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Russlanddeutsche
Bekannte Russlanddeutsche:
Denis Fonwisin, Michael de Tolly Alexander von Benckendorff, Katharina II. Peter Struve, Alexei Rüdiger Alissa Freindlich, Otto Schmidt Der Begriff Russlanddeutsche (russ. Российские немцы , wiss. Transliteration Rossijskie nemzy, auch russ. Русские немцы , wiss. Transliteration Russkie nemzy) ist ein Sammelbegriff für die ethnisch deutsche und deutschstämmige Minderheit in Russland, die heute mehrheitlich nach Deutschland übergesiedelt ist.[1]
[Bearbeiten] Begriffliche AssoziationenIn der Regel werden auch die deutschstämmigen Einwohner der anderen ehemaligen Sowjetrepubliken, insbesondere Kasachstans, als Russlanddeutsche bezeichnet. Individualisierende Bezeichnungen wie Krimdeutsche, Wolhyniendeutsche, Schwarzmeerdeutsche (auch Ukrainedeutsche) oder Kasachstandeutsche und Kirgisistandeutsche sind im Sprachraum weniger üblich. Fälschlicherweise werden die Russlanddeutschen gelegentlich auch als „Deutschrussen“ bezeichnet, obwohl sich letzteres auf ethnische Russen in Deutschland bezieht. Bis zum Ende der UdSSR waren zeitweise auch die Bezeichnungen Sowjetdeutsche und Sowjetunion-Deutsche im Gebrauch. [Bearbeiten] Ursachen für die BegriffsunterschiedeSiehe auch: Deutsche in Russland
Begriffsschwierigkeiten entstehen durch die unterschiedlichen Auffassungen von Behörden und die umgangssprachliche Nutzung des Begriffs für Deutsche in Russland und Deutsche aus Russland. Häufig werden Russlanddeutsche auch nach ihrer Aussiedlung nach Deutschland mit diesem Begriff bezeichnet (im Sinne von „aus Russland und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zugewanderte Deutsche“), obwohl Spätaussiedler und Aussiedler die amtlich korrekte Bezeichnungen sind. Die nach Deutschland Übergesiedelten selbst bezeichnen sich überwiegend als Deutsche aus Russland oder (falls sie die Tatsache der Migration nicht betonen wollen) einfach nur als Deutsche (ohne jeden Zusatz). Die Bezeichnung Deutschrussen ist problematisch, wenn sie sich auf Russlanddeutsche und Deutsche aus Russland bezieht. Der Begriff „Deutschrussen“ knüpft an dem Umstand an, dass die so Bezeichneten oft besser Russisch als Deutsch sprechen, so dass sie als „Russen“ erscheinen, die Deutsche werden wollen. Der Begriff unterstellt zugleich, dass Deutsche aus Russland derselben ethnischen und sozialen Gruppe angehören wie andere nach Deutschland zugewanderte Menschen, die sich untereinander auf Russisch unterhalten. Privilegiert sind nur ausgesiedelte Russlanddeutsche nach Art. 116 GG[2] als deutsche Volkszugehörige in Deutschland. Sie erhalten mit vergleichsweise wenig Aufwand die deutsche Staatsangehörigkeit, können also von Anfang an in Deutschland alle Bürgerrechte genießen. [Bearbeiten] Etymologischer UrsprungEs handelt sich um eine regional ursprünglich sehr verteilte Gruppe, die nach dem Siedlungsort innerhalb des Russischen Zarenreiches unterteilt werden in Wolgadeutsche, Wolhyniendeutsche, Krimdeutsche, Kaukasiendeutsche, Schwarzmeerdeutsche, Sibiriendeutsche. Einige von ihnen gründeten selbst in Sibirien und im Fernen Osten am Amur Siedlungen. Vielerorts im Reich entstanden deutsche Enklaven als autonome Gemeinden, mit Namen wie Mannheim, Josephsthal oder Schönfeld. Deren gemeinschaftliches Leben wahrte vielfach Traditionen aus der alten Heimat. Sie hatten eigene Kirchen und Ratsversammlungen, die für die deutsche Ortsgemeinschaft bindend waren. Heute leben noch etwa 800.000 Russlanddeutsche in der Russischen Föderation, die letzten Volkszählung (2002) nennt eine Gesamtzahl von 597.212 Deutschen, davon 350.000 in Sibirien (siehe auch Geschichte Sibiriens zur Sowjetzeit). [Bearbeiten] Heutige Situation in RusslandAm 1. Juli 1991 wurde der 1938 aufgelöste deutsche Nationalkreis Halbstadt (Nekrassowo) im Altai wiedergegründet, am 18. Februar 1992 erfolgte die Gründung des deutschen Nationalkreis Asowo (bei Omsk). Bei Saratow und Wolgograd sollen weitere Nationalkreise oder -bezirke (Okrugs) gegründet werden. In der Nähe von Uljanowsk an der Wolga wurde ebenfalls Anfang der 1990er Jahre der deutsche Dorfsowjet (Dorfrat) von Bogdaschkino gegründet. Die Zukunft dieser autonomen Gebilde auf unterster Stufe ist jedoch fraglich, weil die alteingesessene deutschstämmige Bevölkerung auch von dort mehrheitlich bereits ausgewandert ist. Im Jahr 2010 stellten die Russlanddeutschen nur noch in der Region Altai und im Gebiet Nowosibirsk die größte Minderheit.[3] In folgenden Regionen leben auch heute noch deutschstämmige Minderheiten:
Die im Altai lebenden Deutschen sind zum größten Teil ausgewandert, dennoch gibt es auch hier wieder einen deutschen Nationalkreis. Prozentual gesehen machen die Deutschen heutzutage rund 0,41 % der gesamten Bevölkerung Russlands aus. In Sibirien leben proportional mehr Deutsche als in anderen Regionen, mehr als 350.000 Russlanddeutsche. Maßgeblich für die Zuordnung ist dabei der Nationalitäteneintrag im russischen Pass, nicht die tatsächliche Verbundenheit mit der deutschen Kultur oder die Beherrschung der deutschen Sprache. [Bearbeiten] Bekannte RusslanddeutschePolitiker
Offiziere
Wissenschaftler und Ingenieure
Künstler und Autoren
Sportler
Vorfahren
Geistliche
Kulturaktivisten
Sonstige
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/24/12, 9:39 am |
Bilder
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