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DAX
Der DAX, ursprünglich für Deutscher Aktienindex[1], ist der wichtigste deutsche Aktienindex. Er spiegelt die Entwicklung der 30 größten und umsatzstärksten, an der Frankfurter Wertpapierbörse gelisteten Unternehmen wider (sog. Blue Chips) und wird seit dem 21. Juni 1999 nur noch anhand der Xetra-Werte ermittelt. Zunächst war der DAX nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den anderen etablierten deutschen Aktienindizes gedacht. Inzwischen hat er diese an Bekanntheit hinter sich gelassen und ist als Leitindex für den deutschen Aktienmarkt national und international etabliert. Der DAX wurde gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsen-Zeitung entwickelt und am 1. Juli 1988 eingeführt. Er setzt den Index der Börsen-Zeitung fort, für den die Geschichte bis 1959 zurückgeht. Für den 31. Dezember 1987 ist er auf 1.000 Indexpunkte normiert worden. Der DAX wird sowohl als Performance- als auch als Kursindex veröffentlicht. Übliche Konvention ist, dass unter der umgangssprachlichen Bezeichnung DAX der Performanceindex verstanden wird. Anders z. B. der EURO STOXX 50 Aktienindex europäischer Standardwerte, bei dem üblicherweise vom Kursindex die Rede ist. Beim Performanceindex werden die Dividenden aus den im DAX enthaltenen Titeln in den Index reinvestiert, während sie beim Kursindex unberücksichtigt bleiben. DAX ist ein Produkt und eingetragene Marke der Deutsche Börse AG.[2]
[Bearbeiten] Weitere DAX-IndizesIm Frühjahr 1994 wurde der sogenannte DAX 100 eingeführt. Dieser Index sollte die Wertentwicklung der 100 liquidesten Werte des Aktienmarkts dokumentieren. Mit Einführung des MDAX 1996 umfasste er die 30 Werte des DAX und die 70 des MDAX. Durch die Änderung des MDAX auf 50 Werte trat an die Stelle des DAX 100 der HDAX. Der CDAX umfasst dagegen alle in Frankfurt gehandelten Aktien. Der SDAX umfasst 50 kleinere Werte hinter dem MDAX. Als sogenannten Strategy Indice gibt es u. a. den ShortDAX. Er ist umgekehrt proportional zur Entwicklung des DAX und ermöglicht so Anlegern, die nur Long-Positionen eingehen können, die Partizipation an negativen Kursentwicklungen. Verliert beispielsweise der DAX 5 %, dann legt der ShortDax um eben soviel Prozent zu. Dadurch haben z. B. Indexanbieter die Möglichkeit, ein Produkt zu offerieren, das leicht nachvollziehbar negative Entwicklungen des DAX berücksichtigt und dem „Käufer“ Möglichkeiten eröffnet, auch an negativen Kursentwicklungen teilzuhaben. Daneben gibt es auch Branchenindizes wie seit 2007 den ÖkoDAX für Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien oder Strategieindizes wie den DivDAX für dividendenstarke Unternehmen. Zu den wichtigsten deutschen Indizes gehört auch der TecDAX, der 30 der größten Technologiewerte beinhaltet. Die implizite Volatilität, also die erwartete Schwankungsbreite des DAX für den Zeitraum der nächsten 30 Tage misst der VDAX-NEW, ein ebenfalls von der Deutschen Börse AG veröffentlichter Volatilitätsindex. Sein Vorgänger, der VDAX, gibt die implizite Volatilität des DAX über 45 Tage auf Grundlage eines anderen methodischen Ansatzes an. Beide Volaindizes werden in annualisierter Form notiert. Die Eurex bietet Optionen (ODAX) und Futures (FDAX) auf den DAX an. [Bearbeiten] Berechnung
