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Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) ist eine überregionale deutsche Abonnement-Tageszeitung. Die FAZ (Eigenschreibweise F.A.Z.) hat die Rechtsform einer GmbH. Sie gehört mehrheitlich (zu 93,7 Prozent) der Fazit-Stiftung.[1] Die verkaufte Auflage beträgt 355.260 Exemplare.[2] Die Zeitung hat die höchste Auslandsverbreitung aller deutschen Zeitungen, sofern von Boulevardblättern abgesehen wird. Die Linie der Zeitung wird nicht von einem Chefredakteur, sondern von den fünf Herausgebern kollegial bestimmt.
[Bearbeiten] GeschichteGründungsherausgeber der FAZ waren Hans Baumgarten, Erich Dombrowski, Karl Korn, Paul Sethe und Erich Welter. Einige Redakteure der FAZ arbeiteten zuvor schon bei der 1943 verbotenen Frankfurter Zeitung und bei der Allgemeinen Zeitung in Mainz.[3] Die erste Ausgabe der Zeitung erschien am 1. November 1949.[4] Auf der Titelseite dieser Ausgabe hieß es unter der zweckmäßigen Überschrift „Zeitung für Deutschland“: „Unsere Leser haben heute die erste Nummer der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘ vor sich. Dieses Blatt setzt die journalistische Arbeit fort, die in Mainz mit der ‚Allgemeinen Zeitung‘ begonnen worden ist. Aber es knüpft zugleich den Anfang zu einem neuen Werk.“[5] Nach eigener Darstellung sieht sich die Zeitung jedoch nicht als direkte Nachfolgerin der Frankfurter Zeitung. So konnte man in der ersten Ausgabe lesen: „Aus der Tatsache, daß einige unserer Mitarbeiter früher der Redaktion der ‚Frankfurter Zeitung‘ angehört haben, ist vielfach geschlossen worden, hier werde der Versuch gemacht, die Nachfolgeschaft dieses Blattes anzutreten. Eine solche Annahme verkennt unsere Absichten. Wie jeder, so haben auch wir die hohen Qualitäten dieses Blattes bewundert; … Aber der Respekt vor einer hervorragenden Leistung bedeutet noch nicht den Wunsch, sie zu kopieren.“[6] Der Titel Frankfurter Zeitung wurde jedoch von der FAZ für sich markenrechtlich geschützt.[7] Erst Jahre später wurde die Marke FAZ geschützt.[8] Noch bis zum 30. September 1950 wurde die FAZ in Mainz gedruckt. Danach erfolgte der Druck in Frankfurt durch die Druckerei der Frankfurter Rundschau.[9] Die Macher der FAZ (und ihre Leser) wehrten sich lange Zeit gegen eine Überarbeitung des eher schlichten, ruhigen Erscheinungsbildes. Titelbilder in der FAZ blieben traditionell die Ausnahme und die Einführung farbiger Informationsgrafiken und Fotografien wurde kontrovers diskutiert. Seit dem 5. Oktober 2007 erscheint die Zeitung in einer optisch überarbeiteten, moderneren Aufmachung: Es entfielen dabei unter anderem die Fraktur-Überschriften über den Kommentaren sowie die Linien zwischen den einzelnen Spalten. Die erste Seite erhielt ein farbiges Titelbild, wie auch die Abbildungen im Innenteil der Zeitung nach Möglichkeit farbig gehalten sind. Kästen mit zunehmend kürzeren Erläuterungen zu einzelnen Stichwörtern werden häufiger eingesetzt. Damit reagierte das Herausgebergremium auf anhaltende Auflagenverluste.[10] Seit dem 20. April 2011 ist die FAZ auch als ePaper auf dem iPad verfügbar. [Bearbeiten] ProfilDie FAZ verfügt mit 41 Auslandskorrespondenten über eines der größten Korrespondentennetzwerke der Welt. In größeren Metropolen (Brüssel (4), Johannesburg (1), London (4), Madrid (2), Moskau (2), New York (3), Paris (2), Peking (2), Rom (2), Washington (2), Wien (2)) gibt es zum Teil mehrere spezialisierte Auslandskorrespondenten für Politik, Wirtschaft und Feuilleton. Im Inland unterhält die F.A.Z (ausgenommen Rhein-Main-Zeitung) Redaktionsbüros in Berlin, Bonn, Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Kassel, Leipzig, München, Stuttgart und Wiesbaden. Die FAZ verkaufte im Zuge der Konzentration auf die Kernkompetenz im September 2005 ihre Buchverlage Kösel-Verlag und Deutsche Verlags-Anstalt mit dem Manesse Verlag an Random House. 