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Bundesgartenschau
BUGA 2011: Landschaftspark vor der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz mit Blick auf die Bergstation der Rheinseilbahn
Die Bundesgartenschau (BUGA) ist eine deutsche Ausstellung zum Gartenbau, in die auch Themenbereiche wie Landschaftsarchitektur einfließen. Sie findet in einem Zweijahresturnus in verschiedenen deutschen Städten statt, dabei alle zehn Jahre als Internationale Gartenbauausstellung (IGA). Parallel existieren auch die Landesgartenschauen der Bundesländer.
[Bearbeiten] KonzeptNeben Bundesbehörden und den ausrichtenden Städten ist heute die 1993 gegründete Deutsche Bundesgartenschau GmbH (DBG) beteiligt, hinter ihr stehen der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG), der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) und der Bund deutscher Baumschulen (BdB). Die Schirmherrschaft einer Bundesgartenschau wird vom jeweiligen Bundespräsidenten übernommen. Im Rahmen einer Bundesgartenschau finden in den jeweiligen Städten mit hohem Budget umfangreiche Freiraumplanungen und -umgestaltungen statt, die regionalen Entwicklungszielen dienen sollen. Oft entsteht dabei ein völlig neues Bundesgartenschau-Gelände, das über einen Zeitraum von mehreren Monaten Millionen Besucher anzieht. Die Bundesgartenschau war bisher in elf Bundesländern vertreten. Die Bundesgartenschau fand 2005 in München auf dem Gelände des neuen Stadtteils Messestadt Riem und 2007 in Gera und Ronneburg statt. Die BUGA ’07 war die erste, deren Veranstaltungsorte sich auf zwei Städte verteilten, was sich im Ergebnis als Erfolg herausstellte. Bei diesen Gartenschau-Arealen handelte es sich um den Hofwiesenpark in Gera und die Neue Landschaft Ronneburg, womit zur Renaturierung der Uranerzabbauregion beigetragen wurde. Die BUGA ’09 fand im Zeitraum vom 23. April bis 11. Oktober 2009 in Schwerin statt. Im Jahr 2011 folgte Koblenz (siehe auch nachfolgende Liste), damit hat das Bundesland Rheinland-Pfalz seine erste BUGA ausgerichtet. Danach wurde nur in den Bundesländern Bremen, Saarland, Sachsen und Schleswig-Holstein noch keine Bundesgartenschau ausgerichtet. [Bearbeiten] GeschichteGärtnerische Ausstellungen haben jahrhundertealte Tradition, bisweilen als kurzfristige Öffnung privater Gärten.[1] Eine erste Internationale Land- und Gartenbauausstellung fand in Erfurt vom 9. bis 17. September 1865 statt. Am 6. September 1876 wurde in Anwesenheit von Kaiserin Augusta eine Allgemeine Deutsche Gartenbau-Ausstellung im Augustapark des Erfurter Steigers eröffnet, die bis zum 17. September 1876 dauerte.[2] Für das Jahr 1887 ist eine Internationale Gartenbauausstellung in Dresden nachzuweisen, für die ein Hamburger Staatspreis ob der Bedeutung der Ausstellung gestiftet worden war.[3] Die Ausstellung fand in Anwesenheit von Heinrich Gustav Reichenbach statt, einem weltweit anerkannten Botaniker und seit 1863 Direktor des Botanischen Gartens Hamburg.[4] Im Jahr 1896 wurde wiederum in Dresden eine II. Internationale Gartenbauausstellung ausgerichtet, aus deren Anlass der Städtische Ausstellungspalast eröffnet wurde.[5] 1900 setzte man dort ob solcher Tradition die Ausstellungsreihe mit der Großen Deutschen Gartenbauausstellung fort.[6] Schließlich kam es 1907 zur III. Internationalen Gartenbauausstellung wiederum in Dresden.[7] Im gleichen Jahr fand zudem in Mannheim eine Große Gartenbauausstellung statt.[8][9] Zwischenzeitlich richtete der Mainzer Gartenbau-Verein im Jahr 1901 die Allgemeine Deutsche Gartenbauausstellung aus[10] und in Altona folgte 1914 zum 250. Jahrestag von Altona und der Befreiung von Dänischer Herrschaft die Deutsche Gartenbauausstellung.[11] Die beiden vorgenannten Ausstellungen wurden unter maßgeblicher Beteiligung von Ferdinand Tutenberg veranstaltet. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges fanden in den 1920er Jahren (Weimarer Republik) drei überregional ausgerichtete Gartenschauen – seinerzeit als Gartenbau-Ausstellungen bezeichnet – statt, mit zum Teil internationaler Beteiligung und überaus positiver Resonanz in der Öffentlichkeit:
[Bearbeiten] ReichsgartenschauDas nationalsozialistische Regime versuchte bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges, das positive Image der vorausgegangenen Ausstellungen mit Reichsgartenschauen (offizieller Name Reichsausstellungen des deutschen Gartenbaues) propagandistisch für seine Zwecke zu nutzen (daher auch die erneute Wahl von Dresden und Essen als Austragungsorte):
