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Toyota
Die Toyota Motor Corporation (jap. トヨタ自動車株式会社, Toyota Jidōsha Kabushiki-gaisha) ist ein Multinationales Unternehmen und der drittgrößte Automobilhersteller der Welt mit Sitz in Toyota (Japan) und nach der Forbes Global 2000 das drittgrößte börsennotierte Unternehmen der Welt. Der Toyota-Konzern mit seinen 522 Tochterunternehmen hat insgesamt 320.808 Mitarbeiter (Stand 2010) und produziert außer in den 12 japanischen Werken an 51 Standorten in 26 Ländern. Das 1937 von Kiichirō Toyoda gegründete Unternehmen übernahm mit einem Absatz von 8,972 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2008[3] den Status des weltgrößten Automobilherstellers vor General Motors, verlor diesen im Jahr 2011, aufgrund mehrerer Rückrufaktionen und den dadurch verlorenen Vertrauen der Käufern, aber wieder an GM. Toyota ist derzeit nur noch die weltweite Nummer drei, hinter der Volkswagen AG.[4] [Bearbeiten] UnternehmensdatenToyota wird im Nikkei 225 gelistet und hatte Ende 2007 den höchsten Börsenwert aller Automobilhersteller.[5] Die Fortune Global 500 Liste von 2008 platziert Toyota als das fünftgrößte Unternehmen der Welt entsprechend seinem Jahresumsatz von 239,4 Milliarden US-Dollar. In der Fortune Global 500 Liste von 2009[6] ist Toyota zwar nicht mehr gelistet (weil der Jahresbericht nach der Liste erschien) doch mit einem Umsatz von 203,3 Milliarden US-Dollar[7] liegt Toyota weiterhin auf Platz 5 weltweit. Toyota ist mittlerweile die wertvollste Automarke der Welt geworden und liegt mit einem Markenwert von 58 Milliarden US-Dollar weltweit auf Platz 12.[8] 2006 erzielte Toyota über 14 Milliarden US-Dollar Gewinn (siehe auch Automobilindustrie). Nach finanziellen Rückschlägen wurde im Juli 2009 Akio Toyoda zum Vorsitzenden ernannt. Die Toyota Motor Corporation hat ihren Hauptsitz in der japanischen Stadt Toyota (bis 1959: Koromo) bei Nagoya und wurde 1937 zu einer eigenständigen Firma. Die Mutterfirma Toyota produziert des Weiteren noch viele andere Güter wie beispielsweise Naturschutzanlagen, Fertighäuser, Boote, elektronische Geräte und Banknetzwerke. Seit 2005 ist Toyota Inhaber des zweitgrößten Mobilfunknetzes in Japan. [Bearbeiten] UnternehmensgeschichteDie Geschichte Toyotas begann 1867 in einer abgelegenen ländlichen Gegend außerhalb von Nagoya (Japan). Hier wurde in diesem Jahr Sakichi Toyoda als Sohn des armen Zimmermanns Ikichi Toyoda geboren. Von seinem Vater erlernte er das Handwerk des Zimmermanns und benutzte dieses Wissen schließlich, um hölzerne Spinnmaschinen zu entwerfen und zu bauen. 1894 begann er, manuelle Webstühle zu bauen, die billiger waren und besser funktionierten als bisherige Webstühle. Unter dem Eindruck der schweren Bedingungen, unter denen seine Mutter, seine Großmutter und ihre Freunde in den Spinnereien und Webereien arbeiten mussten, begann er, kraftmaschinengetriebene hölzerne Webmaschinen zu entwickeln. Dazu kaufte er sich eine gebrauchte Dampfmaschine, um damit Experimente durchzuführen. Inzwischen hatte Sakichis Sohn Kiichirō Toyoda ein Maschinenbaustudium an der Tokioter Universität abgeschlossen. Zusammen mit Kiichirō vollendete Sakichi 1924 seine „automatisierte Webmaschine“ (Toyoda Automatic Loom), in der zum ersten Mal ein Prinzip des späteren Toyota-Produktionssystems zum Einsatz kam: Jidōka, auch autonome Automation genannt. Diese Webmaschine enthielt einen Mechanismus, der die Maschine automatisch stoppte, falls ein Faden riss. Somit konnten wenige Personen eine große Anzahl Webmaschinen bedienen, und es musste nicht für jede Webmaschine ein Arbeiter abgestellt werden, der nur darauf achtet, ob ein Faden reißt. Für Produktion und Vermarktung gründete er Toyoda Automatic Loom Inc. Als Sakichi Toyoda bemerkte, dass Automobile immer größere Bedeutung gewannen, schickte er seinen Sohn Kiichirō Toyoda 1929 nach Großbritannien, um die Patentrechte seiner automatisierten Webmaschine an die britische Firma Platt Brothers zu verkaufen und mit dem Erlös eine Automobilproduktion aufzubauen. Kiichirō Toyoda handelte 100.000 britische Pfund aus und benutzte dieses Kapital, um mit dem Aufbau einer Automobilsparte zu beginnen. 1934 wurde die erste Maschine produziert, die ab 1935 zur Produktion des ersten Automodells Toyota A1 und des GG Trucks diente. Produktionsstart für das Automodell AA war 1936. Am 28. August 1937 wurde die Automobilsparte dann als Toyota Motor Corporation zu einem eigenständigen Unternehmen. Anstelle des Familiennamens Toyoda wurde Toyota gewählt, um dem Gründer die Trennung von Arbeitsleben und Privatleben zu ermöglichen, und die Aussprache zu vereinfachen. Durch die Verwendung von Katakana wird der Name nun mit acht Strichen geschrieben. Dass die Zahl 8 in Japan als Glückszahl gilt, war ein weiterer wichtiger Grund für die Umbenennung. Letztlich gibt es jedoch widersprüchliche Theorien zur Umbenennung.[9] Während des Pazifikkrieges diente die Lkw-Produktion dem japanischen Militär. Bevor die geplante Bombardierung der Toyota-Werke stattfinden konnte, war der Krieg jedoch schon beendet. Die kommerzielle Produktion begann erneut 1947 mit dem Modell SA. Toyotas Erfolg auf dem Automarkt wird mehreren Prinzipien zugeschrieben, vor allem der ständigen Verbesserung der organisatorischen Abläufe unter Mitwirkung der Belegschaft, die zusammen als Toyota-Produktionssystem bezeichnet werden, welches von Taiichi Ōno entwickelt wurde. Die amerikanische Automobilindustrie unterschätzte die asiatische Konkurrenz bis in die 1960er Jahre. Dies änderte sich jedoch in den Ölkrisen der 1970er Jahre, als weltweit die Nachfrage nach kleineren, kraftstoffsparenden Autos zunahm und die japanischen Autofirmen diesen Bedarf deckten. Auch hatten die japanischen Firmen inzwischen höhere Qualitätsstandards und Produktivitätsraten als die westliche Konkurrenz entwickelt und konnten so ihre Automobile weiterhin preiswert anbieten. In den 1980er Jahren begannen dann europäische und amerikanische Firmen, die Methoden von Toyota und anderen japanischen Automobilfirmen zu übernehmen, so dass der japanische Preisvorsprung sich tendenziell annäherte. Umso mehr verlagerte sich der Wettbewerb auf das Feld der Qualität und Verlässlichkeit, des Markenimages, des Werterhalts und der Kundenzufriedenheit. In all diesen Punkten war Toyota vor allem auf dem US-Markt erfolgreich. Der Vertrieb von Toyota-Automobilen in Deutschland begann 1970, in der Schweiz