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Hotel
Das legendäre Pariser Hotel Ritz
Typisches deutsches Kleinstadthotel: der Lindenhof in Ilmenau
Porto Carras auf der Chalkidiki. Die Hotelanlage aus mehreren Einzelhotels wurde in den 1960er Jahre von Walter Gropius entworfen
Ein Hotel ist ein Beherbergungs- und Verpflegungsbetrieb für Gäste gegen Bezahlung. Es ist ein touristisches, dem Hotel- und Gaststättengewerbe zuzuordnendes Unternehmen. Als Branche spricht man vom Hotelgewerbe.
[Bearbeiten] WortherkunftDer im 17. Jahrhundert aus der französischen Sprache entlehnte Begriff hôtel von altfranzösisch (h)ostel aus dem spätlateinischen hospitale für ‚Beherbergungsstätte‘, vgl. Hospital). Hôtel bezeichnete im französischen 17. Jahrhundert Stadthäuser des Adels. Weil in der vorrevolutionären Zeit der Stadtpalais des Grundherren auch das Verwaltungsgebäude seiner Besitzungen war, geht der Name auch auf öffentliche Gebäude über (frz. Hôtel de ville ist dt. ‚Rathaus‘). Aufgrund der herrschaftlich-repräsentativen Ausstattung der Stadtpalais geht der Ausdruck in späterer Umwidmung auch auf Gästehäuser mit gehobenem Anspruch über. Das Wort fand so in vielen Sprachen seinen Weg in den heutigen Gebrauch. [Bearbeiten] Abgrenzung des Hotels zu anderen Gaststätten der HotellerieVon Hotelgewerbe im eigenen Sinne sind alle Einrichtungen der Hotellerie zu unterscheiden, die analoge Dienstleistungen anbieten, aber eines der zentralen Leistungsangebote eines Hotels anders gewichten: Das sind insbesondere die Pensionen (Rezeption nicht durchgehend besetzt, meist privater Rahmen: Privatquartier), die Gasthäuser (vorrangige Verpflegungsbetriebe für Laufkundschaft mit nur allfälliger Übernachtungsmöglichkeit für Hausgäste) und das Wohnheim (oft kein Service), sowie die Parahotellerie (zahlreiche Kleinformen des Gastgewerbes, die meist auf grundsätzlich anderer Basis an Angebot funktionieren), und die gesamte nichtwirtschaftliche Beherbergung und Verpflegung.[1] [Bearbeiten] Geschichte des HotelwesensDas erste Hotel der Welt mit dem Namen eröffnete angeblich der Friseur David Low im Londoner Covent Garden als „Grand Hotel“ am 25. Januar 1774. Bis dahin gab es nur möblierte Zimmer oder mehr auf Verköstigung ausgerichtete Gastwirtschaften. Seine heutige Bedeutung erlangte das Hotel im Laufe des 19. Jahrhunderts, besonders in der Belle Epoque, wo im gründerzeitlichen Bauboom in ganz Europa sowohl in den Städten Repräsentativbauten im bürgerlich-unternehmerischen Umfeld entstanden als auch im Kurwesen, wo die großen, in oft entlegenen Gegenden errichteten monumentalen Kurhotels von schlossartigem Charakter enorme gesellschaftliche Bedeutung gewannen. Dabei nahm die Bettenzahl beständig zu; Rekordhalter war lange das 1927 in Chicago eröffnete "Stevens".[2] Ausgehend von den USA entstanden vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg Hotelketten, bei denen zum Teil Hunderte von weltweit verteilten Hotels unter einer gemeinsamen Hauptverwaltung stehen. [Bearbeiten] Ausstattung eines HotelsEin Hotel verfügt mindestens über einen Empfang (Rezeption) und Zimmer zur Beherbergung mit Bett, Schrank, Tisch und Waschgelegenheit sowie einer Gastronomie, die mindestens ein Frühstück anbietet. Größere Hotels haben einen Empfangs- und Aufenthaltsbereich (Lobby), mindestens ein Restaurant, eine Bar und, je nach Kategorie, Fitnessbereich mit oder ohne Schwimmbad, Garage und andere Einrichtungen. Auch die Ausstattung der Zimmer variiert. Oft sind Duschen, gelegentlich auch Badewannen anzutreffen. Weitere Ausstattungsmerkmale können ein Fernseher, Internetanschluss und Minibar sein. Hotels verfügen im Gegensatz zu Pensionen über eine Rezeption. Bei Hotels der gehobenen Kategorien (4 und 5 Sterne) ist die Rezeption rund um die Uhr besetzt.