2006 stieß die FAZ Buch- und Zeitschriftenverlag den Kunstbuchverlag Prestel ab. Nach wie vor erscheinen FAZ-Bücher im so genannten FAZ-Institut. [Bearbeiten] WettbewerberWichtigste überregionale deutsche Konkurrenzblätter sind die Süddeutsche Zeitung, Die Welt und die Frankfurter Rundschau. Regionaler Wettbewerber ist neben der Frankfurter Rundschau auch die der Fazit-Stiftung gehörende Frankfurter Neue Presse, die im Umland von Frankfurt unter verschiedenen lokalen Kopfblättern erscheint. [Bearbeiten] Gesellschaftliche WirkungDie FAZ spielt in vielen gesellschaftspolitischen Diskussionen eine meinungsbildende Rolle und löste sie öfter grundlegend aus. So veröffentlichte sie etwa wesentliche Debattenbeiträge des Historikerstreits, unter anderem von Ernst Nolte und Michael Stürmer, zuerst. Sie stieß auch die Debatte über Martin Walsers Roman Tod eines Kritikers an, als Frank Schirrmacher einen Vorabdruck verweigerte – der Vorabdruck von Walsers Romanen hatte eine gewisse Tradition in der FAZ –, jedoch in Form eines offenen Briefs eine ausführliche Begründung dafür veröffentlichte, die der Rezension eines noch nicht veröffentlichten Buchs gleichkam.[11] 2006 sorgte ein Interview für Aufregung, das Günter Grass der FAZ bereitwillig gegeben hatte und in dem er kurz vor der Veröffentlichung seiner Memoiren erstmalig öffentlich von seiner Waffen-SS-Mitgliedschaft berichtete. In jüngerer Zeit klinkt sich einer der Herausgeber der Zeitung, Frank Schirrmacher, mit einer Reihe von Artikeln und Büchern (Das Methusalem-Komplott) immer wieder in die laufende Diskussion über die Überalterung der deutschen Gesellschaft und die damit einhergehenden sozialen, wirtschaftlichen, politischen und auch städtebaulichen Konsequenzen ein. Eine Sonderstellung für die gesellschaftspolitische Bedeutung der FAZ nimmt die Leserbriefseite der Zeitung ein, auf der sich auch prominente Diskussionsteilnehmer zu Wort melden. [Bearbeiten] Die Rolle der FAZ in der Debatte um die RechtschreibreformIn der Diskussion über die Rechtschreibreform von 1996 spielten Beiträge von FAZ-Redakteuren und Gastautoren eine wichtige Rolle. Die Zeitung berichtete nicht nur über die Entwicklungen, sondern griff auch aktiv in die Debatte zugunsten der alten Rechtschreibung ein, publizierte aber schließlich weitgehend doch in der reformierten Rechtschreibung. Nach einer anfänglichen Umstellung zum 1. August 1999 auf die reformierte Rechtschreibung kehrte die Redaktion bereits nach einem Jahr (zum 1. August 2000) wieder zur bisherigen Rechtschreibung zurück. Nach den Überarbeitungen des Regelwerkes durch den Rat für deutsche Rechtschreibung änderte die FAZ ihre Orthographie schließlich wieder in Richtung auf die Reform und druckt seit 1. Januar 2007 nach einer Hausorthographie, basierend auf der neuen deutschen Rechtschreibung, jedoch mit einigen Modifikationen.[12] Durch das zwischenzeitliche Beharren auf der „bewährten“ Schreibweise, der sich 2005 auch Der Spiegel, der Axel-Springer-Verlag und die Süddeutsche Zeitung vorübergehend angeschlossen hatten, wollte die Redaktion unter anderem Druck auf den Rat für deutsche Rechtschreibung ausüben, die in ihren Augen groben Fehler der Reform zu korrigieren. [Bearbeiten] Herausgeber[Bearbeiten] Ehemalige Herausgeber