bereits 1967. Im Jahr 2004 betrug der Marktanteil in Deutschland 3,9 %, in Europa 5,0 %, in Japan 44 % und weltweit über 12 %. Im Jahr 1989 führte Toyota für den amerikanischen und europäischen Markt die Edelmarke Lexus ein, die sich zur meistverkauften Luxusautomarke Amerikas entwickelte. Mittlerweile werden diese Fahrzeuge auch in Japan selbst angeboten. Auf dem US-amerikanischen Markt verdrängte Toyota im Jahr 2007 mit 2,62 Millionen verkauften Fahrzeugen die Marke Ford von ihrem bisherigen zweiten Platz hinter General Motors.[10] [Bearbeiten] LogoDas Logo der Marke Toyota besteht aus drei miteinander verbundenen Ellipsen. Es wurde 1989 erstmals vorgestellt, um den globalen Markenauftritt zu vereinheitlichen und um die Marke Toyota deutlicher von der im selben Jahr vorgestellten Premiummarke Lexus zu differenzieren. Die zwei kleinen Ellipsen stellen den Anfangsbuchstaben „T“ dar und sollen das Herz des Autos und das Herz des Kunden symbolisieren. Alle drei Ellipsen zusammen symbolisieren die Firmenphilosophie Toyotas: das Streben nach Kundenzufriedenheit, das Streben nach Innovation sowie die Verbindung von Kreativität und Qualität. Die Marke gehört zu den teuersten der Welt. [Bearbeiten] Qualität und KundenzufriedenheitToyota schnitt – wie die meisten japanischen Autohersteller – bei Pannenstatistiken in den letzten Jahren regelmäßig sehr gut ab, z. B. sind sie bei der ADAC Pannenstatistik und Kundenzufriedenheitsumfrage [11] regelmäßig auf den vorderen Plätzen. Bei einer Kundenzufriedenheitsstudie des amerikanischen Marktforschungsunternehmens J. D. Power and Associates in den Jahren 2002, 2004 und 2005 schnitt Toyota sehr gut ab und dominierte das Feld. Toyota verwendet das selbst entwickelte Toyota-Produktionssystem, das vor allem aus den Teilen TQM (Total-Quality-Management), Kanban, Kaizen, TPM (Total Productive Maintenance) und Poka Yoke besteht. Dieses neuartige Produktionskonzept wurde von Toyota unter der Federführung von Taiichi Ōno ab 1950 entwickelt und wurde später von sämtlichen größeren Autoherstellern übernommen beziehungsweise kopiert. Es bildet heute eine wichtige Grundlage wissenschaftlicher Arbeit, Forschung und Lehre im Rahmen der Betriebswirtschaftslehre. Im Produktentstehungsprozess nutzt Toyota die Methode Design Review Based on Failure Mode (DRBFM). Die Methode DRBFM ist eine entwicklungsbegleitende Kreativitätsmethode und zugleich auch eine Philosophie zur diskursorientierten Designfindung beziehungsweise Designevaluierung. Nach einer Umfrage des Nürnberger Marktforschungsinstituts Puls im Auftrag der „Süddeutschen Zeitung“ halten die Deutschen Toyota für den umweltfreundlichsten Autohersteller.[12] Dies ist nicht zuletzt auf den Erfolg des ersten in Serie gebauten Hybridfahrzeugs Prius zurückzuführen. Auf Grund der negativen Schlagzeilen in Folge fehlerhafter Gas- und Bremspedale (siehe nächster Abschnitt) sind die Absatzzahlen in Deutschland eingebrochen.[13] [Bearbeiten] Platz in der weltweiten Rangreihe
In der neuen Toyota Fabrik in Ohira, Nähe Sendai, Präfektur Miyagi (2011). Einen Monat nach der Einweihung wurde die Gegend vom Tōhoku-Erdbeben 2011 getroffen. Das Werk blieb lange geschlossen, obwohl es nur leicht beschädigt wurde.
