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Einwohnerentwicklung von Berlin
Die Einwohnerentwicklung von Berlin ist von der wechselvollen Geschichte Berlins geprägt. In Berlin lebten am 30. November 2011 nach amtlicher Bevölkerungsfortschreibung 3.499.879 Einwohner auf einer Fläche von 891,82 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Stadt betrug 3.924 Einwohner pro Quadratkilometer. Der durchschnittliche Berliner im Jahr 2004 war 41,7 Jahre alt. Das entspricht einer Erhöhung von 2,5 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Ende 2010 lebten rund 457.800 Einwohner mit ausländischem Pass aus 190 Staaten in Berlin. Das entspricht rund 13,5 Prozent. Insgesamt wohnen rund 41.000 Bürger aus dem nächstgelegenen Nachbarland, Polen, sowie rund 105.000 Türken in Berlin. [1] Berlin hat außerhalb der Türkei die größte türkische Gemeinde in Europa. 2006 erhielten nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg 8186 Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit. Laut dem Statistischen Landesamt (2010) sind 60 Prozent der Berliner nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft, 23 Prozent evangelische Christen, 9 Prozent Katholiken und 8 Prozent Mitglied der islamischen Gemeinde.
[Bearbeiten] EinwohnerentwicklungUm 1220 hatte Berlin schätzungsweise 1.200 Einwohner. In Cölln lebten etwa die gleiche Anzahl von Menschen. Bis 1300 stieg die Bevölkerung der beiden Städte auf rund 4.000 (Berlin 2.600 und Cölln 1.400). Im Mittelalter und am Anfang der Neuzeit verzeichnete die Doppelstadt wegen der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder starke Bevölkerungsverluste und im Ergebnis nur ein langsames Wachstum der Bevölkerung. Eine besonders gravierende Zäsur bildete dabei der Dreißigjährige Krieg (1618–1648), der die Bevölkerung Berlins und Brandenburgs erheblich dezimierte. Seitdem betrieben die brandenburgischen Kurfürsten und preußischen Könige eine gezielte Immigrationspolitik zur Förderung sowohl des Bevölkerungswachstums als auch der wirtschaftlichen Entwicklung des rückständigen Landes. Diese Politik beeinflusste über Jahrhunderte Bevölkerungszahl und -mischung Berlins. 1688 lebten in beiden Städten rund 20.000 Menschen. Mit der am 1. Januar 1710 erfolgten Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt stieg die Bevölkerungszahl der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin auf etwa 55.000. Im Jahre 1747 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, was sie zur Großstadt machte. Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte dann ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Von 1850 bis zum Ersten Weltkrieg erlebte die Stadt einen starken Zuzug aus den preußischen Ostprovinzen. 1877 hatte Berlin bereits mehr als eine Million Einwohner. Nach der Volkszählung von 1895 waren es schon knapp 1,7 Millionen, von denen 12.000 polnisch, 700 russisch und knapp 2.000 eine andere slawische Sprache als Muttersprache nannten. Insgesamt gaben rund 23.000 Einwohner (1,35 %) eine fremde Muttersprache und nahe 5.000 deutsch und eine fremde an. Knapp 27.000 Berliner (1,6 %) waren Ausländer, die meisten davon aus Österreich-Ungarn (13.000) und Russland (4.000).[2] Bei der Volkszählung vom 5. Dezember 1917 wurde eine ortsanwesende Gesamtbevölkerung von 1.744.085 Personen ermittelt. Darunter waren nach Angaben der Volkswirtschaftlichen Abteilung des Kriegsernährungsamtes 58.152 Militärpersonen und 4.017 Kriegsgefangene. Zwischen 1913 und 1917 sank die Bevölkerungszahl um 16 Prozent. Im Dezember 1919 lebten in Berlin 1,928 Millionen Menschen. Mit der Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin verdoppelte sich die Einwohnerzahl am 1. Oktober 1920 sprunghaft auf 3,9 Millionen. Die neue Stadtgemeinde vergrößerte sich in der Fläche auf das Dreizehnfache: von 66,93 auf 878,1 km². 811,17 km² mit 1,9 Millionen Menschen waren aus der damaligen Provinz Brandenburg an die neue Stadtgemeinde gekommen; das waren zwei Prozent des Territoriums, jedoch fast 44 Prozent der Bevölkerung Brandenburgs. Die neue Fläche entsprach damit fast der Größe der Insel Rügen (926,4 km²). Berlin war 1920 zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt der Welt nach Los Angeles und nach der Einwohnerzahl – hinter London und New York – zur drittgrößten Stadt der Erde geworden. Folgende Gemeinden über 10.000 Einwohner wurden 1920 mit Berlin zusammengeschlossen (in Klammern die Einwohnerzahl der Volkszählung vom 8. Oktober 1919): Charlottenburg (322.766), Neukölln (262.127), Berlin-Schöneberg (175.092), Berlin-Lichtenberg (144.643), Berlin-Wilmersdorf (139.406), Spandau (95.474), Berlin-Steglitz (83.366), Berlin-Pankow (57.923), Berlin-Lichterfelde (47.213), Berlin-Weißensee (45.037), Berlin-Friedenau (43.833), Berlin-Reinickendorf (41.263), Berlin-Tempelhof (34.363), Köpenick (32.583), Berlin-Treptow (30.701), Berlin-Oberschöneweide (25.612), Berlin-Friedrichsfelde (24.399), Berlin-Mariendorf (20.699), Berlin-Tegel (20.590), Zehlendorf (20.557), Berlin-Niederschönhausen (18.906), Friedrichshagen (14.844), Berlin-Britz (13.477), Adlershof (12.655), Berlin-Lankwitz (12.397), Berlin-Schmargendorf (11.583) und Berlin-Wittenau (10.190). Bis 1942 wuchs die Bevölkerung Berlins auf einen Höchststand von 4,478 Millionen, sank dann aber, bedingt durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung der Stadt, bis 1978 um 32,1 Prozent auf einen Tiefststand von 3,039 Millionen. Der Bevölkerungsverlust in den Jahren 1950 bis 1961 wurde vor allem durch Abwanderungen aus Ost-Berlin verursacht. Während West-Berlin einen Zuwachs von 2,3 Prozent verzeichnete, sank in Ost-Berlin die Einwohnerzahl um 11,3 Prozent. Diese sogenannte „Abstimmung mit den Füßen“ war Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Ost-Berliner. Seit 1978 verzeichnete die Stadt wieder einen Anstieg um etwa 462.000 auf rund 3,500 Millionen Einwohner im November 2011. [Bearbeiten] Von 1220 bis 1688(jeweiliger Gebietsstand) Die Einwohnerzahlen von 1220 bis 1688 sind Schätzungen. Vor der Vereinigung 1710 wurden Berlin und Cölln immer zusammen gerechnet.
[Bearbeiten] Von 1709 bis 1822(jeweiliger Gebietsstand) Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse und beziehen sich auf die „Ortsanwesende Gesamtbevölkerung“, das heißt einschließlich der Garnison.[10] Die erste bekannte Volkszählung fand in Berlin 1709 statt. Danach wurde in unregelmäßigen Abständen gezählt, ab 1746 jährlich und ab 1822 alle drei Jahre.
¹ Kriegsjahre, in denen die Garnison nicht, oder nur zum Teil anwesend war (1756–1762: Siebenjähriger Krieg, 1778: Bayerischer Erbfolgekrieg und 1805–1810: Napoleonische Kriege) [Bearbeiten] Von 1825 bis 1919(jeweiliger Gebietsstand) Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter. Die Angaben beziehen sich bis 1831 und ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, sowie von 1834 bis 1867 auf die „Zollabrechnungsbevölkerung“.
¹ Volkszählungsergebnis [Bearbeiten] Von 1920 bis 1949(jeweiliger Gebietsstand) Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter. Die Angaben beziehen sich ab 1920 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“ und ab 1925 auf die Wohnbevölkerung. Eine realitätsnähere Einschätzung der Bevölkerungsentwicklung im Zweiten Weltkrieg ergeben die Ergebnisse der Verbrauchergruppenstatistiken, die aus den Daten der Lebensmittelzuteilungen gewonnen wurden und 1953 vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wurden[11] Nach der Großen Verbrauchergruppenstatistik umfasste die versorgte Zivilbevölkerung in Berlin Anfang Februar 1940 4,2066 Millionen Personen, Anfang Februar 1941 3,9422 Millionen, Anfang Februar 1942 3,9465 Millionen, Anfang Februar 1943 4.1117 (davon 0,2235 Millionen Ausländer) und Anfang Februar 1944 3,1095 Millionen (davon 0,1765 Millionen Ausländer). Nach der weniger exakten Kleinen Verbrauchergruppenstatistikm wurden Anfang Februar 1943 in Berlin 3.958.294 zur Zivilbevölkerung gerechnete Personen versorgt, Ende August 1943 3.686.200, Anfang Februar 1944 3.143.311, Ende August 1944 2.774.282, Anfang Dezember 1944 2.836.661. Aufschlussreich für die immensen Wanderungsverluste Berlins im Rahmen des Zweiten Weltkriegs sind die Nachkriegsvolkszählungen vom 29. Oktober 1946 und vom 13. September 1950. Bei diesen wurde der Wohnsitz der Befragten am 1. September 1939 erfragt – wobei nach diesem Tag geborene Kinder dem Wohnort des Vaters bzw. bei Halbwaisen oder unehelichen Kindern der Mutter zugeordnet wurden.[12] Bei der Zählung 1946 wurden demnach in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands 436.600 Personen gezählt, die 1939 zu Kriegsbeginn in Berlin gewohnt hatten,[13] in der Sowjetischen Besatzungszone 306.823, davon 134.427 in Brandenburg und 74.091 in Sachsen-Anhalt.[14] Bei der Zählung 1950 wurden, nach derselben Definition, in dem aus den westlichen Besatzungszonen entstandenen Bundesgebiet 518.218 Personen mit Wohnsitz 1939 in Berlin gezählt, davon 112.216 in Niedersachsen, 109.858 in Nordrhein-Westfalen, 91.854 in Bayern, 58.263 in Hessen, 58.156 im späteren Baden-Württemberg. [13]
¹ Volkszählungsergebnis [Bearbeiten] Ab 1950(jeweiliger Gebietsstand) Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Hauptwohnsitze).
