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Infineon
Die Infineon Technologies AG ist ein im Jahr 1999 durch die Ausgliederung des Halbleitergeschäfts der Siemens AG über einen Börsengang (IPO) im Jahre 2000 entstandener Halbleiterhersteller. Die Unternehmenszentrale Campeon befindet sich seit Ende 2005 in der Gemeinde Neubiberg (Landkreis München). Infineon Technologies bietet Halbleiter- und Systemlösungen, die die Themen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit adressieren.[4] Das Unternehmen gliedert sich in die Geschäftsbereiche Automotive, Industrial & Multimarket sowie Chip Card & Security. Mit weltweit rund 25.000 Mitarbeitern erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2011 (Ende September) einen Umsatz von 3,997 Milliarden Euro.[5] Das DAX-Unternehmen ist an der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Symbol IFX notiert. Unmittelbar vor der Übernahme der in Baden-Württemberg erzielten Tarifeinigung der Metall- und Elektrobranche nach Bayern ist Infineon am 13. November 2008 aus dem bayerischen Arbeitgeberverband ausgetreten.[6]
[Bearbeiten] Geschäftstätigkeit und Geschäftsbereiche[Bearbeiten] Aktivitäten nach GeschäftsbereichenNach mehreren Umstrukturierungen umfasst Infineon heute drei Geschäftsbereiche:
Der ehemalige Geschäftsbereich Speicherchips wurde im Jahr 2006 in die Tochtergesellschaft Qimonda ausgelagert, von der Infineon zuletzt noch etwas über drei Viertel hielt. Im Januar 2009 hat Qimonda beim Amtsgericht München Insolvenz beantragt. Am 7. Juli 2009 hat sich die Infineon Technologies AG mit dem US-Investor Golden Gate Capital auf den Verkauf ihres Segments Wireline Communications über 250 Millionen Euro vertraglich geeinigt.[9] Das dadurch neu entstandene Unternehmen firmiert jetzt als Lantiq.[10] Am 31. Januar 2011 wurde der im August 2010 beschlossene Verkauf des bisherigen Geschäftsbereichs Wireless Solutions an Intel abgeschlossen. Das dadurch neu entstandene Unternehmen hat weltweit rund 3.500 Mitarbeiter und firmiert jetzt als Intel Mobile Communications GmbH (IMC).[11][12] [Bearbeiten] Aktivitäten nach RegionenInfineon ist weltweit tätig und steuert seine Aktivitäten auch über Landesgesellschaften: in den USA aus Milpitas, Kalifornien, im asiatisch-pazifischen Raum aus Singapur und in Japan aus Tokio.[13] Nach Regionen aufgeteilt wurden 46 % des Umsatzes in Europa, davon 26 % in Deutschland, 11 % in Nordamerika und 42 % im asiatisch-pazifischen Raum erzielt.[14] [Bearbeiten] TochterunternehmenDie Danube Integrated Circuit Engineering GmbH & Co. KG (DICE), konzentriert sich auf die Entwicklung von Chips für den Mobilfunk (UMTS). Infineon hält 50,3 % an der DICE. [15] Die Infineon Technologies IT Services GmbH wurde 2004 gegründet und betreut von Klagenfurt am Wörthersee aus wesentliche Teile der weltweiten IT von Infineon. Infineon hält 100 % der Infineon Technologies IT Services GmbH. [16] Die Infineon Technologies Bipolar GmbH mit Sitz in Warstein ist seit 2007 ein gemeinschaftliches Tochterunternehmen von Infineon und Siemens. Infineon hält 60 % der Unternehmensanteile und Siemens 40 %.[17] [Bearbeiten] Entstehung[Bearbeiten] AusgliederungDie Siemens AG hatte Infineon ausgegliedert, da dem Konzern das Speicherchip-Geschäft zu volatil war. Nach dem zunächst erfolgreichen Börsengang sank der Anteil von Siemens durch Paketverkäufe unter 50 % im Dezember 2001, im Januar 2004 und im März 2006 wurden alle restlichen Anteile veräußert. Zum 1. Mai 2006 gliederte Infineon selbst wiederum seine Speichersparte unter dem Namen Qimonda als eigenständige Gesellschaft mit 12.000 Mitarbeitern aus. Das neue Unternehmen wurde im August 2006 an der New York Stock Exchange (NYSE) gelistet. Infineon gelang es allerdings zunächst nicht, Altaktien zu platzieren. Stattdessen ging der gesamte Emissionserlös durch Ausgabe neuer Aktien an Qimonda, Infineon hielt im Oktober 2008 rund 77,5 Prozent aller Aktien an der Gesellschaft. Qimonda meldete am 23. Januar 2009 Insolvenz beim Amtsgericht München an und war zu diesem Zeitpunkt nach wie vor mehrheitlich im Besitz von Infineon. [Bearbeiten] NameInfineon ist ein Kofferwort und setzt sich aus infinity (englisch für ‚Grenzenlosigkeit‘) und aeon (griechisch für ‚Leben, Ewigkeit, Unendlichkeit‘) zusammen. [18] [Bearbeiten] Vorstand