Gemäß der gültigen OICA-Rangreihe wurde Toyota 2009 offiziell als größter Autohersteller der Welt anerkannt.[14] Laut OICA führte die Toyota Gruppe im Jahre 2009 mit 7,23 Millionen Einheiten. General Motors schloss das Jahr auf Platz 2 mit 6,46 Millionen Einheiten ab.Volkswagen nahm mit 6,06 Millionen Einheiten den dritten Platz ein. Offizielle OICA-Rangreihen für das vergangene Jahr werden im Sommer des Folgejahres veröffentlicht. 2010 setzte sich nach Angaben der drei Hersteller der Trend fort. Volkswagen bleibt auf Platz 3 mit 7,1 Millionen ausgelieferten Einheiten. Die GM-Gruppe ist weiterhin auf Platz 2 mit 8,38 Millionen Einheiten. Die Toyota-Gruppe führt auf Platz eins mit 8,55 Millionen produzierten Einheiten.[15] Hyundai-Kia rückte auf Platz vier. Im ersten Quartal 2011 wurden Verschiebungen deutlich. Nach Herstellerangaben lag im ersten Quartal GM mit 2,085 Mio auf Platz 1,[16] Volkswagen lag mit 1,99 Millionen Einheiten auf Platz 2. [17] Toyota rückte mit 1,72 Millionen Einheiten auf Platz 3.[18] Verursacht durch die Nachwirkungen des Erdbebens und Tsunamis in Japan hatte Toyota mit weiteren Produktionsrückgängen zu kämpfen. Im Monat nach der Katastrophe ging im April 2011 die weltweite Produktion von Toyota um 48,1 % zurück, während der Produktionsrückgang in Japan selbst mit 74,5 %[19][20] beziffert wird. Die Wirtschaftswoche spekuliert: „Womöglich fällt das einstige Branchenvorbild sogar hinter Volkswagen und Hyundai/Kia auf Platz vier zurück“. [21] [Bearbeiten] Pannenserie und Imageschaden 2010[Bearbeiten] Klemmendes GaspedalIm Januar 2010 begann Toyota eine Rückrufaktion von 2,3 Millionen Autos in den USA und 1,8 Millionen in Europa, Grund dafür waren einige angeblich klemmende Gaspedale, die während der Fahrt nicht mehr in ihre Ausgangsposition zurückkehrten. Dies betraf die Modelle Auris, Avensis, Aygo, Corolla, iQ, RAV4, Verso und Yaris aus verschiedenen Baujahren. In den Vereinigten Staaten wurde die Produktion und der Verkauf dieser Modelle vorübergehend gestoppt. Anfang Februar gab die US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (National Highway Traffic Safety Administration) an, dass auf US-amerikanischen Straßen unbeabsichtigt beschleunigende Wagen an mehr als 200 Unfällen mit 34 Toten beteiligt gewesen seien.[22] Schätzungen zufolge könnten dem Konzern allein für die Ersatzteile Ausgaben in Höhe von 150 Millionen Euro bevorstehen, in Bezug auf die erwartete Klagewelle der Angehörigen der Opfer sowie verunsicherter Kunden gehen Experten von mehreren Milliarden US-Dollar oder umgerechnet bis zu drei Milliarden Euro aus.[22][13] Ab dem 24. Februar 2010 muss sich Toyota vor Angehörigen von Unfallopfern in Washington verantworten, insbesondere hinsichtlich der Frage, seit wann Toyota von den Pannen wusste. So traten klemmende Gaspedale schon 2008 in Europa auf, woraufhin 2009 die Produktion geändert wurde. Zu Unfällen, die auf dieses Phänomen zurückzuführen sind, kam es nach Konzernangaben in Europa nicht.[22][23][24] Grund für das vermehrte Auftreten schwerer Unfälle bei klemmenden Gaspedalen in den USA sei nach Vermutung von Toyota-Ingenieuren die schlechte Fahrausbildung in den USA, so würden die betroffenen Fahrer in der Aufregung den Automatikwahlhebel nicht auf Neutral (N) stellen (was den Motor aufheulen ließe), sondern weiter in der Drive-Stufe (D) fahren. Ein Bremsen führe in der D-Stufe dann zum Stillstand, wenn es sofort und nicht „halbherzig“ geschehe. In der N-Stellung würde das Fahrzeug nicht weiter angetrieben und dadurch langsamer. Eine Überbeanspruchung der Bremsen würde so auch vermieden.