Hotel Concorde in Lara, Türkei
Es gibt Hotels in verschiedenen Preis- und Komfortklassen – je nach Land in eigenen Klassifizierungen für eine bestimmte Rubrik nach Hotelsternen kategorisiert. Einen weltweit einheitlichen Kriterienkatalog gibt es nicht. Grundsätzlich sind Ein-Sterne-Hotels sehr einfach ausgestattet, Fünf-Sterne-Hotels dagegen sind äußerst luxuriös, wobei sich die Bewertungsmaßstäbe von Land zu Land unterschieden. In Deutschland orientieren sich die Sterne an verschiedenen Leistungs- und Ausstattungs- und Qualitätsmerkmalen, die der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) festlegt.[3] Das an der Bettenzahl gemessene größte Hotel in Deutschland ist das Estrel in Berlin mit 1.125 Zimmern, das größte weltweit das Venetian Resort Hotel in Las Vegas mit über 7.000 Zimmern. Das wohl kleinste Hotel Deutschlands mit nur drei Zimmern ist das Hotel einschlaf in Wolfsburg. Die oft als luxuriösesten Hotels der Welt genannten sind das Burj al Arab in Dubai und das Emirates Palace Hotel in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate. Das älteste Hotel Deutschlands ist das Pilgrimhaus in Soest, gegründet 1304. Gleichzeitig ist es auch das zweitälteste Hotel in der ganzen Welt; älter ist nur das Ryokan Hōshi in Japan, gegründet 717. [Bearbeiten] HoteltypologieDie Hotellerie deckt unterschiedliche Gästebedürfnisse ab. Hotels lassen sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren: [Bearbeiten] Verpflegung, Service und Spezialleistungen
[Bearbeiten] Zielgruppen
[Bearbeiten] Art der WohneinheitenEin wichtiges Unterscheidungskriterium ist die Größe und Ausstattung der Wohneinheiten:
[Bearbeiten] LageZudem typisiert man Hotels nach ihrer Lage:
[Bearbeiten] QualitätNach Qualität und Umfang des Angebots unterscheidet man Kategorien – die weitaus verbreitetste Hotelklassifikation ist der Hotelstern, der aber national unterschiedlich gehandhabt wird, in Europa sind ein bis fünf Sterne üblich. [Bearbeiten] ThemenhotelsDurch die Art des Baues oder des Standortes sind einige Hotels Attraktionen für sich.