[Bearbeiten] Strategische Partnerschaften
[Bearbeiten] Anteilseigner
[Bearbeiten] Verurteilung wegen illegaler PreisabsprachenIm Juni 2002 wurden vom US-Justizministerium Untersuchungen gegen Infineon und andere DRAM-Hersteller wie die südkoreanischen Konzerne Samsung und Hynix angestrengt, nachdem sich Computerhersteller über die steigenden Speicherchippreise beschwert hatten. 2004 bekannte sich Infineon gegenüber dem US-Justizministerium als Erstes dieser Unternehmen für schuldig, zwischen Juli 1999 und Juni 2002 durch illegale Preisabsprachen bei DRAM-Speicherchips die Verbraucher – bzw. Computerhersteller wie Dell, IBM und Apple – geschädigt zu haben, und erklärte sich bereit, in Raten bis zum Jahr 2009 160 Millionen US-Dollar als Entschädigung zu bezahlen. Am 2. Dezember 2004 erklärten sich vier leitende Angestellte bereit, Gefängnisstrafen von vier bis sechs Monaten anzutreten und je 250.000 US-Dollar Geldstrafe (umgerechnet ca. 188.000 Euro) zu bezahlen[21]: Ein Infineon-Sprecher erklärte hierzu, dass diese Verurteilung eine Angelegenheit der betroffenen Manager sei und die Firma Maßnahmen getroffen habe, weitere Auswüchse dieser Art zu verhindern. Am 19. Mai 2010 verhängte die EU-Kommission der Infineon AG ein Bußgeld über 56,7 Millionen Euro wegen verbotener Preisabsprachen für DRAM-Chips mit den Chipherstellern Micron, Samsung, Hynix, NEC, Hitachi Zosen, Mitsubishi, Toshiba, Elpida und Nanya.[22] [Bearbeiten] KorruptionsskandalIm Juli 2005 erschüttert ein Korruptionsskandal das Unternehmen. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung gegen Infineon-Topmanager (namentlich genannt: Andreas von Zitzewitz, ehemals COO und Vorstand der Speicherchip-Sparte; Harald Eggers, früherer Infineon-Manager, der das Schweizer Technologieunternehmen Unaxis Holding AG leitet; Udo Schneider, Betreiber der Schweizer Sponsoring-Agentur BF Consulting). Nachdem der Skandal öffentlich wurde, ist Andreas von Zitzewitz mit sofortiger Wirkung zum 18. Juli 2005 als Vorstand zurückgetreten.[23] [Bearbeiten] Mitarbeitervertretung[Bearbeiten] Betriebsratswahlen 2006Bei den Betriebsratswahlen erhielt am Hauptstandort Campeon die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) den größten Stimmenanteil. Von den vier kandidierenden Listen war die AUB die mit Werbemitteln bestausgestattete Gruppe. In Koalition mit einer anderen gewerkschaftsunabhängigen Arbeitnehmervereinigung, dem Arbeitskreis Ingenieure und Naturwissenschaftler (ain[24]), bildet sie eine knappe Mehrheit gegenüber zwei gewerkschaftsorientierten Listen, der IG Metall.[25] und den Hi tecs[26] [Bearbeiten] AUB und Johannes FeldmayerDie Nachfolgeorganisation der AUB bei Infineon nennt sich FMC (Freie Mitarbeiter Campeon). Im Zusammenhang mit Zahlungen der Siemens AG an den damaligen AUB-Vorsitzenden Wilhelm Schelsky wurde Johannes Feldmayer, ein Mitglied des Infineon-Aufsichtsrats, zu einer Geldstrafe und einer Gefängnisstrafe verurteilt, die gegen Bewährung ausgesetzt wurde. Feldmayer ging dagegen in Berufung. Er blieb unter der Berufsbezeichnung „Management-Consultant“[27] Mitglied des Infineon-Aufsichtsrats[28][29][30], war aber nicht mehr in den Aufsichtsräten anderer Unternehmen vertreten[27]. Am 26. Februar 2009 zog er die Berufung zurück und legte sein Amt im Aufsichtsrat nieder. [Bearbeiten] UnternehmensethikGemäß den Richtlinien des Unternehmens verlangt Infineon von seinen Mitarbeitern die strikte Einhaltung der Gesetze. Verstöße werden unternehmensintern „unabhängig von gesetzlichen Sanktionen“ verfolgt.[31] Aufgrund der nachhaltigen Unternehmenspolitik, vor allem im Bereich der Ressourcen-Schonung und Ressourcen-Effizienz, wurde Infineon im September 2010 in den weltweit anerkannten Nachhaltigkeitsindex Dow Jones Sustainability Index aufgenommen.[32] [Bearbeiten] Weblinks[Bearbeiten] Einzelnachweise
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