DAX-Kurstafel in der Frankfurter Wertpapierbörse
Zur Indexberechnung, die auf der Indexformel von Étienne Laspeyres basiert, werden Kurse von ausgewählten Aktien der DAX-Gesellschaften unterschiedlich gewichtet. Es zählt hierbei nur die Marktkapitalisierung der sich in Streubesitz befindlichen Aktien (d. h. alle Aktien, die sich nicht im Besitz eines Eigentümers befinden, der über 5 % der Aktien besitzt). Ist das Kapital einer Gesellschaft in mehrere Aktientöpfe (z.B. Stammaktie und Vorzugsaktie) unterteilt, so wird die in der Berechnung zu berücksichtigende Aktienart anhand der Liquidität bestimmt; hierbei werden auch Sonderfälle berücksichtigt, so wie 2011/2012 die zum Umtausch gehandelten Aktien der Deutsche Börse AG. Der Index basiert auf den Kursen des elektronischen Handelssystems Xetra. Seine Berechnung beginnt börsentäglich ab 9:00 Uhr MEZ/MESZ, sobald für alle 30 DAX-Unternehmen eine Kursnotierung vorliegt, spätestens jedoch um 9:03 Uhr. Solange für einzelne Aktien keine Eröffnungskurse vorliegen, werden die jeweiligen Schlusskurse des Vortages zur Berechnung herangezogen. Er endet mit den Kursen der Xetra-Schlussauktion, die um 17:30 Uhr MEZ startet. Bis zum 31. Dezember 2005 wurde der DAX so im 15-Sekunden-Takt berechnet, seit 1. Januar 2006 jede Sekunde. Vor Handelsbeginn und nach der Schlussauktion berechnet die Deutsche Börse AG minütlich den L/E-DAX (Late/Early DAX). Er ist ein Indikator für die Marktentwicklung außerhalb der Xetra-Handelszeiten, Basis für die Berechnung sind die Preise von Xetra Frankfurt. Der L/E-DAX entspricht in seiner Zusammensetzung dem DAX und wird börsentäglich von 8:00 Uhr bis 9:00 Uhr, sowie zwischen 17:45 Uhr und 20:00 Uhr berechnet. Der L/E-DAX ist der Nachfolger des L-DAX (Late DAX), der 2003 als Indikator für die Marktentwicklung nach Xetra-Handelsschluss eingeführt worden war. Seit dem 1. Juni 2011 nimmt die Deutsche Börse den Handel schon um 8:00 Uhr auf, sodass nun auch eine Early-Indikation für den Dax berechnet wird. Noch wichtiger als der L/E-DAX ist allerdings der X-DAX, der börsentäglich von 8:00 Uhr bis 9:00 Uhr und von 17:45 Uhr bis 22:00 Uhr berechnet wird. Basis sind die Preise der an der Terminbörse Eurex gehandelten DAX-Future mit der geringsten Restlaufzeit sowie die offiziellen Euribor-Zinssätze der EZB. Der X-DAX ist ein relativ sicherer vor- und nachbörslicher Indikator für die DAX-Entwicklung, da die US-Märkte vollständig zeitlich abgedeckt werden. [Bearbeiten] Unternehmen im DAX[Bearbeiten] AuswahlkriterienDamit ein Unternehmen in den DAX aufgenommen wird, muss es im Prime Standard gelistet sein, fortlaufend in Xetra gehandelt werden und mindestens einen Streubesitz von 10 % aufweisen. Außerdem muss das Unternehmen einen Sitz in Deutschland haben oder den Schwerpunkt seines Handelsumsatzes an Aktien in Frankfurt und einen Sitz in der EU haben. Als Sitz des Unternehmens kann sowohl der juristische Sitz als auch das operative Hauptquartier, also der Sitz der Geschäfts- beziehungsweise Verwaltungsführung gelten. Unter den Unternehmen, welche diese Grundvoraussetzungen erfüllen, erfolgt die weitere Auswahl anhand folgender zwei Merkmale:
Eine Anpassung des DAX findet nach folgenden vier Regeln statt:
Nur jeweils zum ordentlichen Anpassungstermin im September werden alle vier Regeln angewendet. Die Fast-Exit- und Fast-Entry-Regel finden dagegen auch an den außerordentlichen Anpassungsterminen im März, Juni und Dezember Anwendung. Außerordentliche Aktualisierungen werden außerdem im Fall von Insolvenzen eines Unternehmens vorgenommen oder falls ein Unternehmen die anfangs genannten Grundvoraussetzungen nicht mehr erfüllt. Zudem kann in Ausnahmefällen, wie zum Beispiel kurzfristig angekündigte Übernahmen oder signifikante Veränderung des Freefloat, der Vorstand der Deutsche Börse AG in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes von diesen Regeln abweichen. [Bearbeiten] GewichtungDie Werte im DAX werden entsprechend ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichtet. Maßgeblich ist also nicht der gesamte Börsenwert oder das gesamte Kapital eines Unternehmens, sondern nur der Wert der frei handelbaren Aktien (engl. free float) der im DAX vertretenen Aktiengattung. Festbesitz, das ist der Besitz von Großaktionären, welche 5 % oder mehr dieser Aktien halten, bleibt für die Gewichtung unberücksichtigt. Zum Festbesitz zählen auch eigene Aktien, welche das herausgebende Unternehmen selbst hält, unabhängig von der Höhe des Anteils. Aufgrund von Änderung beim Aktienbesitz, aber vor allem aufgrund von Kursveränderungen ändert sich die tatsächliche Streubesitz-Marktkapitalisierung fortwährend. Die Gewichtung wird dabei bei jeder sekündlichen Neuberechnung des DAX auf Basis der aktuellen Kurse ebenfalls neu berechnet. Änderungen des Streubesitz-Anteils werden dagegen von der Deutschen Börse nur zu den vierteljährlichen Anpassungsterminen erfasst und fließen erst dann in die Gewichtung ein. Dies führte zu Situationen, in denen sich ein Aktienkurs in Echtzeit einem veränderten Freefloat anpasst, dem aber in der Gewichtung erst zeitverzögert entgegenwirkend Rechnung getragen wird. Auf die Kapriolen der Volkswagen Stammaktie hin führte die Deutsche Börse im November 2008 zusätzliche Regeln ein, um derartigen extremen Verzerrungen entgegenzuwirken. Ein Wert kann demnach zwischen Anpassungsterminen aus dem Index genommen werden, falls seine Gewichtung 10 % überschreitet und die historische 30-Tages-Volatilität des Aktienkurses 250 % übersteigt.[3] [Bearbeiten] ZusammensetzungDie Tabelle zeigt alle Unternehmen im DAX (Stand: 31. Dezember 2011).[4]
[Bearbeiten] ZusammensetzungshistorieSeit der Einführung des DAX am 1. Juli 1988 wurden zahlreiche Anpassungen an seiner Zusammensetzung vorgenommen. Ursprünglich waren folgende Werte Bestandteil des Index, die mit * gekennzeichneten Unternehmen sind bis heute ununterbrochen im DAX vertreten, die mit (*) gekennzeichneten Aktiengesellschaften sind durch Nachfolgeunternehmen bis heute ununterbrochen im DAX vertreten:
Ausgehend von dieser anfänglichen Zusammensetzung wurden folgende Veränderungen vorgenommen:[5]