In der Geschichte der FAZ kam es zu zwei Entlassungen von Herausgebern, der von Jürgen Tern im Jahr 1970 und der von Hugo Müller-Vogg im Jahr 2001. Bei beiden gab es nur vage beziehungsweise gar keine offiziellen Begründungen. [Bearbeiten] Bekannte Mitarbeiter
[Bearbeiten] Ehemalige Mitarbeiter
[Bearbeiten] Fotografen
[Bearbeiten] Preisträger der FAZ bei Journalistenpreisen
[Bearbeiten] Verwandte Publikationen[Bearbeiten] FAZ.NETSeit Januar 2001 ist die FAZ mit einem eigenständigen redaktionellen Nachrichten-Portal im Internet vertreten. 2006 hat FAZ.NET erstmals an der Erhebung der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) teilgenommen und verzeichnet die größte Reichweite deutscher Qualitätszeitungen bei Internetnutzern: 1,32 Millionen/Monat. 65 Prozent sind männlich, die Hälfte hat Abitur. Im Jahr 2008 verzeichnete FAZ.NET laut den Ergebnissen der Studie AGOF Internet Facts 2009-I 2 Mio. Besucher pro Monat. Seit dem 17. November 2007 erscheint die Internetseite der FAZ in einem neuen Seitenlayout. Dies rief jedoch Kritik von langjährigen Lesern hervor. FAZ.NET wurde vorgeworfen, sich zu sehr an anderen Nachrichtenseiten wie der SZ oder Spiegel Online zu orientieren. Am 3. Oktober 2011 ging FAZ.NET schließlich mit einem neuen Layout online, das sich typografisch stärker am klassischen Aussehen der Printausgabe orientiert. So wich das eigene, moderner gestaltete Logo von FAZ.NET dem bekannten Frakturschrift-Kopf der gedruckten Zeitung, dem seit seinem ersten Erscheinen etablierten Markenzeichen des Organs. Die Leserkommentare waren zuvor unter dem Artikel und konnten positiv wie negativ bewertet werden, danach wurden die Leserkommentare in einen Reiter verbannt und eine negative Bewertung ist nicht mehr möglich. [Bearbeiten] Frankfurter AnthologieDie Frankfurter Anthologie ist eine Sammlung deutschsprachiger Gedichte mit Interpretationen, die von Marcel Reich-Ranicki im Jahr 1974 begründet wurde. [Bearbeiten] Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS)Die FAS (Eigenschreibweise F.A.S.) ist die Sonntagszeitung der FAZ. Ursprünglich nur als Regionalzeitung in der Region Rhein-Main vertrieben, ist sie seit dem 30. September 2001 bundesweit erhältlich. Trotz der gemeinsamen Nutzung u. a. redaktioneller Ressourcen tritt die FAS eigenständig auf und verfügt über 50 weitere eigene Redakteure. Das Erscheinungsbild unterscheidet sich deutlich von der FAZ in der Satzgestaltung, der durchgängigen Vierfarbigkeit und einer eigenen Brotschrift, der Janson. Ein Erkennungsmerkmal sind auch die oft eingesetzten, kleinen Illustrationen am Artikelanfang, sogenannte Vignetten, die unter anderem von dem Illustrator Bengt Fosshag stammen. Die Reichweite (Anzahl der Leser) der FAS übertrifft mittlerweile die durchschnittliche Tagesreichweite des Mutterblattes. Gemäß AWA 2009 erreicht die FAS 1,17 Millionen Leser, das entspricht einer Reichweite von 1,8 Prozent in der Gesamtbevölkerung.[13] Die verkaufte Auflage der FAS liegt bei 351.884 Exemplaren.[14] [Bearbeiten] HochschulanzeigerDer Hochschulanzeiger ist eine Zeitschrift, die sechsmal jährlich im Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erscheint. Er wendet sich speziell an Studenten, Hochschulabsolventen und Berufseinsteiger, die sich über Branchen und Unternehmen informieren wollen, ihren zukünftigen Arbeitgeber suchen oder Tipps für die Bewerbung wünschen. Er kann einzeln oder zusammen mit einem Studentenabonnement der FAZ abonniert werden. Außerdem ist er am Kiosk erhältlich. Zwei Wochen nach Erscheinungstermin wird er kostenlos an vielen Hochschulen in Deutschland und Österreich verteilt bzw. dort ausgelegt. Die verbreitete Auflage des