Miele
Dieser Artikel behandelt den Hausgeräte-Hersteller Miele, für andere Bedeutungen siehe Miele (Begriffsklärung).
Miele & Cie. KG
Miele logo.svg
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1. Juli 1899
Sitz Gütersloh, Deutschland
Leitung Markus Miele und Reinhard Zinkann jun.
Mitarbeiter 16.600 (2011)[1]
Umsatz 2,95 Mrd. Euro (10/11)[1]
Branche Haushaltsgeräte (Wäsche & Küchengeräte)
Website www.miele.de
Miele-Werk am Hauptstandort Gütersloh

Die Miele & Cie. KG ist ein deutscher Haushaltsgeräte-Hersteller mit Sitz in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen). Sie beschäftigt nach Unternehmensangaben weltweit 16.600 Mitarbeiter (Stand August 2011).[1] Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2010/2011 2,95 Milliarden Euro.[1] Geschäftsführer sind Markus Miele, Reinhard Zinkann junior, Eduard Sailer, Heiner Olbrich und Olaf Bartsch. Seit der Gründung ist die Firma, mittlerweile in der vierten Generation, im Besitz der Familien Miele (51,1 %) und Zinkann (48,9 %). Das Unternehmen ist eine Kommanditgesellschaft. Die unbeschränkt haftenden Gesellschafter (Komplementäre) sind die Miele Verwaltungs-GmbH und die Zinkann Verwaltungs-GmbH.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Unternehmensgeschichte

Buttermaschine im Stadtmuseum Bad Berleburg
Mielewerk in Bünde (Westfalen)

Das Unternehmen wurde am 1. Juli 1899 im westfälischen Herzebrock von Carl Miele (1869–1938) und Reinhard Zinkann (1864–1939) gegründet. Der Betrieb begann mit elf Mitarbeitern in einer ehemaligen Korn- und Sägemühle. Zunächst wurden Milchzentrifugen gefertigt, im Jahr 1900 kamen Buttermaschinen hinzu. Auf der technischen Grundlage der Buttermaschine entwickelte Miele noch im selben Jahr die erste Waschmaschine.

1907 wurde der Betrieb mit nunmehr 60 Arbeitern aus Herzebrock nach Gütersloh in eine ehemalige Pumpenfabrik verlegt. Ab 1911 wurden Fahrräder gefertigt. 1914 war Miele die „Größte Spezialfabrik Deutschlands für Milchzentrifugen, Buttermaschinen, Wasch-, Wring- und Mangelmaschinen“. 1916 entschieden sich Carl Miele und Reinhard Zinkann, ein Zweigwerk in Bielefeld zu bauen. Dort wurden zunächst Milchzentrifugenteile und Elektromotoren hergestellt.

Im Jahr 1927 nahm Miele die Produktion von Staubsaugern auf. 1929 stellte man die erste elektrische Geschirrspülmaschine Europas her. Ab 1930 wurden Motorräder gebaut. 1932 war Miele die größte Zentrifugenfabrik Europas. Im Zweiten Weltkrieg stellte Miele Steuereinheiten für Torpedos der deutschen Kriegsmarine her.

In den 1950er Jahren gehörte Miele zu den größten Motorfahrradherstellern Deutschlands. Zugunsten der schnell wachsenden Fertigung von Geschirrspülern und Waschautomaten stellte man 1960 die Produktion von Fahrrädern und Motorrädern ein. Zur Fertigung von gewerblichen Wäschereimaschinen und Melkanlagen wurde 1965 ein Werk in Lehrte bei Hannover erworben. 1969 begann man mit dem Verkauf von Küchenmöbeln. Zur Herstellung von Einbauküchen wurde 1973 im westfälischen Warendorf mit dem Bau eines Küchenwerkes begonnen, das 1975 den Betrieb aufnahm. 1982 erwirtschaftete die Miele-Gruppe einen Umsatz von 1.650 Millionen DM (844 Millionen Euro).

1986 wurde das auf Wäschepflegegeräte spezialisierte Unternehmen Cordes in Oelde-Lette übernommen, das einen Umsatz von etwa 65 Millionen DM erzielte und rund 400 Mitarbeiter beschäftigte. Das Werk wurde zur Backofenfabrik ausgebaut; der Unternehmensname Cordes wurde aufgegeben.

1990 übernahm Miele das auf Einbaugeräte und Großkochanlagen spezialisierte Unternehmen Imperial in Bünde. Imperial beschäftigte zur Zeit der Übernahme etwa 650 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von rund 140 Millionen DM. Neben dem Stammwerk in Bünde gehörte zu Imperial auch ein Zweigwerk in Arnsberg, das ebenfalls in die Miele-Gruppe eingegliedert wurde. Die Marke Imperial wurde als Zweitmarke etabliert. 1999, im Jahr des einhundertjährigen Unternehmensjubiläums, war Miele die meistverkaufte Marke im deutschen und europäischen Elektrofachhandel.

2004 verstarb der geschäftsführende Gesellschafter Rudolf Miele (1929–2004). Sein Partner Peter Zinkann (* 1928) und Rudolf Miele, ein Enkel der Unternehmensgründer, zogen sich aus dem Tagesgeschäft zurück. Mit ihren Söhnen Markus Miele (* 1968) und Reinhard Zinkann jun. (* 1959) übernahm die vierte Generation der Gründerfamilien Aufgaben in der Geschäftsführung.