[Bearbeiten] Geschichte[Bearbeiten] RückrechnungDer DAX wird von der Deutschen Börse seit dem 1. Juli 1988 berechnet und startete bei 1.163,52 Punkten. Die Indexbasis liegt bei 1.000,00 Punkten per 31. Dezember 1987. Da Investoren nicht nur an der aktuellen Performance des Deutschen Aktienindex Interesse haben, sondern auch an der historischen, wurde dieser 1988 von Frank Mella, damals Redakteur bei der Börsen-Zeitung und Erfinder des DAX, auf täglicher Basis exemplarisch bis 1959 zurückgerechnet. Mella verkettete den DAX am 30. Dezember 1987 mit den 30 Aktienwerten im Index der Börsen-Zeitung (BZ-Index), der wiederum aus einer Verknüpfung mit den 24 Werten im Hardy-Index des Bankhauses Hardy & Co. zum 1. April 1981 hervorgegangen ist und bis zum 28. September 1959 zurückreicht. Anders als im DAX und im BZ-Index berücksichtigte der Hardy-Index keine Dividenden. Hardy- und BZ-Index wurden viermal am Tag (um 12:00 Uhr, 12:30 Uhr, 13:00 Uhr und 13:30 Uhr) ermittelt. Die von Mella erzeugte Zeitreihe wird von der Deutschen Börse als offizielle Rückrechnung des DAX verwendet. Längerfristige Rückrechnungen des Deutschen Aktienindex stützen sich vor allem auf den Index des Statistischen Bundesamtes, von dem bis 1948 zurückreichende monatliche Kurse zur Verfügung stehen und den Aktienindex des Statistischen Reichsamtes, der von 1922 bis 1943 ermittelt wurde.[13][14] [Bearbeiten] IndexentwicklungAm 20. Juni 1985 schloss der DAX rechnerisch mit 1.007,18 Punkten erstmals über der Marke von 1.000 Punkten. Am 19. Oktober 1987 verbuchte der Index einen Tagesverlust von 9,39 Prozent. Grund war der Schwarze Montag an der New York Stock Exchange, als der Wert des Dow Jones Industrial Average um 22,6 Prozent einbrach. Am Montag, den 16. Oktober 1989, erlitt der DAX den größten Tagesabsturz seiner Geschichte. Er brach um 12,81 Prozent ein. Am Freitag zuvor war in den USA die Finanzierung der Fluggesellschaft UAL gescheitert. Am 19. August 1991 verbuchte der DAX einen Tagesverlust von 9,40 Prozent. Es war eine Reaktion auf den später gescheiterten Putsch gegen den sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow. Am 20. März 1998 schloss der Index mit 5.001,55 Punkten zum ersten Mal über der Marke von 5.000 Punkten. Am 7. März 2000 erreichte der DAX mit 8.136,16 Punkten im Handelsverlauf und mit 8.064,97 Punkten auf Schlusskursbasis seine bis dahin höchsten Werte. Diese wurden erst mehr als sieben Jahre später, im Sommer 2007, übertroffen. Nach dem Platzen der Spekulationsblase im Technologiesektor (Dotcom-Blase) sank der DAX bis zum 12. März 2003 auf einen Schlussstand von 2.202,96 Punkten. Tiefer schloss der Index letztmals am 24. November 1995. Das war ein Rückgang um 72,7 Prozent gegenüber seinem Höchststand vom 7. März 2000. Der 12. März 2003 markiert den Wendepunkt der Talfahrt. Ab dem Frühjahr 2003 war der DAX wieder auf dem Weg nach oben. Im Sommer 2007 konnten die bis dahin höchsten Stände vom März 2000 übertroffen werden: Am 16. Juli 2007 wurde mit 8.105,69 Punkten zunächst ein neuer Höchstwert beim Schlussstand erzielt, während bereits am 13. Juli 2007 im Handelsverlauf mit 8.151,57 Punkten das alte Allzeithoch übertroffen wurde.[15] Seit dem Tiefststand im März 2003 beträgt der Gewinn 267,9 Prozent. Im Dezember 2007 waren erstmals die 30 größten deutschen börsennotierten Konzerne mehrheitlich im Besitz ausländischer Investoren. Gegenüber 2005 ist ihr Anteil um 20 auf nunmehr 53 Prozent gestiegen.