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Spree
Die Spree (sorbisch Sprjewja/Sprewja, tschechisch Spréva), in Abschnitten Große Spree genannt, ist ein knapp 400 Kilometer langer linker Nebenfluss der Havel im Osten Deutschlands.
[Bearbeiten] ZahlenDie Länge der Spree beträgt rund 400 Kilometer (andere Quellen geben 382, 398 bzw. 403 Kilometer an), davon sind nur etwa 182 Kilometer schiffbar. Das Einzugsgebiet des Flusses umfasst 10.100 Quadratkilometer. Die Spree wird als ein Nebenfluss der Havel geführt. Sie ist jedoch länger als diese, und an ihrer Einmündung führt sie mehr als doppelt so viel Wasser (36 Kubikmeter pro Sekunde, Pegel Sophienwerder) wie ihr nomineller Hauptfluss (15 Kubikmeter pro Sekunde, Pegel Spandau-Schleuse). Die Spree ist damit sogar der längste deutsche Nebenfluss zweiter Ordnung. [Bearbeiten] Name
Spätere Autoren deuten den Namen auch hinsichtlich der großen Anzahl von verstreuten Quellen. So hat der Ebersbacher Oberbach auf dem Kottmar fünf Quellen, die als Spreequellen bezeichnet werden (Räumigtbrunnen, Rabenbrunnen, Jacobs-Brunnen, Benjamins Hut-Brunnen und Hennings-Brunnen). Von Neugersdorf aus kommt der sogenannte Spreegraben, der seine Quellen auf dem Neugersdorfer Kuhzahl hat. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung der Spree findet sich 965 als Sprewa in einer Urkunde Ottos I., die in den Monumenta Germaniae Historica erhalten ist. Nach dem Brandenburgischen Namenbuch stammt der Name aus der germanischen Grundform spreu̯- = stieben, säen, sprengen, sprühen. Der germanische Name Sprēw- wurde als Sprĕva oder Sprĕv'a in das Slawische übernommen, worauf wiederum die deutsche Form Spree zurückgeht. In der Regel wird der Name als die Sprühende gedeutet.[4] [Bearbeiten] FlusslaufDie Spree fließt durch die Bundesländer Sachsen, Brandenburg und Berlin. In ihrem Oberlauf bildet die Spree nach dem Zusammenfluss der Ebersbacher und Neugersdorfer Quelle zwischen Neugersdorf und Ebersbach für wenige hundert Meter die deutsch-tschechische Grenze. Danach kommt es am Stadtpark in Ebersbach zum Zusammenfluss mit der Spree von der Kottmarer Quelle. [Bearbeiten] QuellenDer Fluss entspringt im Oberlausitzer Bergland nahe der Grenze zu Tschechien aus drei Quellen: am Kottmar im Eibauer Ortsteil Walddorf sowie in den Stadtteilen Ebersbach-Spreedorf und Neugersdorf der Stadt Ebersbach-Neugersdorf. [Bearbeiten] Quelle am KottmarDie höchstgelegene Spreequelle befindet sich am Westhang des Kottmars in 478 m ü. NN (51° 0′ 34″ N, 14° 39′ 1″ O51.00956666666714.650277777778510). In einer Hangnische am Kottmar, aus der die Eibauer Spreequelle, auch Buchenborn genannt, austritt, wurde um die Quelle 1921 eine halbkreisförmige Phonolithsteinmauer errichtet. Auf ihr sind die Heimatorte von Gefallenen des Ersten Weltkrieges aufgeführt, die Mitglieder des Gebirgsvereins Lusatia waren. Die Anlage inmitten von Rotbuchen und Fichten wurde 1957 erneuert. [Bearbeiten] Quelle in EbersbachVon den drei Spreequellarmen entspringt einer im historischen Spreeborn (50° 59′ 15″ N, 14° 36′ 23″ O50.98753411444414.606312513333386), ein paar Meter danach erfolgt der Zusammenfluss mit der Neugersdorfer Quelle. Der Spreeborn liegt an der Ebersbach-Neugersdorfer Ortsgrenze. Sie ist die älteste geschichtlich einwandfrei belegte Spreequelle.