Im Jahr 2005 gab Miele die Produktion von Küchenmöbeln auf und verkaufte das Küchenwerk in Warendorf an den Schweizer Bauausrüster und Küchenhersteller Arbonia-Forster. Die Küchensparte hatte lediglich zwei Prozent des Gesamtumsatzes der Miele-Gruppe erzielt. Das Kunststoffteilewerk in Warendorf verblieb im Besitz des Unternehmens. Zum Jahreswechsel 2005/2006 wurde die Marke Imperial eingestellt. 2007 wurde Miele die Auszeichnung „Beste Unternehmensmarke“ nach dem aktuellen GfK-Markenranking verliehen.

[Bearbeiten] Werke und Niederlassungen

Alte Wäschepresse. Fotografiert in einem Biergarten in Gleiwitz (Gliwice) – Oberschlesien (heute Polen).

Die Produkte werden in 45 Ländern über eigene Tochtergesellschaften und in weiteren 50 Ländern über unabhängige Importeure vertrieben. Größter Markt ist Deutschland mit etwa 28 Prozent Absatzanteil (Stand 2007), gefolgt von den Niederlanden, Großbritannien und der Schweiz.

Miele produziert in insgesamt zwölf Werken (acht deutsche Werke, je ein Werk in Österreich, Tschechien, Rumänien und China).

[Bearbeiten] Produkte

Miele stellt Elektrogeräte für Haushalte und Industrie her. Die Sparte Haushaltsgeräte erzielte im Geschäftsjahr 2004/2005 etwa 89 % des Gesamtumsatzes, gewerbliche Geräte die übrigen elf Prozent. Die Produkte sind im oberen Qualitäts- und Preissegment angesiedelt.

[Bearbeiten] Haushaltsgeräte

Die bedeutendsten Produkte sind Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspülautomaten und Staubsauger. Weitere Produktlinien sind Einbau- und Küchengeräte (Herde, Backöfen, Kochfelder, Dunstabzugshauben, Dampfgarer, Kaffeemaschinen, Geschirrwärmer, Speisewärmer, Mikrowellenherde), Bügelmaschinen sowie Kühl- und Gefriergeräte. Miele bietet als einziger Haushaltsgerätehersteller unter seinem Markennamen auch Wasch- und Spülmittel an ("Miele Care Collection").

Weil die Waschmaschinen nach dem Konzept des Universal-Design gestaltet worden sind, wurde die Reihe Klassik von Miele 2009 mit dem „universal design award 09“ sowie mit dem „universal consumer favorite 09“ [2] ausgezeichnet.

Im Segment Bodenstaubsauger ist Miele europäischer Marktführer.[3]

[Bearbeiten] Gewerbegeräte

Miele-Automobil
Motorrad im Technikmuseum Speyer

Miele Professional produziert Wäschereimaschinen (für Textilpflege und -reinigung), Gewerbegeschirrspüler (für Anwendungen u.a. in Gastronomie, Büros, Altenpflege), Reinigungs- und Desinfektionsautomaten (für Arztpraxen, Kliniken und Labore), Sterilisationsgeräte (für Arztpraxen und Kliniken) sowie Spezialgeräte für andere industrielle Anwendungen.

[Bearbeiten] Frühere Produktlinien

Das Unternehmen stellte zwischen dem 2. April 1912 und dem 26. Februar 1914 Automobile her. Die Angaben zu den Stückzahlen schwanken zwischen 125[4] und 143[5]. Chefkonstrukteur war Oskar Klemm.[6] Angeboten wurden die Modelle K 1, K 2 und K 3. Die Modelle waren mit Vierzylindermotoren mit 1568 cm³ bzw. 2292 cm³ Hubraum ausgestattet. Verkauft wurden die Fahrzeuge auch in Brasilien, Frankreich, Österreich-Ungarn, Russland und Uruguay.[7] Das einzige erhaltene Exemplar ist im Unternehmensmuseum am Hauptsitz in Gütersloh ausgestellt; es wurde 1996 von Rudolf Miele aus Norwegen zurückgekauft.

Zudem stellte Miele früher auch Motorräder, Mopeds, Motorfahrräder, Fahrräder, Handwagen, Haushaltsleitern, Eisschränke, Buttermaschinen, Melkmaschinen, Milchkühlanlagen, Milchzentrifugen, Wringmaschinen, Wäschezentrifugen, Bügeleisen, Luftreiniger, Müllpressen, Großküchenanlagen, Einbauküchen und Küchenmöbel her.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Miele – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] TV-Dokumentation

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c d Gütersloher Traditionsfirma Miele verbucht Rekordumsatz in: Neue Westfälische Zeitung vom 22. August 2011, abgerufen auf nw-news.de am 26. November 2011
  2. Miele Waschmaschine Klassik Website des universal design awards 09. Abgerufen am 10. Februar 2010
  3. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  4. Angaben aus dem Miele-Museum und von meinklassiker.com
  5. Stadtgeschichte Gütersloh und meinklassiker.com
  6. 100 Jahre Miele im Spiegel der Zeit, S. 40
  7. Angaben aus dem Miele-Museum

51.9138888888898.4019444444444Koordinaten: 51° 54′ 50″ N, 8° 24′ 7″ O


Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/24/12, 12:23 am

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