[25] [Bearbeiten] BremsproblemeIm Februar 2010 sah sich Toyota erneut zu einer Rückrufaktion veranlasst. Wegen Problemen mit den Bremsen rief der Konzern weltweit 437.000 Fahrzeuge des Hybrid-Modells Prius zurück.[22][26] Laut Toyota besteht das Problem darin, dass auf rutschiger Fahrbahn bei einer Geschwindigkeit von 3-5 km/h und nur leichter Bremsung die Bremse 1/10 bis 2/10 Sekunden verzögert reagiert und hierdurch ein merkwürdiges Gefühl ausgelöst wird. Bei einer Vollbremsung steht jedoch der gesamte Bremsdruck zur Verfügung. Ein Update des ABS-Steuergerätes behebt das Problem.[27] [Bearbeiten] UntersuchungenEin Versuch der „Bild am Sonntag“ am 14. Februar 2010 ergab bei zwei getesteten Fahrzeugen, dass sich diese trotz voll durchgetretenen Gaspedals ohne mechanische Schwierigkeiten zum Stehen bringen ließen.[28] Auch Besitzer der Prius-Modelle sprechen von „einem merkwürdigen Bremsgefühl“ und nicht vom vollständigen Versagen der Bremsanlage, welches sich mit den Aussagen von Toyota deckt (s. o.).[29] Eine Auswertung der elektronischen Unfall-Fahrtenschreiber von 58 Unfallwagen durch die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde ergab, dass in mindestens 35 Fällen gar nicht gebremst wurde, in anderen Fälle nur halbherzig oder erst in letzter Sekunde.[30] Eine im Januar 2011 veröffentlichte Untersuchung der NASA kommt zu dem Ergebnis, dass keine Fehler in der Elektronik, sondern vielmehr ein mechanisches Problem dergestalt vorgelegen habe, dass möglicherweise das Pedal geklemmt habe, teilweise mutmaßlich verursacht durch eine Fußmatte. Oft seien aber Brems- und Gaspedal verwechselt worden.[31][32][33] Am 8. Februar 2011 veröffentlichte die NASA den Untersuchungsbericht der von der Amerikanischen Verkehrsbehörde NHTSA in Auftrag gegebenen Untersuchung der „ungewollten Beschleunigungen“. Der Bericht hält fest, dass nur einer der Unfälle in den USA auf ein klemmendes Gaspedal zurückzuführen ist. In keinem Fall konnte ein Fehler in der Elektronik festgestellt werden. Die ungewollten Beschleunigungen seien durch Fehlbedienungen der Fahrzeuge hervorgerufen wurden. In den meisten Fällen wurde das Gaspedal stark durchgetreten, vermutlich nach Verwechselungen der Gas- mit den Bremspedalen. Es wurden insgesamt 75 Beschwerden über ungewollte Beschleunigung zwischen dem 1. Januar 2000 und dem 31. Dezember 2010 untersucht. Hierbei fiel auf, dass 85 % der Vorfälle erst nach dem Start der Rückrufaktion seitens Toyota aufgetreten sein sollen. [34] [35] [Bearbeiten] Vertrieb[Bearbeiten] Vertrieb von Fahrzeugen in Deutschland
Toyota Deutschland GmbH in Köln-Marsdorf
Der erste offiziell nach Deutschland importierte Toyota war ein Corolla 1211 Coupé, der am 18. Februar 1971 verkauft wurde. Erster Importeur in Deutschland war ein knapp zehnköpfiges Team in einem angemieteten 70 Quadratmeter großen Autohaus in Köln. Bis 1968 hatten sie für die Firma Woodhouse britische Marken wie MG und Morris importiert. Am 9. Oktober 1970 wurde die Firma „Deutsche TOYOTA-Vertrieb Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ gegründet. Vereinzelt wurden allerdings bereits vor 1970 