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Goliath (Automobilhersteller)
Hastedter Osterdeich 222 in Bremen-Hastedt. Das Goliath-Haus wurde, wie die Anlagen der Lloyd Motoren Werke in Bremen-Neustadt, von dem Hamburger Architekten Rudolf Lodders entworfen
Goliath war ein zum Borgward-Konzern gehörender Automobilhersteller in Bremen-Hastedt.
[Bearbeiten] Geschichte[Bearbeiten] BeginnZusammen mit seinem Partner, dem Kaufmann Wilhelm Tecklenborg, gründete Carl F. W. Borgward 1928 die Firma Goliath-Werke Borgward & Co.. Aufgrund eines Gesetzes von 1928 durften Kraftfahrzeuge mit weniger als vier Rädern und einem Hubraum von weniger als 350 Kubikzentimetern ohne Führerschein gefahren werden und waren steuerfrei.[1] Als erste Modelle wurden daher die dreirädrigen Entwicklungen der Firma Bremer Kühlerfabrik Borgward & Co. gebaut: Goliath Blitzkarren (2,2 PS) und ab 1931 der erste Personenwagen, genannt Goliath Pionier, ebenfalls mit drei Rädern. Der „Pionier“ hat einen Einzylinder-Zweitaktmotor der ILO-Motorenwerke im Heck (198 cm³, 5,5 PS) und Dreiganggetriebe; Höchstgeschwindigkeit 60 km/h. Die Karosserie ist aus mit Kunstleder überzogenem Holz gefertigt und ruht auf einem stabilen Rahmen aus U-Profilen. Bis 1934 wurden ca. 4000 dieser Kleinstwagen in verschiedenen Karosserievarianten verkauft. Der Pionier gilt als Vorläufer der heckgetriebenen Hansa-Modelle 400 und 500. [Bearbeiten] Nach dem Zweiten Weltkrieg1944 hatten amerikanische Bomber das Werk zerstört. Doch schon wenige Monate nach Kriegsende begann der Wiederaufbau, um zunächst Handwagen und Fahrradanhänger zu bauen. Im September 1949 wurde die Goliath-Werk G.m.b.H. als eigenständige Firma der Borgward-Gruppe gegründet. Das Stammkapital von 100.000 DM brachte zur Hälfte Carl F. W. Borgward auf; 40.000 DM gehörten seiner Ehefrau Elisabeth und 10.000 DM stellte Friedrich Kynast. Nach dem Tod Kynasts 1950 übernahm Borgward von dessen Erben den Anteil zum Nennwert. 1949 brachte Goliath den Dreirad-Transporter GD 750 (750 kg Nutzlast) auf den Markt, der mit einem Preis von zunächst 3425,00 DM bei kleinen Gewerbetreibenden großen Anklang fand und schnell zu einem Verkaufserfolg wurde. 1950 kam die Limousine Goliath GP 700 heraus. Mit einem stromlinienförmigen Dreiradwagen mit 700-cm³-Zweitaktmotor holte Goliath 1951 in Montlhéry (Frankreich) 38 Weltrekorde in den neu geschaffenen Klassen für Dreiradfahrzeuge bis 750 und bis 1200 cm³ (gefahren wurde 19-mal). Die bedeutendsten Rekorde waren die zwei Stunden mit einem Durchschnitt von 155 km/h und die 2000 Meilen mit 130 km/h. Als Fahrer wechselten sich Hugo Steiner, Adolf Brudes, Hans Hugo Hartmann, Otto Koch-Bodes und Helmut Polensky ab. Bei einem weiteren Rekordversuch mit dem Dreiradwagen auf dem Hockenheimring verunglückte Hugo Steiner tödlich. Sinn solcher Rekorde war es, Aufmerksamkeit für die Serienfahrzeuge zu wecken. Der ab 1954 entwickelte Geländewagen Goliath Jagdwagen Typ 31 sollte dem Unternehmen den militärischen Sektor öffnen, konnte aber bei den Testfahrten in Lübeck beim Bundesgrenzschutz und im Januar 1956 in Andernach bei der Bundeswehr nicht überzeugen. Das nachgebesserte Modell Typ 34 mit Viertakt-Boxermotor im Jahr 1957 kam zu spät, da die Entscheidung bereits zugunsten des DKW Munga gefallen war.
[Bearbeiten] Produzierte FahrzeugeIm Produktionsprogramm befanden sich nach dem Zweiten Weltkrieg: [Bearbeiten] Personenkraftwagen
[Bearbeiten] Kleintransporter
[Bearbeiten] Richtungweisende KonstruktionenDie Autos aus dem Hause Borgward/Goliath waren zu ihrer Zeit modern: Pontonkarosserie, vorn angeschlagene Türen, Blinkeranlage statt Winker, Innenkotflügel und geteilte Rücksitzbank beim Kombi. Auch gab es die Zweitaktmotoren in einer Direkteinspritzerversion; zusammen mit Gutbrod (die nur einen Monat vor Goliath damit auf den Markt kamen) war Goliath Vorreiter in dieser erst in jüngerer Zeit wieder eingeführten Technik. Durch Spülverluste verbrauchte der herkömmliche Zweitaktmotor relativ viel, sobald die Hubräume größer wurden – durch die Direkteinspritzung (dadurch notwendige Getrenntschmierung mit Frischöl) ließ sich der Verbrauch um rund ein Drittel verringern. Willkommener Nebeneffekt war neben einem verbesserten Leerlauf auch eine Schubabschaltung. Da die Technik relativ komplex und damals völlig neu war, waren die Goliath-Werkstätten und die Boschdienste bei Problemen mitunter überfordert, sodass mancher Einspritzer zu einer Vergaserversion umgebaut wurde. Das Goliath-Werk ging 1961 im Zuge der Borgward-Krise in den Konkurs, fertigte jedoch unter der Regie des Konkursverwalters Hans Richard Schulze bis 1963 aus Restbeständen weitere Personenwagen. [Bearbeiten] Bilder[Bearbeiten] Zeitleiste
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Weblinks
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