Die anderen zwei Quellen wurden erst viel später als Spreequellen bezeichnet. Im Jahre 1887 wird dies durch den Generalfeldmarschall Helmuth Karl Bernhard von Moltke auf der Grundlage alter Militärlandkarten amtlich bestätigt. 1736 wurde der alte wasserreiche Brunnen durch ein Häuschen mit Zwiebeldach, auf Holzsäulen ruhend, überbaut. König Friedrich II. spendete 50 Taler für den Bau. 1848 wurde dieses Häuschen von der Stadt-Commune Zittau wegen Baufälligkeit abgerissen. Eine einfache Holzhütte ersetzte den älteren Bau. Nachdem auch diese Hütte baufällig wurde und die Gemeinde kein Geld für einen Neubau hatte, konstituierte sich der Spreequellenverein. 1896 wurde ein durch Spendenmitteln finanzierter gusseiserner, achtseitiger Pavillon über der Quelle errichtet, der die Wappen der an der Spree gelegenen Städte und früheren Länder (Deutschland, Österreich, Sachsen und Preußen) zeigt. [Bearbeiten] Quelle in NeugersdorfEine weitere „Kunst“-Quelle liegt am Eingang des Neugersdorfer Bades (50° 58′ 59″ N, 14° 37′ 9″ O50.98313797277814.619107541389406), die 1888 schmiedeeisern gefasst und beim Bau des Neugersdorfer Spreequellbades 1926 etwas seitlicher verlegt wurde. Ursprünglich befand sie sich südlich vom Volksbad auf der „Spreequellstraße“. Die früheren Quellwiesen am Stadtrand wurden vorher längst trockengelegt und zum Teil mit Häusern bebaut. 1996 wurde die Quellfassung restauriert. Der Spreegraben kommend von der Neugersdorfer Quelle fließt ca. 50 Meter am Spreeborn, der Ebersbacher Spreequelle, vorbei. Die Neugersdorfer Quelle gilt als die ergiebigste aller drei Quellen. [Bearbeiten] Oberlauf (Sachsen)
Alte Wasserkunst und Michaeliskirche in Bautzen
In Neusalza-Spremberg durchfließt der junge Gebirgsbach den sogenannten Spreepark, ein landschaftlich reizvolles Gebiet. Zwischen Neusalza und Taubenheim reicht der zu Tschechien gehörende Fugauer Zipfel von Süden her bis auf das Nordufer des Flüsschens. Auf einer Länge von 700 Metern durchquert die Spree hier tschechisches Territorium, bevor sie die deutsche Gemeinde Sohland erreicht. Aus dem Bergland heraus fließt die Spree wenige Kilometer über eine Hochfläche, zwischen Großpostwitz und Bautzen dann in einem tief eingeschnittenen Tal, das sie schließlich am nördlichen Rand der Stadt und hinter der Talsperre Bautzen als Tieflandfluss verlässt. [Bearbeiten] Lausitzer Tiefland (Sachsen und Brandenburg)Neun Kilometer weiter beginnt das erste Binnendelta: Die Kleine Spree zweigt nach Westen ab, gewinnt bis zu 10 Kilometer Abstand und mündet etwa 30 Kilometer flussabwärts bei Spreewitz wieder in den Hauptfluss, der bis zu dieser Stelle zur besseren Unterscheidung auch Große Spree genannt wird. Etwa ab der Verzweigung ist die durchflossene Gegend waldig und bleibt es, mit Ausnahme des Oberspreewaldes und des Beeskower Umlandes, bis nach Berlin-Köpenick. Nördlich von Uhyst wurde der Spreelauf wegen der Braunkohletagebaue Bärwalde (heute Bärwalder See) und Nochten verlegt. Bei Sprey mündet von Osten der Schwarze Schöps, dessen erst 10 Kilometer vor der Mündung zufließender Nebenfluss Weißer Schöps sich am Stadtrand von Görlitz bis auf vier Kilometer der Lausitzer Neiße genähert hat. Nach 111 Kilometern hat die Spree die Landesgrenze erreicht und nähert sich der brandenburgischen Stadt Spremberg, die ebenso wie Spremberg/Oberlausitz ihren Namen vom Fluss hat. Hinter Spremberg wird die Spree in der Talsperre Spremberg gestaut. [Bearbeiten] Cottbus und Spreewald (Brandenburg)Die nächste Stadt an ihren Ufern ist Cottbus, das Zentrum der Niederlausitz. Kurz dahinter verzweigt sie sich im Baruther Urstromtal zu einem mehr als 30 Kilometer langen und mehr als 10 Kilometer breiten Binnendelta, dem Oberspreewald. Hier gibt es mehr Wiesen als Wald und in den kleinen Dörfern typische sorbische Holzhäuser. Hinter Lübben schließt sich als deutlich kleineres Binnendelta der tatsächlich bewaldete Unterspreewald an. Am Nordende des Spreewaldes zweigt der Spree-Dahme-Umflutkanal ab, angelegt, um den Spreewald bei Hochwasser besser zu