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen, diese stammten allerdings aus Belgien (seit 1963). Im ersten offiziellen Verkaufsjahr (1971) wurden in Deutschland 883 Fahrzeuge der Modelle Corolla und Carina für den Straßenverkehr zugelassen. Toyota bereitete die Fahrzeuge wegen der deutlich höheren Geschwindigkeiten auf deutschen Straßen sorgfältig vor. Es dauerte bis zum März 1971, bis die ersten Fahrzeuge nach Deutschland geliefert wurden. Hauptverkaufsargumente waren die simple Bauweise mit Starrachse und Blattfedern hinten sowie die für damalige Zeiten sehr umfangreiche Serienausstattung. Wenige Monate nach Vertriebsbeginn wurde der Firmensitz zur Vergrößerung nach Frechen-Königsdorf verlegt. Ende 1972 waren dort bereits 83 Mitarbeiter für 332 Händler tätig. Am 26. Juni 1974 ging die Herstatt-Bank, die Hausbank des Kölner Firmengründers, in Konkurs. Im November 1974 übernahm die „Toyota Motor Sales Ltd“ die Geschäftsanteile der Kölner Firma mit 133 Mitarbeitern und 500 Händlern. An ihrer Spitze stand nun Mitsuo Yamada. 1976 folgte die Umbenennung in „Toyota Deutschland GmbH“. Derzeit beschäftigt die Toyota Deutschland GmbH rund 350 Mitarbeiter in ihrer Vertriebszentrale in Köln. Außerdem ist Toyota in Köln mit den Gesellschaften TLSDE, Toyota Financial Services (TFS), der Toyota Informations-Systeme GmbH (TIS), der Toyota Kreditbank (TKG) sowie der Toyota Motorsport GmbH vertreten. Insgesamt beschäftigt Toyota in Köln ca. 1.500 Mitarbeiter. Der Marktanteil der Automobilmarke Toyota betrug im Jahr 2005 3,93 %. Am 22. August 2002 wurde das zweimillionste Fahrzeug an eine Kundin übergeben. [Bearbeiten] Händlernetzstruktur in JapanIn Japan werden die Fahrzeuge der Marke Toyota über unterschiedliche Händlermarken (Vertriebskanäle) vertrieben. Ein Modell wird dabei einer oder zwei dieser Händlermarken zugeordnet. Auf der japanischen Homepage von Toyota [1] kann man bei jedem Modell sofort sehen, bei welcher Händlerart das jeweilige Modell zu finden ist. Es gibt zur Zeit folgende vier Händlermarken/Vertriebskanäle:[36] [37] Modelle der Marke Lexus werden von Toyota getrennt vertrieben. [Bearbeiten] Modellgeschichte
[Bearbeiten] Studien
[Bearbeiten] Produktionsstandorte und VertriebToyota produziert gegenwärtig in 63 Werken, davon befinden sich 12 in Japan, 51 in 26 anderen Ländern. Unter anderem in:
Vertrieben werden die Autos in mehr als 160 Ländern weltweit. In Folge der Expandierung plant Toyota langfristig ein eigenes Werk in Deutschland. Das Land NRW ist zuversichtlich hier durch Standortvorteile das Tauziehen für sich entscheiden zu können. Als Standort für ein neues Toyota-Werk ist u. a. die Ruhrgebietsstadt Essen im Gespräch. [Bearbeiten] Weitere zu Toyota gehörende Automarken und spezielle TechnologienZur Toyota Motor Company gehören neben der Marke Toyota noch die automobile Premium-Marke Lexus sowie die Marke Scion, die speziell für den nordamerikanischen Markt der unter 25-jährigen gedacht ist. Zur Toyota Gruppe gehören ferner noch der Kleinwagenhersteller Daihatsu und der LKW- und Bushersteller Hino Motors. Seit Oktober 2005 besteht eine Kooperation zwischen Fuji Heavy Industries (FHI) und Toyota. Seit April 2008 hält Toyota eine Minderheitsbeteiligung von 16,5 % an FHI und damit an der von FHI produzierten Automarke Subaru.[38] Mit 5,9 % ist Toyota seit November 2006 auch am Hersteller Isuzu beteiligt.