Hochschulanzeigers beträgt 216.839 Exemplare, davon 99.839 verkauft (IVW 4/2009). [Bearbeiten] Bilder und ZeitenBis Ende 2001 war Bilder und Zeiten die Tiefdruckbeilage zur Samstagsausgabe der FAZ. Sie zeichnete sich durch längere Artikel des Ressorts Feuilleton (insbesondere Literatur) aus. Die Beilage war großformatig schwarz-weiß bebildert. Zu erinnern ist insbesondere an die Fotos von Barbara Klemm, die hier regelmäßig erschienen. Im November 2006 wurde Bilder und Zeiten zumindest als Name wiederbelebt: die neue Samstagsbeilage erscheint allerdings in gewöhnlichem Zeitungsdruck und modernisiert gestaltet. Verantwortlicher Redakteur ist Andreas Platthaus. [Bearbeiten] FAZ Weekly (eingestellt)Die FAZ Weekly war die englischsprachige Wochenzeitung der FAZ. Sie fasste hauptsächlich Leitartikel der Tageszeitung zusammen und lag jeweils freitags der International Herald Tribune bei. Sie erschien von Sommer 2002 bis zur Jahresmitte 2005. Vom 3. April 2000 bis zum 29. Juni 2002 hatte es sogar eine tägliche erscheinende Beilage FAZ English Edition gegeben. [Bearbeiten] FAZ PodcastIn Verbindung mit FAZ Audio-Dossiers und der Audioausgabe erscheinen seit Mai 2006 in regelmäßigen Abständen Podcasts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. [Bearbeiten] FAZ Audio-DossiersFAZ Audio-Dossiers bündeln Berichte der FAZ oder der Sonntagszeitung zu einem Thema. Sie erscheinen monatlich und haben durch ihre thematische Dichte und die Qualität der Texte den Charakter von Hörbüchern. Die Laufzeit beträgt jeweils etwa zwei Stunden. Auszüge aus dem aktuellen Audio-Dossiers werden gleichzeitig als kostenlose Podcasts veröffentlicht. [Bearbeiten] FAZ AudioausgabeDie Audioausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für das Hören via (Mobil-)Telefon erscheint werktäglich mit den wichtigsten Kommentaren der FAZ. Sie ermöglicht auch Blinden und Sehbehinderten einen leichten Zugang. Diese Hörzeitung ist 30 bis 40 Minuten lang hörbar. Die Navigation erfolgt über die Tastatur. [Bearbeiten] FAZ Rhein-Main-ZeitungDie Rhein-Main-Zeitung ist die Regional- und Lokalbeilage der FAZ für das Rhein-Main-Gebiet. [Bearbeiten] Frankfurter Allgemeine ArchivDas Archiv der FAZ ist mit über 45 Millionen Artikeln eines der umfangreichsten Pressearchive der Welt. Seine Dokumentare verfügen über eine große Pressedatenbank mit Dokumenten aus mehr als 200 Quellen sowie über spezialisierte Wissensdatenbanken. Das Archiv ist das Informationszentrum der Zeitung, dessen vorrangige Aufgabe darin besteht, die Redaktion mit Fakten und Hintergrundinformationen zu versorgen. Daneben bietet es Informationsangebote und -dienstleistungen für externe Kunden an (u. a. Online-Archiv mit Artikeln ab 1993, Jahrgangs-, Länder- und Themen-CD-ROMs, Audio-Dossiers, Vermarktung von Nachdruck- und Nutzungsrechten, Bereitstellung des Online-Archivs für Bibliotheken und Unternehmen, Termindienste). [Bearbeiten] FAZ-MagazinDas FAZ-Magazin erschien freitags als wöchentliches farbiges Beilagenheft – dem Zeit-Magazin ähnlich – mit vorzugsweise kulturellen und biographischen Themen in 1008 Ausgaben vom 7. März 1980 bis zum 25. Juni 1999.[15] Als eigenständiges Verlagsprodukt wurde es zuletzt von einer etwa 20-köpfigen Redaktion unter Thomas Schröder als Chefredakteur hergestellt. [Bearbeiten] ChrismonSeit 2008 legt auch die FAZ monatlich das geheftete Chrismon-Magazin der evangelischen Kirche bei. [Bearbeiten] Siehe auch[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Quellen
Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/23/12, 12:31 am |
Bilder
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