[16] Im Verlauf der internationalen Finanzkrise, die im Sommer 2007 in der US-Immobilienkrise ihren Ursprung hatte, begann der DAX wieder zu sinken. Ab Herbst 2008 wirkte sich die Krise zunehmend auf die Realwirtschaft aus. In Folge brachen die Aktienkurse weltweit ein. Am 9. Oktober 2008 schloss der DAX mit 4.887,00 Punkten erstmals seit dem 4. November 2005 unter der Grenze von 5.000 Punkten. Am 13. Oktober 2008 erlebte der DAX mit 11,40 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.[17] Zwei Wochen später, am 28. Oktober 2008, beendete der Index den Handel 11,28 Prozent höher als zum Vortagsschluss. Es war eine Reaktion auf die Rettungspläne der US-Regierung für die US-amerikanische Finanzbranche. Einen neuen Tiefststand erzielte der Index am 6. März 2009, als er den Handel mit 3.666,41 Punkten beendete. Seit dem Allzeithoch vom 16. Juli 2007 entspricht das einem Rückgang um 54,8 Prozent. Der 6. März 2009 bedeutete das Ende der Talfahrt. Ab dem Frühjahr 2009 war der DAX wieder auf dem Weg nach oben. Bis zum 2. Mai 2011 stieg er um 105,3 Prozent auf einen Schlussstand von 7.527,64 Punkten. Die Abschwächung der globalen Konjunktur und die Verschärfung der Staatsschuldenkrise im Euroraum führten zu einem Kurseinbruch des deutschen Leitindex. Am 12. September 2011 beendete der DAX den Handel bei 5.072,33 Punkten. Der Verlust seit dem Höchststand am 2. Mai 2011 beträgt 32,6 Prozent. Eine Erholung der Kurse führte zu Wertsteigerungen am Aktienmarkt. Am 16. März 2012 schloss der Index bei 7.157,82 Punkten und damit um 41,1 Prozent höher als sechs Monate zuvor.[18]
Durchschnittliche Entwicklung des DAX in den einzelnen Monaten von 1959 bis 2009[19]
[Bearbeiten] Short Squeeze der VW-Aktie 2008Zu Schwankungen besonderer Art kam es Ende Oktober 2008, als sich Porsche in einem anderen Markt – dem für Derivate – das Recht gesichert hatte, bei Ausübung erstandener Call-Optionen auf VW St. über die absolute Mehrheit des Stimmrechts bei VW zu verfügen.[20] Als dies Porsche vier Tage vor der Veröffentlichung des Quartalergebnisses von VW bekannt gab, führte das in den Folgetagen zu einem heftigen short squeeze. Allein deswegen schnellte der DAX in die Höhe – der fair value der DAX future contracts jedoch nicht. Porsche übte seine Optionen aber nicht aus, sondern realisierte einen Spekulationsgewinn von mehr als 6 Mrd. Euro durch Barausgleich. Finanzinvestoren, die der Automobilindustrie gegenüber bearish eingestellt waren und bereits am Donnerstag der Woche davor Daimlers interim report mitverfolgt hatten, wurden dadurch in eine Klemme getrieben.[21] Zu diesem Zeitpunkt war die Stammaktie von VW die meist Leerverkaufte im DAX. Am 28. Oktober 2008 überschritt sie zeitweise die 1.000-Euro-Marke und erreichte eine gesamte Marktkapitalisierung, die die des weltgrößten Unternehmens ExxonMobil übertraf. Durch diese außerordentliche short covering rallye erhöhte sich die Gewichtung der Aktie im DAX 30 von ursprünglich 5,88 % im September auf 27,22 % zu Handelsschluss am 28. Oktober 2008.[22] An diesem Tag kündigte Dow Jones bereits an, den Streubesitz der VW St. Aktie in seinen Indizes zum freitäglichen Handelsbeginn hin auf 37,32 Prozent herabzusenken.