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg [Bearbeiten] Bevölkerungsprognose[Bearbeiten] Prognosen der Bertelsmann-StiftungIn ihrem 2006 publizierten „Wegweiser Demographischer Wandel 2020“, in dem die Bertelsmann Stiftung Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2.959 Kommunen in Deutschland liefert, wird für Berlin ein Rückgang der Bevölkerung zwischen 2003 und 2020 um 0,5 Prozent (15.941 Personen) vorausgesagt.[15] In den ersten Jahren des Prognosezeitraums stieg die Bevölkerungszahl entgegen der Prognose deutlich an. In einer neuen Prognose aus dem Jahr 2009 für den Zeitraum 2006–2025 prognostiziert die Bertelsmann-Stiftung bis 2020 einen Anstieg, danach eine Schrumpfung. In den Jahren bis 2010 stieg die Bevölkerung deutlich stärker als in der Prognose vorhergesagt. Der Stützzeitraum dieser Prognose sind die Jahre 2003 bis 2006. In einer neuen Prognose von 2011 geht die Bertelsmann-Stiftung nun von einem durchgehenden, sich abschwächenden Bevölkerungswachstum bis 2030 aus.
Quelle: Bertelsmann Stiftung
Quelle: Bertelsmann Stiftung
Quelle: Bertelsmann Stiftung [Bearbeiten] Prognose der Senatsverwaltung für StadtentwicklungDie Bevölkerungsprognose aus dem Jahre 2008 wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erstellt. Darin wird ein Rückgang der Bevölkerung von Berlin zwischen 2007 und 2030 in der Basisvariante um 1,1 Prozent vorausgesagt, in der Variante „Wachstum“ ein Anstieg um 2,9 Prozent und in der Variante „Schrumpfung“ ein Rückgang um 5,1 Prozent. Die aktuelle Bevölkerungsentwicklung liegt noch über dem Szenario „Wachstum“. Absolute Bevölkerungsentwicklung 2006–2030 - Prognose für Berlin (Hauptwohnsitze):[16]
Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Die aktuelle Prognoserechnung 2007 – 2030 für Berlin weist für das Jahr 2030 eine Bevölkerungszahl von 3,476 Mio. Personen aus. Das sind ca. 60.000 Personen mehr als zu Beginn des Prognosezeitraumes (2007: 3,416 Mio.), die vor allem aus der Zuwanderung nach Berlin resultieren.[17] [Bearbeiten] Prognose 12. Koordinierte BevölkerungsvorausberechnungDas statistische Bundesamt hat für alle Bundesländer im Jahr 2008 eine Bevölkerungsvorausberechnung in zwei Szenarien bis zum Jahr 2060 gemacht. Die Prognose ist jährlich, zur besseren Übersicht wird sie hier aber nur in 5-Jahres-Schritten angegeben. Absolute Bevölkerungsentwicklung 2009–2060 – Prognose für Berlin (Hauptwohnsitze):[18]
Quelle: Statistisches Bundesamt; DESTATIS [Bearbeiten] BevölkerungsstrukturDie Tabelle zeigt die Struktur der melderechtlich mit Hauptwohnsitz in Berlin registrierten Bevölkerung.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg [Bearbeiten] Ausländische BevölkerungDie Tabelle zeigt die größten Gruppen der melderechtlich mit Hauptwohnsitz in Berlin registrierten Ausländer.[1]
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg [Bearbeiten] AltersstrukturDie folgende Übersicht zeigt die Altersstruktur von Berlin zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Hauptwohnsitze laut Melderegister). Hierbei ist zu beachten, dass sich die Einwohnerzahl laut Melderegister wegen unterschiedlicher Berechnungsmethoden von der amtlich fortgeschriebenen Bevölkerungszahl unterscheidet. Letztere lag 2004 mit 3.387.828 Einwohnern um 54.720 Personen über der melderechtlich registrierten Einwohnerzahl.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg [Bearbeiten] VerwaltungsbezirkeDie folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Bezirke Berlins vom 30. November 2011.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg [19] [Bearbeiten] LiteraturFür spätere Bevölkerungszahlen dienen als Quellen:
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/22/12, 11:04 pm |
Bilder
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