[Bearbeiten] Weitere Kriterien
[Bearbeiten] Leistungen und Leistungsstellen bzw. -bereicheEin Hotelbetrieb bietet definitionsgemäß als Hauptleistungen grundsätzlich Beherbergungsleistungen und Verpflegungsleistungen an. Man unterscheidet zwischen vier Leistungsstellen bzw. -bereichen:
[Bearbeiten] Beherbergungsleistungen (Logement)Die Beherbergungsleistungen umfassen die Beherbergung im eigentlichen Sinne, nämlich die Unterbringung in mit Betten ausgestatteten Zimmern sowie Aufenthaltsmöglichkeiten. In diesen Leistungsbereich werden zudem Empfang, Check-in, Check-out, Information, Kommunikation und Concierge eingeordnet. [Bearbeiten] VerpflegungsleistungDie zentrale Verpflegungsleistung ist das Frühstück. Je nach Kategorie müssen weitere Verpflegungsleistungen angeboten werden. Man unterscheidet Küchen- oder Kellerleistungen:
[Bearbeiten] NebenleistungenNeben diesen beiden Hauptleistungen bieten Hotels oft zahlreiche weitere Nebenleistungen an, z. B. Telefon/Fax, Internetanschluss, Fernsehen, Wäschereinigung, Wellness-Angebote, Vermietung von Tagungsräumen, Tabakwaren, Garagenbenutzung, Gästetransfers, Gepäcktransporte, Animationsprogramme, Ticketvermittlung, Ausflüge, Sonnenschirme und Liegestühle, Shopping & Boutiquen, Coiffeur, Sportgeräteverleih, Business-Center, Parkplätze, Bootsanlegestelle, Pay-TV, Pool, Minibar, Fitness, Bademäntel, Badeartikel, Radio, Safe/Tresor, Videos, Room Service, Weckdienst, Schuhputzautomaten. [Bearbeiten] LeitungDie Leitung eines Hotels hat ein weit gefächertes Aufgabengebiet. Hierbei unterscheiden sich kleine wesentlich von mittelständischen oder großen Kettenhotels. Der Hoteldirektor muss vielfältige Talente mitbringen: von Marketing über betriebswirtschaftliches Controlling bis hin zur Gästebetreuung alles beherrschen, um einen rentablen Betrieb zu führen. Eine zweite, zur Entlastung beitragende Führungsebene ist selten in kleineren Hotels verfügbar. In jedem größeren Hotel (ab ungefähr 55 Zimmern) gibt es jedoch noch einen Assistenten. Er hat die Aufgabe, die kleineren Probleme ohne den Direktor zu lösen. In großen Hotels (ab ca. 100 Zimmern) hat der Direktor im Normalfall noch einen Stellvertreter. In der Regel kümmert er sich um das Personal, Einkauf und einen Großteil der Verwaltung. Alle wichtigen Entscheidungen laufen trotzdem über den Tisch des Hoteldirektors. [Bearbeiten] GästeDer Hotelier muss keine Buchungen bestätigen, sondern genießt Vertragsfreiheit. Wenn ein Gast nicht erwünscht ist, kann er laut Bundesgerichtshof die Aufnahme verweigern; bestätigt der Hotelier eine Buchung, ist er an sie gebunden.[5] Früher gab es – zumindest in gehobenen Hotels – ungeschriebene Regeln, welche Kleidung die Gäste trugen. Das ist heute zumindest in Deutschland nicht mehr so; in anderen Ländern gibt es noch Regeln – teils ungeschriebene, teils explizit ausgesprochene. Beispielsweise bedeutet „Casual“ im englischsprachigen Ausland legerer Freizeitstil (ausgenommen offene „Latschen“, ärmellose Hemden und Ähnliches). „California casual“ setzt so gut wie keine Grenzen. „Informal“ meint „ohne Schlips“. „Formal“ heißt in großen Häusern (z. B. dem „Mandarin Oriental Hotel“ in Hongkong) für den Herrn mindestens Jackett/Sakko (besser ein vollständiger Anzug) sowie Krawatte. [Bearbeiten] HotelbuchungHeute werden deutschlandweit etwa die Hälfte[6] der Buchungen mit steigender Tendenz im Internet getätigt, wobei der Firmenkundenbereich große Bedeutung hat. Allein Marktführer HRS hat 25.000 Firmenkunden. Dieser Trend hat dazu beigetragen, dass die Preise in einer margenschwachen und von Verdrängungswettbewerb bestimmten Branche jahrelang konstant blieben, was die Ertragslage der Hotels schwächt.[7] Hier ist die Preisentwicklung in Deutschland anders als in Vergleichsländern.[8] Auf dem Weltmarkt gilt die Volksrepublik China neben Osteuropa als Wachstumsmarkt; in China buchen bereits 30 Millionen Kunden online.[9] [Bearbeiten] Siehe auch[Bearbeiten] Weblinks[Bearbeiten] Einzelnachweise
Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/23/12, 4:31 pm |
Bilder
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![[Vinge Hotel, Hardanger Fjord, Norway] (LOC) by The Library of Congress](http://farm2.staticflickr.com/1073/3175024030_aeb3c623e7_t.jpg)

