[23] Auch die Deutsche Börse handelte zum Stichtag 3. November 2008, indem sie eine außerordentliche DAX-Indexneugewichtung vornahm und dabei eine Kappungsgrenze von zehn Prozent für die Aktie der Volkswagen AG einführte. Damit wurde am Streubesitz nichts geändert, sondern das Gewicht der Volkswagenaktie im DAX bei zehn Prozent abgeriegelt.[24] Dies gilt es zu beachten, weil aktuell 20 % der enthaltenen Werte 48,8 % des DAX 30 ausmachen. [Bearbeiten] HöchstständeDer DAX-Performanceindex (mit Dividenden) erreichte seinen absolut höchsten Stand im Handelsverlauf (Allzeithoch) am 13. Juli 2007 bei 8.151,57 Punkten. Den bisher höchsten Tagesschlusswert erzielte er am 16. Juli 2007 bei 8.105,69 Punkten.[18] Der DAX-Kursindex (ohne Dividenden) schloss am 7. März 2000 mit 6.266,15 Punkten auf einem Allzeithoch.[25] [Bearbeiten] MeilensteineDie Tabelle zeigt die Meilensteine des bis 1959 zurückgerechneten DAX.[26]
DAX mit Rückrechnung seit 1. Januar 1960 (bis 1. April 1981 nur Kursindex) (lineare Skala)
DAX mit Rückrechnung seit 1. Januar 1960 (bis 1. April 1981 nur Kursindex) (logarithmische Skala)
[Bearbeiten] Die besten TageDie Tabelle zeigt die besten Tage des bis 1959 zurückgerechneten DAX.[26]
[Bearbeiten] Die schlechtesten TageDie Tabelle zeigt die schlechtesten Tage des bis 1959 zurückgerechneten DAX.[26]
[Bearbeiten] Jährliche EntwicklungDer DAX wurde bis 1981 als Performanceindex (mit Dividenden) und bis 1948 als Kursindex (ohne Dividenden) zurückgerechnet. Die Zeitreihe basiert auf einer Verkettung des DAX mit dem BZ-Index (1981-1986), dem Hardy-Index (1959-1980) und dem Aktienindex des Statistischen Bundesamtes (1948-1958). Frühere Daten stammen von Professor Richard Stehle, Institut für Bank-, Börsen- und Versicherungswesen, Humboldt-Universität zu Berlin. Stehle hat die Aktienrendite derjenigen Unternehmen berechnet, welche im DAX-Performanceindex enthalten gewesen wären, wenn es das Börsenbarometer bereits ab 1937 gegeben hätte.[13][27] Das beste Jahr in der Geschichte des DAX war rechnerisch 1949 mit einem Gewinn von 152,13 Prozent, gefolgt von 1951 mit einem Plus von 115,41 Prozent und 1954 mit einem Gewinn von 82,59 Prozent. Das schlechteste Jahr war 1948 mit einem Verlust von 87,35 Prozent, gefolgt von 2002 mit einem Minus von 43,94 Prozent und 2008 mit einem Verlust von 40,37 Prozent. Der Zeitraum von 1948 bis 1954 ist geprägt von der Währungsreform und dem Wirtschaftswunder, der Zeitraum seit 2000 vom Platzen der Dotcom-Blase und den Auswirkungen der Finanzkrise ab 2007. Die Tabelle zeigt die jährliche Entwicklung des bis 1937 zurückgerechneten deutschen Aktienindex DAX.[28][29]
[Bearbeiten] BullenmärkteDer längste Bullenmarkt des DAX dauerte zwischen 2003 und 2007 insgesamt 1.587 Tage. Der Bullenmarkt mit dem größten Gewinn ereignete sich ebenfalls zwischen 2003 und 2007. Investoren gewannen in dieser Zeit mit Aktien 267,9 Prozent. Seit 1959 gab es 17 zyklische Bullenmärkte mit einer durchschnittlichen Dauer von 689 Tagen. Der durchschnittliche Gewinn lag bei 95,7 Prozent.[26][30] Bullenmärkte sind nach einer Definition des US-amerikanischen Analysehauses Ned Davis Research Kursgewinne des DAX von mindestens 30 Prozent nach Ablauf von 50 Tagen oder ein Anstieg des Index um 13 Prozent nach Ablauf von 155 Tagen.[31]