entwässern. [Bearbeiten] BrandenburgDie Spree fließt dann ostwärts zum Nordende des Schwielochsees, anschließend nordwärts durch Beeskow bis ins Berliner Urstromtal, in das der Oder-Spree-Kanal gebaut wurde, der mit der Schleuse Kersdorf von der Spree nach Osten abzweigt. Von dort bis Große Tränke fließt die Spree nordwestwärts als Fürstenwalder Spree und bildet auf gut 19 km[5] eine Teilstrecke der Bundeswasserstraße Spree-Oder-Wasserstraße[6]. Dann schlängelt sie sich als Müggelspree in Richtung Müggelsee, während der westliche Teil des Oder-Spree-Kanals zu dem zur Dahme gehörenden Seddinsee führt. [Bearbeiten] Berlin
Blick von der Weidendammer Brücke auf die Spree flussaufwärts, im Hintergrund die Ebertbrücke und das Bode-Museum
44 Kilometer lang fließt die Spree durch Berlin. Der Abschnitt vom Dämeritzsee durch den Müggelsee bis nach Berlin-Köpenick wird ebenfalls als Müggelspree bezeichnet. In Köpenick mündet die Dahme in die Spree. Von hier ab gehört die Spree bis zu ihrer Mündung in die Havel mit rd. 32 Kilometer[5] wieder zur Spree-Oder-Wasserstraße[6], und zwar als Treptower Spree (bis zum Abzweig des Britzer Verbindungskanals auch Oberspree) und ab dem Landwehrkanal als Berliner Spree. Am Spreeufer in Friedrichshain-Kreuzberg zwischen der Elsenbrücke und der Jannowitzbrücke ist das Investorenprojekt Mediaspree angelegt. Im Zentrum Berlins bilden die beiden Spreearme die Spreeinsel. Kurz hinter der Weidendammer Brücke, mündet von Norden kommend der ursprüngliche Lauf der Panke in die Spree. Nach dem Abzweig am Humboldthafen zum Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal mäandert die Spree am Großen Tiergarten entlang, heißt in Charlottenburg Untere Spree und mündet schließlich in Spandau in die Havel.
Die Oberhavel ist von der Quelle bis zur Spreemündung mit 165 Kilometer deutlich kürzer als die Spree. Von 1882 bis 1885 wurde die Spree in Berlin als Schifffahrtsweg ausgebaut. Sie wurde begradigt, und in der Innenstadt wurde das Ufer mit Mauern befestigt.[7] [Bearbeiten] Hydrologie und Hydrografie
Blick auf die Spree von Berlin-Mitte aus flussaufwärts
Wegen ihres sehr geringen Gefälles fließt die Spree sehr langsam, durchschnittlich circa 50 Zentimeter pro Sekunde. Zwischen Cottbus und Berlin-Köpenick sind es pro Sekunde nur 17 Zentimeter und auf den 46 Kilometer durch Berlin sogar nur noch neun Zentimeter pro Sekunde Fließgeschwindigkeit. In den 1960er- bis 1970er-Jahren wurden wegen des Braunkohletagebaus erhebliche Mengen an Grundwasser abgepumpt und in die Spree geleitet. Das Wasser aus dem 2.500 Quadratkilometer großen Lausitzer Gebiet (13 Milliarden Kubikmeter) floss im Lauf der Jahrzehnte größtenteils über die Spree ab. Seit dem Ende des Braunkohletagebaus steigt der Grundwasserspiegel wieder und der Spree fehlt Wasser, bis sich ein neues Gleichgewicht eingestellt hat. Besonders in den Sommermonaten kann es zu erheblichem Frischwassermangel kommen. Zwischen den existierenden Staustufen ist die Spree dann ein weitgehend stehendes Gewässer. Am Pegel Leibsch (Unterspreewald) wird in trockenen Sommern regelmäßig ein Abfluss von 0 Kubikmetern festgestellt. Im Sommer 2003 wurde beobachtet, dass die Spree in Köpenick rückwärts floss.[8] Da im Berliner Raum geklärtes Abwasser in die Spree eingeleitet wird, kann es daher vorkommen, dass in trockenen Sommern die Spree im Berliner Raum nahezu vollständig aus geklärtem Abwasser besteht. Seit dem Jahr 1997 legen Berlin und Brandenburg Speicherseen an, die einen Mindestzufluss garantieren sollen. Nördlich von Bautzen und nördlich von Spremberg wurden schon von der DDR Stauseen, die Talsperre Bautzen und die Talsperre Spremberg angelegt. [Bearbeiten] Tourismus
[Bearbeiten] Besonderheiten
[Bearbeiten] SeitengewässerSeitengewässer der Spree flussaufwärts geordnet. Angegeben ist die Länge bzw. das Einzugsgebiet des betreffenden Gewässers:
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Quelle: Wikipedia. Aktualisiert: 05/24/12, 11:14 am |
Bilder
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