[Bearbeiten] NachkriegszeitDie heutige Bundesgartenschau ist jedoch ein Kind der bundesrepublikanischen Nachkriegsgeschichte: 1949 fand in Landau in der Pfalz die Südwestdeutsche Gartenschau (SÜWEGA) statt, 1950 folgte Stuttgart mit der Deutschen Gartenschau[14] und 1951 schließlich gilt als das Jahr der ersten heutigen Bundesgartenschau mit der Bundesgartenschau 1951 in Hannover. Von Mai bis Oktober 1952 fand allerdings noch eine schlicht gehaltene 2. Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung (Gruga) in Essen statt. Angesichts von Bundes- und Landesgartenschauen führte Essen dann keine Gruga mehr durch, veranstaltete dann allerdings 1965 eine BUGA (siehe unten). Die höchste Besucherzahl einer BUGA erreichte die IGA in München 1983[15] mit 11,5 Millionen Besuchern, davon bis zu 250.000 an einem Tag.[16] Die bisher zweithöchste Zahl an Besuchern hatte die Bundesgartenschau 1975 in Mannheim mit 8,1 Millionen Besuchern und war bis dahin erfolgreichste BUGA. [17] Nach der mit 7,3 Mio. Besuchern sehr erfolgreichen Internationale Gartenbauausstellung 1993 in Stuttgart [18] gingen die Besucherzahlen der folgenden Ausstellungen stark zurück. Bis 2011 blieben die Besucherzahlen jeweils unter 3 Millionen. Erst die die Bundesgartenschau 2011 in Koblenz übertraf diese Marke und zählte bis zu ihrem Ende am 16. Oktober 2011 insgesamt 3.558.274 Besucher,[19] die damit den Besucherrekord einer Bundesgartenschau seit Einführung des elektronischen Zählsystems 1997 hält.[20] [Bearbeiten] BUGA-Städte
[Bearbeiten] Kritik an Gartenschauen ab 1980"Gartenschauen" sind mit Steuermitteln kofinanzierte Leistungsschauen der Gartenbau-Industrie und ihrer Verbände. Sie sollen als touristische Attraktion dienen und Besucher in die veranstaltenden Städte locken. Dazu werden oft umfassende Maßnahmen zur Beseitigung von Spontanvegetation und so genanntem "verwildertem Grün" ergriffen. Aber auch intakte Alleen und erhaltenswerter Baumbestand werden beseitigt, um Platz für Wege, Beete, Aktionsflächen oder Zusatzattraktionen wie temporäre Schwebebahnen zu schaffen. Während der Ausstellung, oft aber schon während langer Umbauphasen sind die Anwohner von ihren Naherholungsanlagen durch Absperrungen ausgeschlossen. Die Gartenschauen richten sich ausschließlich an ein zahlungkräftiges Publikum. Bereits 1980 veröffentlichte der Deutsche Werkbund angesichts der Bundesgartenschau in Kassel 1981 die Broschüre "Durch Pflege zerstört", die in Bild und Text detailliert aufzeigte, wie die historische Karlsaue in Kassel für die Schau hergerichtet, beschädigt und entstellt wurde. Der Soziologe und Nationalökonom Lucius Burckhardt forderte bereits damals zum Umdenken auf: Nach dem Zweiten Weltkrieg argumentierte er, trugen Gartenschauen dazu bei, den Städten ihre Parks wieder zu geben oder sie instand zu setzen, inzwischen aber, gebe es kaum mehr "stadtnahe Freiflächen, die in Parks verwandelt werden können", das Resultat bestehe darin, dass "einstmals brauchbare Parks zu reich instrumentiert und in deshalb nur mehr beschaubare Parks verwandelt werden."[26] Im Zuge der Vorbereitungen der igs Hamburg-Wilhelmsburg, die 2013 rund 2,5 Millionen Besucher anlocken soll, wurden nach einem Bericht der "Harburger Anzeigen und Nachrichten" bislang 2228 Bäume gefällt und 4197 laufende Meter Heckenbewuchs entfernt. Zur Anlage einer Lärmschutzwand wurde zudem eine 2860 Quadratmeter große Feuchtwiese trocken gelegt. Hamburg gibt insgesamt 70 Million Euro für die igs aus. Allein für die Anlage von nur währden der Gartenschau genutzten 2500 Parkplätzen wird ebenfalls dauerhaft Natur zerstört. Und selbst die Ausgleichsmaßnahmen im Osten der Elbinsel zerstören nochmals intakte Biotope, da dort Feuchtgebiete und Wiesen umgestaltet werden, um Platz für Baumpflanzungen zu schaffen. [27] [28] Auch an Planung und Vorbereitung der Landesgartenschau Gießen 2014 gibt es massive Kritik und Proteste von Bürgern. Befürchtet wird, dass wiederum etliche Bäume gefällt werden und ein Erholungsgebiet zerstört wird.[29] [Bearbeiten] Weblinks[Bearbeiten] Einzelnachweise
Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/22/12, 3:24 am |
Bilder
Quelle: Flickr. Twitter
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Quelle: Youtube. |




























