Toyota ist der Vertreiber der D-CAT-Technologie und ist Marktführer in der Hybridfahrzeugtechnologie. Im Rahmen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2009 unterstrich die Toyota-Geschäftsführung die Vorteilhaftigkeit der entwickelten Technologien und zweifelte die Konkurrenzfähigkeit von Elektrofahrzeugen vor dem Jahr 2020 an.[39] [Bearbeiten] Zur Toyota-Gruppe gehörende Unternehmen (Auswahl)
Von Toyota und Hino entwickelter Brennstoffzellenbus im Einsatz auf der EXPO 2005 in der Präfektur Aichi
Toyota Intelligent Multimode Transit System (führerlos) auf der Expo 2005
Zur Toyota Gruppe gehören unter anderem folgende Unternehmen:
Die Toyota Motor Corporation hält außerdem Beteiligungen an der Fuji Heavy Industries sowie KDDI. [Bearbeiten] Motorsport
Toyota Seven CanAm V8, 1969
Toyota GT-One, 1998 und 1999 in Le Mans eingesetzt
March-Toyota Formel 3, 1976
Schon seit mehreren Jahrzehnten feiert Toyota große Motorsport-Erfolge in der Formel 3, sowie im Rallyesport. Verantwortlich dafür war das Kölner Team Toyota Europe (TTE), das sich auf das Tunen von Toyota-Serienfahrzeugen spezialisiert hat. Ende der 1990er entschied sich Toyota, auch in der Formel 1 an den Start zu gehen. Hierzu wurde das Werksteam Toyota Racing gegründet, das ebenfalls von Köln-Marsdorf aus arbeitet. 2002 stieg das Team in die Formel 1 ein, 2005 erreichte es mit Rang 4 seine beste Platzierung in der Konstrukteurswertung. Am 4. November 2009 gab Toyota den Rückzug aus der Formel 1 mit Ende der Saison 2009 bekannt. Als Grund nennt Toyota die hohen Kosten, die mit dem Engagement verbunden sind.[40] Seit der Saison 2007 geht Toyota auch als einziger nicht US-amerikanischer Automobilhersteller bei der Nascar-Serie an den Start. Gefahren wird dort mit einem Rennwagen, der sich an den Toyota Camry anlehnt. 2012 kehrt Toyota nach Le Mans zurück und wird mit seinem neuen Hybrid-Benziner-LMP1 auch an der Sportwagen-WM teilnehmen.[41] [Bearbeiten] SponsoringToyota ist Sponsor des Weltfußballverbandes FIFA. Der ehemalige Weltpokal und die Fußball-Klub-Weltmeisterschaft sind seit 2005 nach dem Unternehmen benannt. Seit 2002 ist das Unternehmen auch Sponsor des Eishockeyvereins KEC „Kölner Haie“. Toyota führt im Jahr 2006 bereits zum zehnten Mal den Snowboard-Wettbewerb „Toyota Big Air“ durch. Toyota hat auch die Basketball-Weltmeisterschaft 2006 gesponsert. Weiterhin ist Toyota langjähriger Sponsor des spanischen Fußballklubs FC Valencia sowie des italienischen Erstligaclubs AC Florenz. Ebenso ist Toyota Namensträger der Spielstätte des NBA-Teams Houston Rockets. Seit 2007 ist Toyota der Haupt- und Namenssponsor der Handball-Bundesliga. [Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
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