit dem fast kreisrunden Weißen See, dem größten natürlichen Gewässer im Bezirk, einen Anziehungspunkt. Im Ortsteil Weißensee liegt auch der größte Jüdische Friedhof Europas. Siehe auch: Liste der Sehenswürdigkeiten im Bezirk Pankow [Bearbeiten] Sonstige BauwerkeAuf einem Feld im Norden Pankows, Ortsteil Buch, (mit den Geo-Koordinaten: 52° 38′ 54″ N, 13° 26′ 40″ O52.64833333333313.444444444444) befindet sich die einzige Windkraftanlage Berlins, die mit 180 Metern Höhe das höchste Bauwerk Pankows ist. [Bearbeiten] WappenDas Wappen entspricht nach Prüfung des Landesarchivs Berlin den heraldischen sowie historischen Erfordernissen und wird wie folgt beschrieben:
Die Suche für ein Wappen des Bezirks Pankow fand am 28. Juli 2009 ihr Ende. Im Bezirk erfolgte die Entscheidung durch die Bezirksverwaltung nach Empfehlung durch die Wappenkommission. Nach der Verwaltungsreform 2001 ging der ehemalige kleinere Bezirk Pankow in den Großbezirk Pankow auf. Ende 2006 wurde die Auseinandersetzung um den Bezirksnamen beendet und am 1. Oktober 2007 folglich zur Wappenfindung aufgerufen. Am 30. April 2008 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung, den Heraldiker Jörg Mantzsch mit der Gestaltung zu beauftragen, der mehrere Entwürfe nach vorgegebenem Inhalt zur Entscheidung vorlegte. Nach einigen Diskussionen zwischen dem Bezirksamt und dem ausführenden Heraldiker gab das Pankower Bezirksamt am 24. Februar 2009 den beschlossenen Entwurf bekannt.[10] Die offizielle Verleihung des Wappens durch den Senat des Landes Berlin erfolgte am 28. Juli 2009.[11] Das Wappen des alten Bezirks Pankow wurde im Rahmen der 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 verliehen. Es greift Elemente der ehemaligen Landgemeinde Pankow auf und zeigte „in silbernem Schild zwei gekreuzte und durch ein silbernes Band zusammengehaltene goldene Getreidegarben auf grünem Boden. In die Garben ist aufrecht ein goldener Rechen, schräg rechts ein goldener Dreschflegel und schräg links eine Sense mit blauem Blatt gesteckt. Alle drei Geräte haben einen roten Stiel. Die Garben sind belegt mit zwei gestürzten und schräg gekreuzten blauen Spaten mit roten Stielen“. Im Rahmen der Bezirksreform wurde das Wappen zunächst um ein dreitürmige Mauerkrone ergänzt, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist. Die Mauerkrone ist das verbindende Element aller Berliner Bezirke. [Bearbeiten] Partnerschaften
[Bearbeiten] Sonstiges
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks[Bearbeiten] Einzelnachweise
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Blankenburg | Blankenfelde | Buch | Franz. Buchholz | Heinersdorf | Karow | Niederschönhausen | Pankow | Prenzlauer Berg | Rosenthal | Siedl. Malchow | Weißensee | Wilhelmsruh Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/22/12, 2:29 am |
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