[Bearbeiten] BärenmärkteDer längste Bärenmarkt des DAX dauerte zwischen 1964 und 1967 insgesamt 868 Tage. Der Bärenmarkt mit dem größten Verlust ereignete sich zwischen 2002 und 2003. Investoren verloren in dieser Zeit mit Aktien 59,7 Prozent. Seit 1959 gab es 16 zyklische Bärenmärkte mit einer durchschnittlichen Dauer von 519 Tagen. Der durchschnittliche Verlust lag bei 35,0 Prozent.[26] Bärenmärkte sind nach einer Definition von Ned Davis Research Kursverluste des DAX von mindestens 30 Prozent nach Ablauf von 50 Tagen oder ein Rückgang des Index um 13 Prozent nach Ablauf von 145 Tagen.[31]
[Bearbeiten] DAX und Dow Jones im VergleichFast alle bedeutenden Aktienindizes (Dow Jones, S&P 500, Nikkei 225, FTSE 100, SMI, CAC 40, Hang Seng) sind Kursindizes, Dividendenzahlungen und Bezugsrechtserlöse sind nicht enthalten. Dadurch sind sie nicht für eine langfristige Bewertung der Performance, im Gegensatz zum DAX aber für eine langfristige Betrachtung der Kursentwicklung der beinhalteten Aktien geeignet. Der Deutsche Aktienindex DAX ist dagegen ein Performanceindex. In die Berechnung fließen neben den Kursen auch die Dividenden- und Bonuszahlungen ein. Ein Vergleich der Performance mit dem DAX ist deshalb international nur über die Wertentwicklung von Performanceindizes wie dem Dow Jones Industrial Average Total Return Index (DJITR) möglich. Beide Indizes starteten im Jahr 1987. Die Performance des DJITR war seitdem besser als beim DAX. Der DJITR stieg zwischen dem 31. Dezember 1987 (1.956,03 Punkte) und dem 31. Dezember 2011 (22.666,87 Punkte) um 1.058,8 Prozent. Die durchschnittliche Jahresrendite liegt bei 10,8 Prozent.[32] Der DAX stieg im selben Zeitraum von 1.000,00 Punkten auf 5.898,35 Punkte (489,8 Prozent). Die durchschnittliche Jahresrendite beträgt 7,7 Prozent.[18][29] Damit die Wertentwicklung des DAX international auch mit Kursindizes vergleichbar ist, wird von der Deutschen Börse seit Ende 1987 der DAX-Kursindex (DAXK) berechnet. Bei einem langfristigen Vergleich mit dem Dow Jones Industrial Average (DJI) war die Wertentwicklung des US-Index besser als beim DAXK. Der US-amerikanische Leitindex stieg zwischen dem 31. Dezember 1987 (1.938,83 Punkte) und dem 31. Dezember 2011 (12.217,56 Punkte) um 530,1 Prozent. Die durchschnittliche Jahresrendite liegt bei 8,0 Prozent.[33] Der DAX-Kursindex stieg im selben Zeitraum von 1.000,00 Punkten auf 3.346,06 Punkte (234,6 Prozent). Die durchschnittliche Jahresrendite beträgt 5,2 Prozent.[25][34] Da in den Performanceindex die Dividenden- und Bonuszahlungen eingerechnet werden, weist dieser im Zeitablauf höhere Werte auf als der Kursindex. Die Differenz zwischen DAX und DAXK nimmt mit steigender Entfernung vom Basiszeitpunkt ständig zu. Ohne die Einbeziehung der Dividenden läge der DAX Ende 2011 um 2.552,29 Punkte oder 43,3 Prozent niedriger. Die folgende Übersicht vergleicht die jährliche Entwicklung des DAX und Dow Jones Industrial Average jeweils als Performanceindex (mit Dividenden) und als Kursindex (ohne Dividenden) seit 1987.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] WeblinksIndexstand tagaktuell
Dokumentationen
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Unternehmen im DAX
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